Billard

Vize-Meisterin Aßmann muss auf der Autobahn zittern

Voll konzentriert zur Bronze-Medaille: Vanessa Hemesath vom Gastgeber GT Buer bei der Bundesmeisterschaft am Tisch.

Foto: Thomas Schmidtke

Voll konzentriert zur Bronze-Medaille: Vanessa Hemesath vom Gastgeber GT Buer bei der Bundesmeisterschaft am Tisch. Foto: Thomas Schmidtke

Gelsenkirchen.  Bei der Billard-Bundesmeisterschaft der Damen musste Jenny Aßmann zittern. Sie hing erst im Stau auf der Autobahn fest, dann holte sie Silber.

Die Medaillenhamsterin hat wieder zugeschlagen. Vanessa Hemesath gewann bei der Bundesmeisterschaft der Damen in der Freien Partie erneut Edelmetall. Im Billardzentrum Bertlich wurde sie Dritte und durfte sich über die Bronzemedaille freuen. Für die Spielerin des Billard-Clubs Grüner Tisch Buer war es seit 2005 ihre zehnte DM-Medaille in dieser Disziplin. Sie hatte zuvor dreimal Silber und sechsmal Bronze gewonnen.

Bei den nationalen Titelkämpfen waren dieses Mal zwei Frauen besser. Das Endspiel gewann Susanne Stengel-Ponsing vom BC St. Wendel mit 150:44 in sieben Aufnahmen gegen Jenny Aßmann vom BC Crengeldanz Witten. Die Partie war fünf Aufnahmen ausgeglichen, ehe sie Stengel-Ponsing mit Serien von 60 und 66 Punkten beendete. Für die Saarländerin war es der 25. nationale Titel in der Freien Partie bei den Damen. Mit fünf weiteren Siegen bei anderen Meisterschaften war es ihre 30. Goldmedaille bei Deutschen Meisterschaften. Sie war mit einem Durchschnitt 17,44 die herausragende Spielerin des Turniers.

Quer durch die Felder zum Spiel

Doch auch Jenny Aßmann zeigte bei ihrem Comeback in der Freien Partie tolle Leistungen mit einem GD von 6,42. Dabei wäre das Turnier für Aßmann beinahe unglücklich zu Ende gegangen. Am letzten Turniertag standen morgens die Halbfinals auf dem Programm. Doch auf der Fahrt von Dortmund stand sie plötzlich im Stau – Vollsperrung auf der A2, und nur noch etwas mehr als eine Stunde vor Spielbeginn. Und was macht die junge Mutter? „Mit Handtasche, Bluse, Weste und Queue unterm Arm ab durch die Felder“, sagte Jenny Aßmann, und fügte hinzu: „Somit hatte ich mich auch körperlich schon betätigt.“ Sie wurde von einem netten Kollegen an einer Bundesstraße aufgesammelt und kam „nur“ eine halbe Stunde zu spät.

Die Turnierleitung und die anderen Spielerinnen warteten natürlich. Während Jenny Aßmann dann ihre beste Partie zeigte und sich für die Vorrundenniederlage gegen Angelika Kurzhals von den Billardfreunden Königshof aus Krefeld mit einem Durchschnitt von 10,00 revanchierte, kam auch ihr eigentlicher Fahrer, Andreas Klüber, an. Er stand noch eine Stunde länger auf der A2, freute sich aber umso mehr über den Sieg.

Im anderen Halbfinale hatte Lokalmatadorin Vanessa Hemesath keine Chance. Sie verlor ihr Halbfinale gegen Stengel-Ponsing mit 40:150 in elf Aufnahmen. Bis dahin hatte sie alle vier Partien gewonnen. Mit drei Siegen wurde sie Gruppensiegerin in der Vorrunde und gewann auch das Viertelfinale gegen die junge Annika Schramm vom BC Hilden. Insgesamt spielte Hemesath einen Durchschnitt von 4,15.

„Ich bin mit der Bronzemedaille zufrieden. Schließlich habe ich in den letzten Wochen nicht viel trainiert“, sagte die 30-Jährige. Das hatte auch einen guten Grund: Vanessa Hemesath hatte im Mai geheiratet und in ihren Flitterwochen bestimmt nicht an Billard gedacht.

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