2. Judo-Bundesliga

Was passiert, wenn Bonn auf den Aufstieg verzichten sollte?

Trainer Mohsen Ghaffar hat den Aufstieg noch nicht abgehakt.

Trainer Mohsen Ghaffar hat den Aufstieg noch nicht abgehakt.

Foto: Olaf Ziegler

Erle.   Die Alternative für den GJC wäre eine Packung am letzten Kampf, die den JC Koriouchi Gelsenkirchen auf Platz eins der 2. Liga zurückbrächte.

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Na ja. Die Stimmung bei den Judoka des JC Koriouchi Gelsenkirchen hätte schlechter sein können, nachdem sie soeben den Aufstieg in die 1. Bundesliga verpasst haben. Die 6:8-Niederlage im letzten Saisonkampf gegen den verlustpunktfreien GJC Bonn lässt kaum noch andere Schlüsse zu. Aber als die Mannschaft auf der Matte im Kreis steht, macht Mohsen Ghaffar kein Geheimnis daraus, dass er die Hoffnung noch nicht komplett aufgegeben hat. „Vielleicht wollen die Godesberger ja nicht und verlieren mit 0:14“, sagt der Koriouchi-Trainer.

Vorab: Sollte der GJC seinen letzten Kampf am 21. September vor heimischer Kulisse gegen den sieglosen Brühler TV verschenken und mit 3:11 oder noch deutlicher verlieren, kehrten die Gelsenkirchener in der Abschlusstabelle auf den ersten Rang und somit auf den Erstliga-Aufstiegsplatz zurück, weil dann beide Mannschaften 6:2 Zähler hätten und die Kampfpunkte zählten.

Zwangsabstieg in die NRW-Liga

Aktuell hat der JC Koriouchi 32:24, also plus acht, und der GJC Bonn 28:14 (plus 14).

Das sind Gedankenspiele, mit denen sich Ali Alimirzaie aber eigentlich gar nicht beschäftigen möchte. „Wenn wir nicht Erster werden, möchte ich auch nicht aufsteigen“, sagt der Koriouchi-Manager. Da kommt aber gerade Michael Fengler vorbei, Ali Alimirzaies Pendant beim GJC Bonn, und erkundigt sich, wie groß denn das Gelsenkirchener Bedürfnis sei, ins Judo-Oberhaus zu gehen. „Wir wollen nicht zurück“, sagt der GJC-Manager. „Es ist nicht schön da oben.“

Die Godesberger müssten aber, wenn sie die Nordwest-Staffel der 2. Bundesliga als Meister beendeten. „Der Aufstieg ist zwingend“, steht in der Wettkampfordnung des Deutschen Judo-Bundes.

Koriouchi-Präsident Erhan Baz: „So verrückt ist die Liga“

„So verrückt ist die Liga“, sagt Erhan Baz, der Präsident des JC Koriouchi. „Die gewinnen hier und wollen nicht.“ Und da stellt sich nun die Frage: Was bedeutet es denn genau, dass der Aufstieg für die vier Meister der 2. Judo-Bundesligen zwingend ist? „Wer als Zweitliga-Meister auf sein Startrecht verzichtet, darf 2020 in keiner DJB-Liga kämpfen“, erklärt Ligareferentin Pamela Bickendorf aus München. Sollte der GJC Bonn also Meister werden und die 1. Bundesliga für 2020 verweigern, bekäme er auch keinen Platz in der 2. Bundesliga und müsste in die NRW-Liga absteigen, die erste Klasse des Landesverbandes.

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