Serie: Gute Seele des Vereins

Uli Simon gilt mit Fug und Recht als Mister SV Zweckel

Ulrich Simon ist seit mehr als sechs Jahrzehnten Mitglied im SV Zweckel.

Ulrich Simon ist seit mehr als sechs Jahrzehnten Mitglied im SV Zweckel.

Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Er gilt zurecht als Mister SV Zweckel. Uli Simon ist in seinem Verein schon in jeder Funktion tätig gewesen. Ehrenamtlich, versteht sich.

Die Bezeichnung „Urgestein“ kommt einem bei ihm fast wie eine semantisch zu kurz greifende Annäherung vor, „Mister SVZ“ trifft es schon eher. Schließlich enthält der Spielerpass des Uli Simon nur einen einzigen Stempel, den des SV Zweckel, und das seit mehr als sechs Jahrzehnte. Der 78-Jährige hat an der Dorstener Straße stets mit angepackt.

„1958 habe ich mich der A-Jugend des SV angeschlossen“, richtet Uli Simon seinen Blick weit zurück in die Vergangenheit. „Danach spielte ich in der Ersten oder Zweiten, entweder als rechter Verteidiger oder als Rechtsaußen.“ Immer wieder warfen den quirligen Kicker Verletzungen zurück, bei den Alten Herren ließ er seine aktive Karrieren locker ausklingen.

Uli Simon drückt dem SV Zweckel bei Heimspielen die Daumen

Um sich sofort hinter den Kulissen, d. h. an der Linie bzw. im Geschäftszimmer in die Pflicht nehmen zu lassen. Wie ein korrekter Lebenslauf, der bei Bewerbungen vorzulegen ist, weist sein „Tätigkeitsnachweis“ in Sachen Ehrenamt keine Lücke auf: 1971 – 73: Trainer der A-Jugend; 1973 – 82: 1. Jugendleiter; 1982 – 86: 1. Geschäftsführer; 1986 – 90: Jugendleiter; 1990 – 92: 1. Kassierer; 1992 – 98: 1. Vorsitzender, zudem Ernennung zum Ehrenrat; 1998 – 2003: 2. Vorsitzender; 2003 – 04: 1. Vorsitzender ; 2004 – 06: 2. Vorsitzender; 2006 – 2012: Schatzmeister; danach 2. Kassierer.

„Jetzt habe ich mich als 78-Jähriger aus der aktiven Arbeit zurückgezogen, wegen der gesunkenen Zuschauerzahlen ist ein 2. Kassierer auch nicht mehr vonnöten“, begründet Simon seinen Rückzug. Bei Heimspielen drückt er immer seinem SVZ die Daumen.

Simon betont, dass ehrenamtliche Arbeit Freude und Erfüllung beschert

Ihm bereitet die zunehmende Schwierigkeit, ehrenamtliche Mitarbeiter zu finden, Sorge. Simon betont: „Geld regiert die Welt. Das Motto gilt für die Spieler wie für die Mitarbeiter neben dem Platz. Wie viel Freude und Erfüllung die ehrenamtliche Tätigkeit einem beschert, wissen die meisten gar nicht.“

Seine schönste Arbeit bei dem langjährigen Aushängeschild des Gladbecker Fußballs sei die Leitung der Jugendabteilung gewesen. „Fast alle Teams spielten überkreislich. Mossakowski, Appelt, Luggenhölscher, Orgzall und viele mehr haben direkt nach der A-Jugend den Sprung in die Erste geschafft und diese auch verstärkt.“

Fahrten nach Amerika waren ein Highlight für Uli Simon

Ein weiteres Highlight: „Mehr als 20 Jahre haben wir Fahrten nach Amerika unternommen. Wir waren weit und breit der einzige Verein, der mit Jugendlichen und auch Senioren-Fußballer eine so weite Reise unternommen hat,“ lässt Simon fast ein Vierteljahrhundert nach dem letzten US-Trip Stolz erkennen.

Sogar seine private Lebensplanung wurde durch das Engagement im Verein beeinflusst. „Ich habe erst 1988 meine Edith geheiratet, ich war da schon 47 Jahre alt. Aus beruflichen Gründen und wegen der Tätigkeit im Verein hat vorher die Zeit gefehlt,“ sagt der ehemalige Bergmann, der sich zum Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik emporarbeitete. Und lacht . . .

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