Basketball

Bleck, Günther, Keßen, Freyer: Hagener starten in Bundesliga

Zwei Hagener Stammkräfte in der Bundesliga: Fabian Bleck (links, im Bremerhavener Trikot) spielt jetzt in Crailsheim, Per Günther geht in seine zwölfte Saison für ratiopharm Ulm.

Zwei Hagener Stammkräfte in der Bundesliga: Fabian Bleck (links, im Bremerhavener Trikot) spielt jetzt in Crailsheim, Per Günther geht in seine zwölfte Saison für ratiopharm Ulm.

Foto: nordphoto / Ewert / imago/Nordphoto

Hagen.  In die 54. Saison der Basketball-Bundesliga startet zwar kein Hagener Team, aber viele Hagener - Bleck, Günther, Keßen oder Freyer/Wriedt.

In die 54. Saison startet die Basketball-Bundesliga am Dienstag, insgesamt zum achten Mal ohne ein Team aus Hagen. Aber nicht ohne Protagonisten vom Sitz des Deutschen Basketball-Bundes. Direkt zum Auftakt erwartet das ehemalige Phoenix-Hagen-Trainergespann Ingo Freyer/Steven Wriedt mit den Jobstairs Gießen 46ers die Crailsheim Merlins, bei denen jetzt ihr langjähriger Schützling Fabian Bleck spielt. „Es freut mich besonders, die beiden direkt zum Start zu sehen“, sagte der Breckerfelder, „sie machen einen guten Job in Gießen.“ Ein Überblick, wo Ex-Hagener in der Eliteliga wirken, welche Rolle sie spielen und wie ihre Saison-Aussichten sind.

Crailsheim Merlins

Mit den Eisbären Bremerhaven, bei denen er nach seinem Wechsel von Phoenix Hagen vier Jahre spielte, stieg Fabian Bleck im Fern-Duell mit den Merlins ab. Zu diesen wechselte der 26-Jährige nun und blieb so - für seine bereits achte Saison - in der Eliteklasse, machte sich für seine dritte Profi-Station weitgehend im Sommertraining in Hagen fit. Bei den Merlins soll der Power Forward, der sich in Bremerhaven zum gestandenen Erstliga-Akteur und Teamkapitän mit zuletzt 24 Einsatzminuten im Schnitt entwickelte, eine Führungsrolle übernehmen. Im jungen Kader von Trainer Tuomas Iisalo ist Bleck der Akteur mit der größten Bundesliga-Erfahrung.

„Ich bin ein harter Arbeiter, der hauptsächlich die Drecksarbeit macht“, charakterisierte er sich - und konkretisiert im WP-Gespräch: Ich soll viel Energie bringen und Verantwortung übernehmen. Und die kleinen Sachen machen, die wichtig sind, man aber nicht in der Statistik sieht.“ Der Wechsel nach Crailsheim („Der Trainer wollte mich unbedingt haben“) sei für ihn ein weiterer Schritt nach vorn in der Karriere. Mit den neu formierten Merlins wird er sich wohl im Kampf um den Klassenerhalt wiederfinden, doch das ist Bleck aus Bremerhaven gewohnt. „Erstes Ziel ist natürlich, die Klasse zu halten“, sagt er, „das wollen wir so früh wie möglich sichern. Es wäre schön, schon nach drei Vierteln der Saison sagen zu können, wir haben es geschafft. Das habe ich jetzt ein paar Jahre anders gehabt.“

ratiopharm Ulm

Am Dienstag vor elf Jahren bestritt Per Günther - damals aus der ProA von Phoenix Hagen gekommen - als 20-Jähriger sein erstes Bundesliga-Spiel für ratiopharm Ulm. Und trug bei Brose Bamberg in 33 Einsatzminuten sechs Punkte beim 66:64-Auswärtssieg bei. Morgen geht der Spielmacher aus Hagen in seine zwölfte Saison für die Ulmer, gegen Rasta Vechta könnte er zum 405. Mal das ratiopharm-Trikot überstreifen. Allerdings ist Günthers Einsatz nach seiner Knieverletzung noch nicht sicher. Die Rolle des langjährigen Teamkapitäns bei den Ulmern hat sich gewandelt, im Vorjahr ging die Spielzeit des Ex-Nationalspielers bereits von 24 auf zwölf Minuten im Schnitt zurück. Auch in der neuen Saison ist für ihn im Team des neuen Trainers Jaka Lakovic eine Backup-Rolle vorgesehen - hinter dem erst 18-jährigen Killian Hayes. Der Franzose mit US-amerikanischen Wurzeln gilt als eines der größten europäischen Talente, gilt als aussichtsreicher Kandidat für den nächsten NBA-Draft. „Eine wahnsinnig spannende Konstellation“, findet der 31-jährige Günther, darauf freue er sich sehr. Die Play-offs sind - wie stets - ganz klar das Ziel in Ulm.

Jobstairs Gießen 46ers

Bei Phoenix Hagen wirkten sie fast zehn Jahre, in Gießen gehen Ingo Freyer und Steven Wriedt nun in ihre dritte Saison. Ungeachtet dessen haben beide Trainer weiter einen starken Bezug zu Hagen, sind - nicht nur wie zuletzt beim Phoenix-Cup - häufiger hier, Wriedts Sohn Lance etwa gehört zum Kader der Phoenix Juniors in der Nachwuchs-Bundesliga. Bei den 46ers, die mittlerweile den Beinamen des neuen Namensponsors „Jobstairs“ tragen, müssen sie erneut einen Umbruch moderieren.

Zwar blieb Center-Riese John Bryant, aber etwa die ehemaligen Phoenix-Asse David Bell (Brüssel/Belgien) und Larry Gordon (Eilat/Israel) sind gegangen, auch in der Saisonvorbereitung änderte sich die Rotation noch. „Wir wollen weiter attraktiven Basketball spielen“, sagte Freyer, diese bereits bei Phoenix erprobte Philosophie wolle man noch konsequenter umsetzen. Im Vorjahr spielte sein Team lange um einen Playoff-Platz mit, landete dann auf Rang 13. Im unteren Mittelfeld werden die Gießener erneut erwartet, von Abstiegssorgen wollen sie sich fernhalten.

EWE Baskets Oldenburg

Während Haris Hujic, sein Teamkollege aus Nachwuchs-Bundesligazeiten bei den Phoenix Hagen Juniors, zu ProA-Ligist Rostock Seawolves gewechselt ist, gehört Marcel Keßen nun zur festen Rotation der Oldenburger. Der 22-jährige 2,07-m-Mann ist Backup von Rasid Mahalbasic, einem der besten Center der Bundesliga. Im Vorjahr wurde er von Baskets-Coach Mladen Drijencic schon in 30 Partien eingesetzt, bekam im Schnitt fünf Minuten Einsatzzeit, agierte aber noch zu unbeständig.

Nun ist Keßen nicht mehr mit Doppellizenz im Oldenburger ProB-Team vorgesehen, soll sich auf die BBL konzentrieren und kämpft um eine größere Rolle. Seine Oldenburger, im Vorjahr Hauptrunden-Zweiter, wollen wieder oben mitspielen.

Telekom Baskets Bonn

Zwar ist Julian Jasinski zum polnischen Erstligisten BC Zielona Góra gewechselt, einen Power Forward aus dem Jugendprogramm hat der einzige NRW-Klub der Bundesliga aber auch in der Saison 2019/20 im Kader: Power Forward Gabriel de Oliveira (21), der sich nach seiner Zeit bei den Phoenix Juniors bei ProB-Ligist Iserlohn Kangaroos zu einer festen Größe entwickelt hat, schloss sich den Bonnern an. Viel Einsatzzeit wird der Deutsch-Brasilianer vor allem bei Regionalligist Dragons Rhöndorf erhalten, im Bundesliga-Team könnte es zu Kurzeinsätzen reichen.

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