Olympische Spiele

Das erste Gold für Volmarstein

Schon 2010 verabschiedeten die Volmarsteiner Kenki Sato auf Hop and Skip, Yoshiaki Oiwa auf Khanjer Black und Dirk Schrade auf King Artus (von links) zu den Weltreiterspielen, nun holte Schrade Olympia-Gold.

Schon 2010 verabschiedeten die Volmarsteiner Kenki Sato auf Hop and Skip, Yoshiaki Oiwa auf Khanjer Black und Dirk Schrade auf King Artus (von links) zu den Weltreiterspielen, nun holte Schrade Olympia-Gold.

Foto: Volker Speckenwirth (WR)

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Volmarstein.  Eine Olympionikin hatte der Ländliche Zucht- Reit und Fahrverein Volmarstein bereits, Pia Laus-Schneider startete in Barcelona, Atlanta und Sydney für Italien. Nun hat der Verein auch einen Goldmedaillen-Gewinner auf seiner Mitgliederliste, nachdem Dirk Schrade mit den deutschen Vielseitigkeits-Reitern im Greenwich Park gewonnen hat. Die erste deutsche Goldmedaille in London sorgte auch in Volmarstein für große Freude. „Eine tolle Leistung von Dirk“, hebt Klubchef Heinrich-Georg Hassenbürger hervor: „Die Vielseitigkeitsreiter treiben ja großen Aufwand, müssen in allen drei Disziplinen gute Pferde haben und in jeder Spezialist sein.“

Nicht nur Schrade gehört dem Volmarsteiner Verein seit dreieinhalb Jahren an, seitdem er einen Turnier- und Ausbildungsstall in Haßlinghausen gepachtet hat. Auch der Japaner Joshiaki Oiwa, der nach dem ersten Dressur-Tag überraschend noch geführt hatte und in Schrades Stall trainiert, ist LZRV-Klubmitglied. Und dessen Landsmann und Teamkollege Kenki Satu ritt bis vor einem Jahr aus dem gleichen Grund ebenfalls für die Volmarsteiner.

Die Klubmitglieder sorgten in London durchweg für Aufsehen. „Der RV Volmarstein hatte am ersten Tag Gold und Bronze“, meint Hassenbürger - nicht ganz ernst gemeint - in Anspielung auf Oiwas Führung und Schrades dritten Rang zum Start: „Nach dem Sturz des Japaners war es dann nur noch ein Mannschafts-Gold.“ Als Führender nach der Dressur war Oiwa beim Geländeritt auf „Noonday de Conde“ spektakulär gestürzt und ausgeschieden. Besser machte es Schrade, der auf „King Artus“ im Springen fehlerfrei blieb und die Basis für den vorzeitigen Olympiasieg des deutschen Teams mit ihm, Sandra Auffarth, Michael Jung und Peter Thomsen legte (siehe Hauptsport).

Schon heute kehren die Pferde des Vielseitigkeits-Teams nach Deutschland zurück, ihre Boxen werden für die nun aktiv werdenden Springpferde benötigt. Dirk Schrade wird spätestens am dritten August-Wochenende wieder in Volmarstein erwartet, wenn der Verein sein großes Sommer-Turnier veranstaltet (17.-19. August). „Ich denke, dass er dann einige Prüfungen reiten wird“, geht Heinrich-Georg Hassenbürger fest von einer Teilnahme des Olympiasiegers auf der Anlage an der Köhlerstraße aus: „Sein nächstes Ziel ist das Bundeschampionat im September mit seinen jungen Pferden.“ Im Rahmen des Turniers ist dann auch eine Ehrung für den Goldmedaillen-Gewinner geplant.

Denn der aus dem schwäbischen Münsingen stammende Schrade sei keineswegs nur pro forma Mitglied, betont Hassenbürger. „Dirk ist sehr ins Vereinsleben integriert“, sagt er. Der 34-Jährige trainiere regelmäßig in der großen Volmarsteiner Halle, mache Reit-Unterreicht und Lehrgänge, für eine Erneuerung des Hallenboden habe er Geld zur Verfügung gestellt. Gerade mit Vielseitigkeits-Trainerin Jutta Briel tausche er sich intensiv aus, beide trainierten bei Bedarf auch die Pferde des anderen. Hassenbürger: „Der Junge steht mit beiden Füßen auf dem Boden, das ist ein netter Vereinskerl.“ Und da auch die Mitglieder von Schrades Stall, etwa die englischen und schwedischen Pferdepflegerinnen Oiwas, sich rege am Volmarsteiner Vereinsleben beteiligen, geht es an der Köhlerstraße international zu. „Das ist sehr befruchtend“, findet Hassenbürger.

Und bringt bisweilen olympischen Glanz ins beschauliche Volmarstein. Wo sich auch Dirk Schrade wohl zu fühlen scheint. „Ich habe in meinem neuen Verein Top-Bedingungen, das ist entscheidend“, sagte er schon vor drei Jahren. Sie haben ihn bis zur Goldmedaille gebracht.

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