CORONAVIRUS IN HAGEN

Coronavirus: Phoenix Hagen drohen jetzt Geisterspiele

Korbjagd ohne Anfeuerung der Phoenix-Fans? Javon Baumann (vorne) und Jonas Grof (rechts) könnten bald vor leeren Rängen spielen.

Korbjagd ohne Anfeuerung der Phoenix-Fans? Javon Baumann (vorne) und Jonas Grof (rechts) könnten bald vor leeren Rängen spielen.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.  Corona hat den Hagener Sport erreicht. Nicht nur Phoenix, sondern auch VfL Eintracht und TuS Volmetal drohen Spielabsagen oder Geisterpartien.

Nachdem der erste offizielle Corona-Fall in Hagen bekannt geworden ist, stehen Großveranstaltungen auf der Kippe. Die Empfehlung von Bundesgesundheitsminister Spahn, Events mit mehr als 1000 Besuchern wegen der Ausbreitung des Virus abzusagen, trifft auch den heimischen Spitzensport. Die Heimspiele von Basketball-Zweitligist Phoenix Hagen könnten verlegt werden oder unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Der Klub blickt gespannt auf die heutige Sitzung des Hagener Krisenstabes, der vom Gesundheitsministerium konkrete Handlungsvorgaben fordert. Auch die Handball-Drittligisten VfL Eintracht Hagen und TuS Volmetal könnten von Spielabsagen oder Geisterpartien betroffen sein.

Phoenix Hagen

Die ProA-Basketballer befinden sich mitten im Kampf um eine Qualifikation für die Play-offs, brauchen am Sonntag im Heimspiel gegen den FC Schalke 04 (17 Uhr, Krollmann-Arena) einen Sieg. Stand jetzt findet das Basketballspiel statt. „Wir haben am letzten Mittwoch noch von der 2. Bundesliga die Empfehlung bekommen, nicht voreilig zu handeln“, sagte Phoenix-Geschäftsführer Patrick Seidel im Gespräch mit unserer Redaktion. Er warte nun eine Entscheidung des Städtetags bzw. der lokalen Behörden ab.

„Wir wollen jetzt klare Vorgaben vom Gesundheitsministerium, wie mit der Lage umzugehen ist“, sagt Thomas Huyeng, Leiter des Hagener Krisenstabs. Das hiesige Gesundheitsamt kann unter Umständen die Großveranstaltungen untersagen, ebenso das Land NRW per Verordnung. Ob Phoenix seine Heimspiele noch vor Zuschauern austragen darf, ist zur Zeit völlig offen. „Die Entwicklung der Corona-Epidemie war innerhalb der letzten Woche sehr radikal“, gibt Huyeng zu bedenken. „Die Lage ist dynamisch. Ich kann auch nicht sagen, ob am Dienstag schon eine Entscheidung über die Austragung von Sportveranstaltungen fallen wird.“

Ob Phoenix Hagen im Falle eines Spiels unter Ausschluss der Öffentlichkeit gegen die Einnahmeeinbußen versichert ist, sei im Einzelfall zu prüfen, sagte Patrick Seidel. Insgesamt muss Phoenix noch drei Heimspiele in der Hauptrunde absolvieren, im Fall einer Play-off-Qualifikation käm mindestens ein weiteres hinzu – je nach Abscheiden noch mehr.

Die 2. Basketball-Bundesliga bleibt vorerst dabei, keine Empfehlungen zu Spielabsagen auszusprechen. „Wir richten uns danach, was die lokalen Behörden bzw. Gesundheitsämter entscheiden“, erklärte Christian Krings, Geschäftsführer der 2. Basketball-Bundesliga am Montag. Der Spielplan bleibe nach wie vor bestehen, aber das könne sich jederzeit ändern.

TuS Volmetal

Geisterspiele wären für den Handball-Verein TuS Volmetal laut Pressesprecher Thomas Lichtenberg „eine absolute Katastrophe“. Denn der Drittligist lebt von den Einnahmen der Heimspieltage. Allerdings sind die Verantwortlichen um Lichtenberg, der auch Leiter des Hagener Ordnungsamtes ist, noch entspannt: „In unsere Halle passen maximal 500 Zuschauer, von daher sind wir auch nicht betroffen.“

Eintracht Hagen

Gelassen bleibt auch Joachim Muscheid, Geschäftsführer der Handball-Management GmbH des VfL Eintracht Hagen.

Der Ligakonkurrent des TuS Volmetal rechnet nicht damit, vor leeren Rängen zu spielen. Muscheid: „Wir haben vermehrt Seifenspender und Desinfektionsmittel ausgelegt. Zudem hängen in unseren Toiletten Hinweiszettel zur Hygiene, wie sie auch der Deutsche Handballbund verschickt hat.“ Zu den Eintracht-Heimspielen kommen zwischen 500 und 700 Fans. Allerdings sei die „1000er-Marke“ von Jens Spahn nicht in Stein gemeißelt, erklärt Thomas Huyeng: „Jede Veranstaltung muss einzeln betrachtet und bewertet werden.“

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