Handball Oberliga

VfL Gladbeck und Corona: Tim Deffte plagen Bauchschmerzen

Die Oberliga-Handballer des VfL Gladbeck, das Bild zeigt Niklas Rolf (li.) - haben bislang ein Spiel in der Oberligasaison 2020/2021 ausgetragen. Die Roten gewannen am 3. Oktober gegen den VfL Eintracht Hagen II mit 30:29.

Die Oberliga-Handballer des VfL Gladbeck, das Bild zeigt Niklas Rolf (li.) - haben bislang ein Spiel in der Oberligasaison 2020/2021 ausgetragen. Die Roten gewannen am 3. Oktober gegen den VfL Eintracht Hagen II mit 30:29.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Die Handballer des TV Gladbeck und VfL sprechen sich auf Kreisebene für die Verschiebung der Saison aus. Aber wie geht es in Westfalen weiter?

Die Handballer des TV Gladbeck und des VfL Gladbeck haben sich positioniert: Sowohl die Blauen als auch die Roten sprechen sich dafür aus, den Saisonstart im Bereich des Kreises Industrie zu verschieben respektive auszusetzen. Tim Deffte, Leiter der Handballabteilung im VfL, stellt sich ferner die Frage, wie es auf westfälischer Ebene in Zeiten der Corona-Pandemie eigentlich weitergehen kann.

Am Samstag empfängt der VfL Gladbeck den TuS 09 Möllbergen

Oder besser: Ob die kürzlich erst begonnene Saison angesichts des Infektionsgeschehens nicht auch besser ausgesetzt werden soll? Fakt ist: Am Samstag, 24. Oktober, steht für die erste Herrenmannschaft des VfL das Oberligaspiel gegen den TuS 09 Möllbergen auf dem Programm - und zwar in Gladbeck, einer Stadt, die zu den Corona-Hotspots gehört.

Zur Erinnerung: Die Frauen des Soester TV reisten schon unlängst zum Landesligaspiel in der Riesener-Halle nicht an, weil die Situation in Gladbeck so ist, wie sie ist. Tim Deffte zeigt dafür Verständnis und sagt mit Verweis auf den hohen Inzidenzwert von aktuell 148,1: „Wir haben in unserer Stadt eine besondere Lage.“

Tim Deffte stimmt Patrick Schmidt und Daniel van den Boom zu

Deffte macht sich Sorgen um alle, die in ein Handballspiel in der Oberliga Westfalen involviert sind, Spieler, Trainer, Betreuer und Zuschauer. Der VfL-Handballchef sagt: „Wir haben es mit einer Krankheit zu tun, die nicht zu unterschätzen ist. Und wir sind verantwortlich für die Menschen, die sich bei uns tummeln.“

Wie bewertet Tim Deffte eigentlich die Aussage von Daniel van den Boom, Trainer der Oberliga-Handballer des FC Schalke 04? Der hatte zur WAZ gesagt: „Meine Spieler sind ja alle vollzeitmäßig im Studium oder Job. Da kann es nicht das Ziel sein, alle zwei Wochen in Quarantäne zu müssen.“ Patrick Schmidt vom TV Gladbeck äußerte sich ganz ähnlich. Dazu der Chef der Roten: „Daniel van den Boom und Paddy haben völlig recht. Auch für uns ist Handball Hobby, Studium und Beruf gehen immer vor.“

Infektionsgeschehen ist in anderen westfälischen Gebieten nicht so dramatisch

Ob eine Umfrage des Handballverbands Westfalen beispielsweise unter den Oberliga-Vereinen Sinn ergeben würde, erscheint allerdings fraglich. Denn das Infektionsgeschehen in anderen westfälischen Gebieten ist derzeit längst nicht so dramatisch wie in der Emscher-Lippe-Region oder im zentralen Ruhrgebiet. „Ich bin völlig ratlos“, bekennt daher Tim Deffte.

Erst einmal steht am nächsten Samstag die Partie gegen den TuS 09 Möllbergen an. Deffte gesteht, dass ihm das Spiel starke Bauschmerzen bereitet, zumal gespielt werden muss. Der Handball-Abteilungsleiter erklärt: „Die Durchführungsbestimmungen sehen für überschrittene Inzidenzwerte in Städten und Kreisen keine Regelungen für Spielabsagen vor.“

Das erste Stimmungsbild im Handballkreis Industrie fällt eindeutig aus

Der Handballkreis Industrie will mit seiner Umfrage übrigens genau dafür sorgen, dass die Klubs nicht alleine gelassen werden. „Die Vereine“, heißt es in den Vorstandsnews vom 16. Oktober, „tragen rund um das aktuelle Infektionsgeschehen derzeit sehr viel Verantwortung. Sie müssen entscheiden, ob trainiert werden kann. Sie müssen entscheiden, ob sie Spiele absagen, ohne zu wissen, welche Auswirkungen eine solche Absage nach der Spielordnung hat.“ Mit seiner Entscheidung wolle der Kreisvorstand den Vereinen einen Teil dieser Verantwortung abnehmen und vor allem klären, wie mit Spielabsagen/-verschiebungen umgegangen werden soll.

Das erste Stimmungsbild fällt übrigens eindeutig aus. 23 Vereine aus dem Handballkreis Industrie haben - Stand Montagmittag, 19. Oktober - bislang an der Umfrage teilgenommen. Davon sprachen sich 21 für eine Verschiebung/Aussetzung des Saisonstarts aus, nur zwei wollen wie geplant starten und ab dem nächsten Wochenende wieder um Punkte spielen.

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