Handball

Darum sind Handballfans in Herdecke Teil der Mannschaft

Die zahlreichen Zuschauer in der Bleichsteinhalle unterstützen Handballer Tim Förster  und die restliche Mannschaft der HSG Herdecke/Ende bei den Heimspielen.

Die zahlreichen Zuschauer in der Bleichsteinhalle unterstützen Handballer Tim Förster und die restliche Mannschaft der HSG Herdecke/Ende bei den Heimspielen.

Foto: Jens Pommerenke / AirPictures.de

Herdecke.  Landesliga-Partie der HSG Herdecke/Ende entwickelt sich zu einem Krimi. Darum haben die Fans in der Bleichsteinhalle einen Anteil am Erfolg.

Die Landesligapartie zwischen der HSG Herdecke/Ende und dem VFL Gladbeck II entwickelte sich zu einem wahren Krimi. Jedes Tor der Handballer wurde von den Rängen und von der Bank lautstark bejubelt. HSG-Trainer Stephan Hellwig ballte nicht selten bei Torerfolg oder Parade des Schlussmannes die Faust und rief seiner Mannschaft Mut zu. Doch nicht nur die Protagonisten auf dem Feld waren fokussiert. Auch die gut 300 Herdecker Handballfans verwandelten die Bleichsteinhalle in einen Hexenkessel.

„Defense, Defense“ schallte es in der gesamten Halle. Gerade in den letzten Minuten saß niemand mehr auf seinem Platz. Rüdiger Seuthe, Vater von HSG-Torwart Noah Seuthe, trommelt bei jedem Heimspiel und heizt mit lautstarken „Herdecke, Herdecke“-Rufen das Publikum an. „Ich will der Mannschaft helfen, das ist mir wichtig. Unsere Gesänge sollen die Spieler tragen – auch wenn es mal nicht so gut läuft. Wir sind ein Teil der Mannschaft“, erklärte Seuthe nach dem Spiel.

Besondere Stimmung in der Bleichsteinhalle

Das Publikum scheint das ähnlich zu sehen. Die Lautstärke in der Halle war bei der Partie besonders hoch. Der Gladbecker Teamchef Maik Neugebauer war beeindruckt: „Wir wussten, dass es schwer wird. Gerade in der Halle und mit der Stimmung ist Herdecke schwer zu besiegen.“

Die HSG und der VFL Gladbeck II teilten sich am sechsten Spieltag der Handball-Landesliga die Punkte, ein spannendes Spiel endete 29:29. Nach der Partie hatten beide Übungsleiter eines gemeinsam: Sie ärgerten sich über das Unentschieden. Maik Neugebauer, Mannschaftsverantwortlicher aus Gladbeck, war enttäuscht: „Aktuell überwiegt sicher das Gefühl, einen Punkt verloren zu haben. Aber wir wussten, dass Herdecke stark aufspielt.“ Stephan Hellwig, Trainer der Herdecker, sah es ähnlich: „Hätte mir jemand vor dem Spiel gesagt, dass wir um den Sieg mitspielen, hätte ich das nicht geglaubt. Jetzt ist es natürlich sehr ärgerlich, mit nur einem Punkt nach Hause zu gehen. Wenn du so nah dran bist, willst du gewinnen.“

Erfahrene Spieler bringen Ruhe

Der Tabellenfünfte VFL Gladbeck II kam mit einem großen Kader in die Bleichsteinhalle. Die Zuschauer erlebten ein körperbetontes und schnelles Spiel, in dem sich keine der beiden Mannschaften langfristig absetzen konnte. Zwar führten die Hausherren nach einer Viertelstunde mit 11:7, jedoch konnten sie diesen Vorsprung nicht lange halten. Schon zur Halbzeit war das Spiel wieder ausgeglichen. Dominik Formella machte im Herdecker Tor ein starkes Spiel und leitete mit gezielten langen Pässen einige Tempogegenstöße ein, die nicht selten von Linksaußen-Spieler Tim Förster ihr Ziel im Tor fanden.

In der engen Partie brachten die erfahrenen Spieler wie Timm Höntsch in hitzigen Situationen Ruhe ins Spiel. Höntsch brachte die HSG nach der Halbzeit mit zwei aufeinanderfolgenden Toren wieder in Führung. Vier Sekunden vor Schluss war es dann aber Gero Neuhoff, der für Herdecke das 29. Tor erzielte und so das Unentschieden sicherte. Neben den starken Spielern haben sicherlich auch die lautstarken Zuschauer einen Verdienst daran, dass die Herdecker in eigener Halle bis jetzt ungeschlagen sind. Auf die Herdecker Fans ist auch am Sonntag wieder Verlass. Das weiß auch Coach Hellwig: „Es tut gut, direkt wieder ein Heimspiel zu haben.“

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