Sportkegeln

KSV Gladbeck: Barnitzke verkündet das Aus „seiner“ Abteilung

Ingo Barnitzke gewann im vergangenen Jahr bei der DM des Behindertensportverbands Silber.

Ingo Barnitzke gewann im vergangenen Jahr bei der DM des Behindertensportverbands Silber.

Foto: Meinert

Gladbeck.   Der KSV Gladbeck wird zum Spielbetrieb des Behindertensportverbandes im Sportkegeln kein Team melden. Barnitzke bekennt: „Mir blutet das Herz“

Eine Ära geht zu Ende: Zur neuen Saison wird der KSV Gladbeck zum Spielbetrieb des Behindertensportverbandes im Sportkegeln erstmals seit vielen, vielen Jahren keine Mannschaft mehr melden. Macher Ingo Barnitzke gab jetzt das Aus „seiner“ Abteilung bekannt. Und er sagte: „Ich bin zu müde und auch zu ausgelaugt, um weiter zu kämpfen.“

Viele Jahre lang haben die gehandicapten Gladbecker Sportkegler mit Erfolgen für positive Schlagzeilen gesorgt. Sie kehrten mit Medaillen von Europameisterschaften und Deutschen Meisterschaften zurück, sie spielten in der Landesliga, der höchsten Spielklasse, gegen die Topmannschaften aus Nordrhein-Westfalen. Punkte, Pokale und Plaketten wurden errungen. Zwischenzeitlich waren drei Teams und außerdem noch eine Mannschaft für Blinde und Sehrestler aktiv, insgesamt um die 40 Sportler.

Barnitzke setzte Überredungskünste ein

Barnitzke, die gute Seele der Abteilung, die im Juni den 75. Geburtstag feiert, berichtete weiter: „Ich habe immer wieder versucht, die Kegler zu motivieren und zusammenzuhalten, neue Leute in den Verein zu holen, was auch manchmal gelang.“ Mit Glück und Überredungskünsten sei es ihm schließlich mit großer Mühe gelungen, ein Team im Spielbetrieb zu halten.

In der vergangenen Saison trat der KSV mit der einen Formation jedoch nur noch mehr schlecht als recht an. Barnitzke: „Gleich im ersten Spiel, und das war auch noch zu Hause, mussten plötzlich vier der besten Kegler ersetzt werden. Damit wurde der angestrebte Aufstieg schon verspielt. Das zog sich dann wie ein roter Faden durch den kompletten Spielbetrieb.“

Atmosphäre im Team hat sich verändert

Zukünftig will Barnitzke nicht mehr fragen müssen, wer am Training teilnimmt oder zu den Spielen kommt? Und er will auch nicht mehr fragen müssen, wer zu den Auswärtspartien seinen Pkw zur Verfügung stellt und wer fährt?

Offenbar hat sich im Laufe der jüngeren Vergangenheit auch die Atmosphäre in der Mannschaft verändert. Barnitzke jedenfalls will festgestellt haben, dass aus dem Team, in dem früher Kameradschaft immer die zentrale Rolle gespielt hat, „eine zum Teil aus der Not geborene Zweckgemeinschaft“ geworden ist.

Ingo Barnitzke holt 2018 DM-Silber

Spielte beim Niedergang der Abteilung eigentlich auch der Vereinswechsel - vor knapp drei Jahren haben sich die Behindertensportler aus dem Klub RBS Gladbeck verabschiedet und dem KSV Gladbeck angeschlossen - eine Rolle? Barnitzke nickte und sagte: „Die erste Mannschaft stürzte damals aus der höchsten Klasse, der Landesliga, in die unterste. Zwar konnten wir vor zwei Jahren den Aufstieg in die Oberliga schaffen, danach jedoch ging es nicht mehr weiter.“ Zudem habe die Abteilung vom KSV Gladbeck keine finanzielle Unterstützung erwarten können und auch nicht erhalten.

Was bleibt? Ingo Barnitzke, der vor einem Jahr bei der Deutschen Meisterschaft im Herner Gysenberg die Silbermedaille gewann, wird sich erinnern an schöne wie auch weniger schöne Zeiten, an Erfolge, aber auch an Niederlagen und Nackenschläge. Was also bleibt? „Wehmut, ein blutendes Herz, Traurigkeit, aber auch ein gewisser Stolz.“

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