Fußball

Trainer loben: Vierte Auswechslung ist „absolut sinnvoll“

Zweckels Michael Pannenbecker nimmt Pascalis Terzis raus – bald darf er viermal auswechseln.

Zweckels Michael Pannenbecker nimmt Pascalis Terzis raus – bald darf er viermal auswechseln.

Foto: Oliver Mengedoht

Gladbecker Rückmeldungen auf die neue Regel im Amateurfußball sind sehr positiv. Umstritten sind dagegen die harten Strafen bei Spielabsagen.

Wie bitte? Vier Auswechselspieler? Die Veröffentlichung der neuen Spielordnung des Westdeutschen Fußballverbands (WDFV) hat unter Fußballerinnen und Fußballern viel Aufsehen erregt – aber nicht für wilde Diskussionen gesorgt. Kein Wunder: Die gravierendste Änderung für den Spielbetrieb stößt fast uneingeschränkt auf Zustimmung – auch, wenn man sich in Gladbeck umhört.

Daniel Thiele von Schwarz-Gelb Preußen spricht wohl jedem Kreisliga-Trainer aus der Seele, wenn er sagt: „Es tut mir weh, wenn ich vier oder fünf Jungs auf der Bank habe, aber nur drei einwechseln darf.“ Das Problem wird bald auf jeden Fall seltener auftreten.

Denn in Zukunft darf in jedem Spiel viermal gewechselt werden – und zwar in allen Ligen des WDFV, das heißt von der Regionalliga bis zur untersten Kreisliga. Für die Änderung bekommt der Verband viel Lob aus dem Amateurfußball.

Sehr gut: Mehr Spielzeit für mehr Spieler

„Da man in den unteren Ligen bereits eh hin- und herwechseln darf, finde ich den vierten Wechsel erst einmal nicht schlecht. So kann man mehr Spielern mehr Einsatzzeit geben“, erklärt Stephan Rheinberg, der Co-Trainer bei der vierten Mannschaft des BV Rentfort in der Kreisliga C ist.

Michael Pannenbecker vom SV Zweckel ist zwar einige Etagen weiter oben in der Bezirksliga aktiv, denkt aber ganz ähnlich: „Das finde ich sehr gut. Gerade im Amateurbereich ist es wichtig, dass mehr Spieler die Möglichkeit bekommen, zu spielen. Im Jugendbereich gibt es die Regelung ja schon lange, da klappt es sehr gut.“

Thiele: Zeitspiel sollte kein Problem werden

Überhaupt spricht wenig gegen die vierte Auswechslung – immerhin ein Argument findet Daniel Thiele: „Man muss natürlich im Hinterkopf haben, dass durch einen zusätzlichen Wechsel auch Zeitspiel möglich wird“, so der Preußen-Trainer.

Aber: „Wenn man den Schiedsrichtern die Anweisung gibt, dann eben 30 Sekunden oder eine Minute mehr zu spielen, ist das auch ganz leicht entkräftet.“ Auch bei späten Verletzungen gebe die neue Regelung Flexibilität. Thiele findet: „Das ist absolut sinnvoll. Meinetwegen können wir auch fünf Wechsel erlauben.“

Punktabzüge bei Nichtantritt sind umstritten

Nicht ganz so viel Einigkeit besteht bei der zweiten großen Neuerung. Da der Verband beobachtet hatte, dass viele Spiele an den letzten Spieltagen abgesagt wurden – unter anderem für Mannschaftsfahrten – werden Absagen nach dem 1. Mai in Zukunft mit Punktabzug für die kommende Saison bestraft werden. Während der Rentforter Rheinberg Nichtantritte grundsätzlich härter bestraft sehen würde, drücken andere auf die Bremse.

Michael Pannenbecker sagt: „Grundsätzlich finde ich das okay, um Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden, aber ich habe das nicht als häufiges Problem wahrgenommen“, so der Zweckeler. Auch Daniel Thiele ist zweigespalten.

„Ich kann verstehen, dass das ärgerlich ist, wenn Auf- oder Abstieg davon beeinflusst werden. Und ob es besser ist, statt der Ersten einfach die A-Jugend zu schicken? Vor allem die Bestrafung für die folgende Saison finde ich sehr hart – womöglich ist dann ein neuer Trainer oder eine ganz veränderte Mannschaft da“, sagt der SGP-Trainer.

Zum Glück wird die Regelung wohl selten greifen – während der vierte Wechsel besonders in der Kreisliga jeden Sonntag für Freude sorgen wird.

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