Umweltschutz

Kunstrasengranulat droht Verbot: So sieht es in Gladbeck aus

An der Roßheidestraße in Brauck entsteht gerade der dritte Kunstrasenplatz in Gladbeck.

An der Roßheidestraße in Brauck entsteht gerade der dritte Kunstrasenplatz in Gladbeck.

Foto: Olaf Fuhrmann / Funke Foto Services GmbH

Gladbeck.  Granulat auf Kunstrasenplätzen könnte von der Europäischen Union ab 2022 verboten werden.. Was bedeutet das für die drei Anlagen in Gladbeck?

Granulat auf Kunstrasenplätzen könnte von der Europäischen Union ab 2022 verboten werden. Während diese Nachricht bundesweit bei vielen Vereinen und in vielen Stadtverwaltungen für Unruhe und hektische Betriebsamkeit gesorgt hat, können sie in Gladbeck ganz gelassen bleiben. „Das Problem“, sagt Dieter Bugdoll, Leiter des Amtes für Integration und Sport, „stellt sich für uns nicht.“

Zwei Kunstrasenplätze, einen in Rentfort und einen in Mitte, gibt es derzeit in Gladbeck, ein dritter entsteht gerade an der Roßheidestraße in Brauck. Ehe der erste vor mittlerweile zehn Jahren an der Hegestraße gebaut worden ist, habe sich die Stadt fachlich beraten lassen, berichtet Bugdoll. Der Sportamtsleiter: „Der Landschaftsarchitekt Alfred Ulenberg aus Straelen hat uns seinerzeit geraten, sandverfüllte Plätze zu nehmen.“

Stadt Gladbeck folgte der Empfehlung eines Experten

Die Stadt Gladbeck folgte der Empfehlung des Experten sowohl beim Bau der Kunstrasenanlage des BV Rentfort als auch bei dem Bau des Platzes von Schwarz-Gelb-Preußen an der Konrad-Adenauer-Allee. Und wie sieht es beim gerade entstehenden Platz aus, der das Herzstück des Sportparks Mottbruch im Gladbecker Süden bilden wird? Dito.

Dieter Bugdoll erinnert sich: „Als wir uns 2009 für Sand und gegen Gummigranulat entschieden haben, mussten wir uns einige Kritik gefallen lassen.“ In der näheren Umgebung sei die Stadt Gladbeck fast die einzige, die Sand gewählt habe. „Die Bottroper Kollegen haben übrigens auch so entschieden“, sagt Bugdoll.

Mikroplastik ist nicht mehr vollständig aus der Umwelt zu entfernen

Und so können er, seine Kollegen im Sportamt und die drei vor allem betroffenen Fußballvereine die Diskussion um Granulat auf Kunstrasenplätzen recht entspannt verfolgen. Warum aber ist dieses Thema auf einmal eines, mit dem sich inzwischen nicht nur die EU, sondern beispielsweise auch der Deutsche Olympische Sportbund, Deutsche Fußball-Bund und der Deutsche Städte- und Gemeindebund intensiv befassen?

Nun, viele Kunstrasenplätze sind und werden mit sogenanntem SBR-Granulat verfüllt, also mit zerkleinerten Autoreifen – das dämpft und federt und soll vor Verletzungen schützen. Letztendlich ist das Granulat aber Mikroplastik. Das kommt ins Trinkwasser und in die Nahrung, könnte gesundheitsschädlich sein und ist vor allem nicht mehr vollständig aus der Umwelt zu entfernen.

Europäische Chemikalienagentur empfiehlt Verbot der Plastikteilchen

Die Europäische Chemikalienagentur hat daher der EU-Kommission ein Verbot der winzigen Plastikteilchen ab 2022 empfohlen. Ob dieses Verbot tatsächlich kommt oder nicht, ist noch unklar. DFB-Vertreter raten inzwischen zu einem Verzicht auf Granulat. Und der Deutsche Olympische Sportbund fordert eine Übergangsfrist von sechs Jahren.

Auf dem 1,45 Millionen teuren Kunstrasenplatz an der Roßheidestraße soll nach den Sommerferien gekickt werden können, der Sportpark Mottbruch soll im Jahre 2021 fertiggestellt und Vereinssportlern ebenso eine Heimat geben wie Freizeit- und Seniorensportlern. Neben dem Fußballplatz, auf dem SuS Schwarz-Blau Gladbeck künftig mit seinen Jugend- und Seniorenmannschaften antreten wird, werden vier Trendsportflächen angelegt, eine Beachanlage und eine ein Kilometer lange, beleuchtete Strecke für Läufer und Nordic-Walker. Des Weiteren wird der alte Naturrasenplatz erneuert. Auf ihm soll künftig nicht mehr ausschließlich Fußball gespielt werden. Auch ein Kinderspielplatz wird im „Sportpark Mottbruch“ entstehen und sogar ein neues Vereinsheim für die Schwarz-Blauen.

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