Bobsport

Vereinswechsel von Bob-Weltmeisterin Drazek sorgt für Ärger

Erfolgsverwöhnt: die Zweierbob-Weltmeisterinnen Annika Drazek (li.) und Mariama Jamanka.

Erfolgsverwöhnt: die Zweierbob-Weltmeisterinnen Annika Drazek (li.) und Mariama Jamanka.

Foto: Christophe Gateau / dpa

Gladbeck/Winterberg.  Der Wechsel von Bob-Weltmeisterin Annika Drazek vom BSC Winterberg zum TV Gladbeck sorgt für Ärger. Der BSC will sie nicht einfach ziehen lassen.

Der Wechsel von Bob-Weltmeisterin Annika Drazek vom BSC Winterberg zum TV Gladbeck Kufe sorgt für Ärger. Der BSC Winterberg, für den die 24-jährige Anschieberin bisher gestartet ist, will die Rentforterin nicht einfach ziehen lassen. In einem Artikel der Westfalenpost heißt es, Drazek habe es versäumt, sich zum 30. April form- und fristgerecht beim BSC abzumelden.

„Das stimmt nicht“, betont Heiner Preute, der Trainer Drazeks und Leiter der Abteilung Kufe in Personalunion, als die WAZ ihn auf diesen kürzlich erschienenen Bericht angesprochen hat. „Annika“, so Preute weiter, „hat bereits am 6. April anlässlich des Saisonplanungsgesprächs mündlich ihre Kündigung erklärt und diese am 15. April schließlich auch schriftlich getätigt.“ Alle Formalitäten für den Vereinswechsel seien erfüllt worden.

Heiner Preute, Chef des TV Gladbeck Kufe, sieht Gesprächen gelassen entgegen

Einem Treffen mit den Verantwortlichen des BSC Winterberg sieht Preute gelassen entgegen. Es gelte die Frage von Startrecht und Vereinszugehörigkeit zu klären. Er stehe, so der Gladbecker, mit Christoph Brieden, 2. Vorsitzender des Clubs aus dem Sauerland, der kommissarisch als Vorsitzender fungiert, in Kontakt. Einen Gesprächstermin habe man aber noch nicht gefunden. „Die Winterberger können“, so Preute, „gerne nach Kienbaum kommen. Annika und ich absolvieren dort in Kürze ein Trainingslager. Wir sind natürlich an einem klärenden Gespräch und an der Lösung des Problems interessiert.“

Geht es bei dem Zwist zwischen den beiden Vereinen nur ums Geld?

Christoph Brieden hat gegenüber der Westfalenpost seine Sicht der Dinge folgendermaßen zusammengefasst: „Rein formal ist es Stand jetzt so, dass Annika bis zum 31. März 2020 für uns starten muss.“ Und er betont: „Eine Weltmeisterin verliert man nicht gerne, das ist doch klar.“ Er wolle keinen Streit vom Zaun brechen, so der kommissarische Vorsitzende des BSC. Man verstehe Drazeks Wunsch, „jetzt, wo es möglich ist“ wieder im Trikot ihres Heimatvereins zu starten.“

Die Westfalenpost vermutet, dass es bei dem Ärger um den Drazek-Wechsel ums Geld gehe. Was Christoph Brieden mit dem Hinweis auf die Ausbildungsverordnung beim Bob- und Schlittenverband für Deutschland als auch beim NWBSV indirekt bestätigt hat.

TV Gladbeck hat inzwischen längst eine Abteilung Kufe gegründet

Dass Annika Drazek sich vor rund fünf Jahren dem BSC Winterberg angeschlossen hat, war einzig und allein der Tatsache geschuldet, dass der TV Gladbeck seinerzeit noch nicht Mitglied im NWBSV war.

Mit der Gründung der Abteilung Kufe im vergangenen Jahr hat sich das geändert. Preute hat daher Ende Mai 2019 zur Gladbecker WAZ gesagt: „Es war uns wichtig, sie zurückzuholen. Und Annika wollte das auch. Sie ist mit ihrer Heimat sehr verbunden und kann nun wieder für den Verein starten, bei dem sie groß geworden ist.“

Drazek und Lipperheide gehören dem Team von Olympiasiegerin Jamanka an

Neben Aushängeschild Annika Drazek gehören noch Kira Lipperheide, die ebenfalls Bobanschieberin ist und wie Drazek zum Team von Olympiasiegerin Mariama Jamanka gehört, und Skeletonsportlerin Paula Preute zu dieser jüngsten und kleinsten Abteilung im TV Gladbeck.

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