Fußball-Bundesliga

Christopher Antwi-Adjei: „Wollen keine Laufkundschaft sein“

Christopher Antwi-Adjeis bemerkenswerte Fußball-Karriere geht in der Bundesliga weiter. Mit Paderborn hat er den Aufstieg geschafft.

Christopher Antwi-Adjeis bemerkenswerte Fußball-Karriere geht in der Bundesliga weiter. Mit Paderborn hat er den Aufstieg geschafft.

Foto: Friso Gentsch / dpa

Paderborn/Hagen.  Christopher Antwi-Adjeis Fußball-Karriere ist außergewöhnlich. Mit Paderborn spielt er bald in der Bundesliga. Worauf er sich besonders freut.

Wer sich die Instagram-Seite von Christopher Antwi-Adjei (25) anschaut, kann schnell neidisch werden. Dort hat der Fußballprofi seine Urlaubszeit mit hübschen Fotos dokumentiert. Man sieht, wie der gebürtige Hagener an Jachten in Marbella vorbeischlendert oder in einem Pool im mexikanischen Cancún frisches Obst frühstückt. „Ich war sechs Wochen im Urlaub, so viel Freizeit hatte ich lange nicht mehr“, lacht Antwi-Adjei. „Das war einfach eine schöne Zeit.“

Man kann durchaus behaupten, dass sich „Jimmy“ Antwi-Adjei diese Erholung verdient hat. Im Mai dieses Jahres schaffte der 25-Jährige mit dem SC Paderborn den Aufstieg in die Bundesliga. Und das nachdem der ostwestfälische Klub in den vergangenen Jahren eigentlich in die fußballerische Bedeutungslosigkeit getaumelt ist. Die lange Urlaubszeit hat Antwi-Adjei dazu genutzt, um abzuschalten. Um nachzudenken. „Ich kann es immer noch nicht richtig fassen, dass wir erstklassig sind. Wir können kaum erwarten, dass es losgeht“, sagt der Hagener mit ghanaischen Wurzeln. „Ein Traum wird für mich wahr.“

Die Vorbereitung

Die Zeit der Erholung ist für Antwi-Adjei schon seit einigen Wochen vorbei. Am Sonntag spielt der SC Paderborn in der ersten DFB-Pokalrunde beim Regionalligisten SV Rödinghausen. Die Vorbereitung laufe bislang gut, sagt der Hagener. „Ich bin topfit und freue mich sehr auf die Saison. Ein paar Prozente fehlen zwar noch, die werden aber bis zum Saisonstart noch dazukommen.“ Gegen den italienischen Pokalsieger Lazio Rom haben die Westfalen letzte Woche ein gutes Spiel gemacht, aber dennoch mit 2:4 verloren. Christopher Antwi-Adjei gelang dabei der Treffer zum 1:3-Zwischenstand. „Insgesamt war die Vorbereitung gut. Wir arbeiten jeden Tag hart an uns“, sagt der 25-Jährige.

Auch wenn die Konzentration dem morgigen Pokalspiel gelte: Christopher Antwi-Adjei kann es kaum erwarten, den Bundesliga-Rasen zu betreten. Los geht es für den SCP am 17. August bei Bayer Leverkusen, das erste Heimspiel steigt am 24. August gegen Freiburg. Natürlich darf da die Unterstützung aus der Heimat nicht fehlen. „Aus Hagen werden auf jeden Fall einige kommen und mich anfeuern“, lacht Antwi-Adjei. „Es ist mir wichtig, dass Verwandte und Freunde dabei sind und sehen, wie ich mich in der Bundesliga schlage.“

Der Höhenflug

Den sportlichen Höhenflug haben Paderborn und Antwi-Adjei gleichermaßen vollzogen. In der Rückserie der vergangenen Zweitligasaison drehte der flinke 1,73-m-Mann mit neun Toren auf und trug maßgeblich zu Titel und Aufstieg bei. Antwi-Adjei ist ein Spätzünder: Vom Feierabend-Fußballer in der Oberliga bei Sprockhövel hat er sich in Rekordzeit zu einem der besten Außenstürmer der 2. Liga entwickelt. Analysten des Internetportals haben den Marktwert des Hageners jüngst auf 1,5 Millionen Euro geschätzt. Das bedeute ihm zwar nicht viel, sagt Antwi-Adjei. „Aber es ist natürlich schön zu sehen. Vor allem wenn man vergleicht, wo ich gestartet bin: Mein erster Marktwert in der Regionalliga betrug 75.000 Euro.“

Besonders freut sich der ehemalige Junioren-Kicker des Hasper SV auf die Duelle mit den großen Bundesliga-Klubs. Bayern, Dortmund und vor allem: Schalke 04. „Ich muss zugeben, dass ich ein kleiner Schalke-Fan bin“, lacht Antwi-Adjei. Gespannt ist der Hagener auf Duelle mit den Stars Jadon Sancho, Marco Reus, Kingsley Coman oder Robert Lewandokwsi. „Es gibt nichts Besseres, als sich mit diesen Spielern messen zu können.“

Und was traut sich Christopher Antwi-Adjei selbst zu? „Ich habe hohe Erwartungen an mich, denn ich weiß um meine Qualitäten. Mein Maßstab ist höher als ‘Komm, spiel einfach mal’. Wir sind zwar Aufsteiger, aber keine Laufkundschaft. Wir wollen Leistung zeigen und die Klasse halten.“

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