Fußball-Landesliga

Viktoria Resse wehrt sich gegen den Abstieg

Viktoria Resses Kapitän Mike Neumann (links) trieb seine Mannschaft immer wieder an.

Viktoria Resses Kapitän Mike Neumann (links) trieb seine Mannschaft immer wieder an.

Foto: Michael Korte

Resse.   Beim 1:1 gegen Brackel ist spielerisch noch viel Luft nach oben. Dafür freut sich Trainer Stefan Colmsee über Fortschritte in anderen Bereichen.

Zum Schluss wurde es noch einmal hektisch. Ecke für Viktoria Resse, Kopfball Dominik Lücke, die Resser hatten den Ball schon drin gesehen – da bekam der Keeper des SV Brackel noch die Fingerspitzen dazwischen. Sven Jubt fiel der Ball vor die Füße, Pfosten, nochmal Lücke, drüber. Ein Pfiff ertönte, die Partie der Fußball-Landesliga war beendet. Lücke und Jubt sanken im gegnerischen Sechzehner zu Boden, die Hände über den Kopf geschlagen. Einen Punkt hatten sie geholt, 1:1. Den Lucky Punch zum Sieg aber um Haaresbreite verpasst.

Auch Stefan Colmsee hatte den Ball schon hinter der Linie gesehen, bejahte der Resser Trainer. „Das ist genau der Lucky Punch, der uns gerade fehlt. Wenn du den noch reinmachst, gehst du hier mit einer riesig breiten Brust raus.“ So aber sanken Stürmer Jubt und Innenverteidiger Lücke zu Boden, anstatt zu jubeln. Das Glück war der Viktoria in dieser Szene nicht mehr hold.

Dominik Lücke rettet auf der Linie

Vielleicht auch, weil es 20 Minuten zuvor schon auf der anderen Seite seine Finger im Spiel hatte. Dort rettete Viktorias Keeper Marcel Hutsch, indem er sich mit allem, was er hat, in den Ball warf. Den Abpraller ballerte Brackels Alessandro Rath über den leeren Kasten (70.). Nur zwei Minuten später rettete Dominik Lücke für seinen ausgespielten Torwart auf der Linie. Auch aufgrund dieser beiden Riesenchancen für die Gäste war Colmsee am Ende des Tages zufrieden mit dem Punkt. „Wir haben einiges zugelassen, deswegen kann ich damit leben.“

Vor allem aber konnte er mit dem Punkt leben, weil seine Spieler sich wehrten. Auch, wenn sie nicht immer alles richtig machten. Die Formkurve in Sachen Wille und Einsatzbereitschaft zeigte nach oben. Zwar gab es auch gegen Brackel immer wieder Phasen, „in denen ich lauter werden, die Jungs wach rütteln musste“, gab Colmsee zu. Doch der Wille war den Ressern auf keinen Fall abzuschreiben.

Die letzte Portion Mut fehlt

Dass dies am Ende nur zur Hälfte gelang, lag an den Fehlern, die Resse machte. Gleich mit der ersten Chance ging Brackel in Führung (14.), zuvor sah Burak Cesur nicht gut aus. Auch im Spiel nach vorne hakte es. Resse wollte nach Balleroberungen schnell hinter die Gästeabwehr kommen, das gelang in Halbzeit eins nur einmal - da rannten sich die Resser Lukas Tomanek und Sven Jubt über den Haufen, die Großchance war dahin.

Viele der Resser Ballgewinne, die nicht so weit vorne wie gewünscht stattfanden, landeten mit einem langen Schlag sofort wieder beim Gegner. „Wenn das Selbstvertrauen fehlt, zögerst du, machst die einfachen Dinge. Und das ist dann in dem Moment, den Ball einfach nach vorne zu schlagen.“ Mit der Einwechslung von Alexander Krick setzte Colmsee dann aber den richtigen Impuls. Resse wurde mutiger, Moritz Eckstein lief die Gästeabwehr mal aggressiv an, und schon fiel der Ausgleich. Die Flanke Ecksteins nahm Sven Jubt an und versenkte sie im Netz (59.). Jubt ballte die Fäuste. In der Nachspielzeit stand der Pfosten im Weg.

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