Triathlon

Thomas Jany erfüllt sich seinen Traum vom Ironman auf Hawaii

Konnte auf den 185 Kilometern mit dem Rad einige Plätze aufholen: Thomas Jany vom TRC Essen ging als ging als 25. auf die Laufstrecke. Im abschließenden Marathon konnte er noch einmal elf Plätze gutmachen.

Foto: TJ

Konnte auf den 185 Kilometern mit dem Rad einige Plätze aufholen: Thomas Jany vom TRC Essen ging als ging als 25. auf die Laufstrecke. Im abschließenden Marathon konnte er noch einmal elf Plätze gutmachen. Foto: TJ

Frankfurt.   Thomas Jany aus Rotthausen hat bei der EM in Frankfurt die Qualifikation für die Ironman-Weltmeisterschaft geschafft. Er musste lange zittern.

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Es ist der Traum eines jeden Triathleten. Ein Mal, ja nur ein einziges Mal am berühmtesten Triathlon der Welt teilzunehmen: dem Ironman auf Hawaii.

Für einen Gelsenkirchener geht dieser Traum jetzt in Erfüllung. Thomas Jany aus Rotthausen schaffte bei der Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt die Qualifikation in der Altersklasse 50. „Das ist ein unglaubliches Gefühl“, sagt Jany. So ganz realisieren, was er da vollbracht hat, kann er es noch immer nicht.

Klar ist: Für den derzeit noch 49-jährigen Ausdauersportler vom TRC Essen 84 haben sich die vielen Strapazen der vergangenen Monate und Jahre ausgezahlt. In Frankfurt benötigte er für die 3,9 Kilometer Schwimmen 1:03:47 Stunden, auf dem Rennrad war er 5:29:26 Stunden unterwegs, um die 185 Kilometer hinter sich zu lassen. Den abschließenden Marathon absolvierte Jany in 3:27:58 Stunden. Nach insgesamt 10:09:48 Stunden überquerte er erschöpft das Ziel. Freude, Erleichterung, aber auch Unsicherheit und Bedenken machten sich bei dem 49-Jährigen breit. Würde Platz 14 in seiner Altersklasse für einen Slot-Platz für Hawaii reichen?

80 Startplätze für Hawaii

„In diesem Jahr wurden in Frankfurt insgesamt 80 Startplätze für Hawaii vergeben. Zehn in der Altersklasse 50. Aber nicht jeder der Sportler nimmt dann auch seinen Quali-Platz wahr“, erklärt Jany. Seinen Traum von Hawaii hatte er im Vorfeld nicht klar ausgesprochen. „Ich wollte nicht, dass der Druck noch größer wird“, sagt er. Doch seine Teamkollegen und Betreuer haben es wohl schon geahnt. Auf der Strecke gaben sie ihm die Zwischenzeiten und die aktuelle Platzierung durch und motivierten ihn.

„Wir waren mit fünf Startern und insgesamt 50 Leuten in Frankfurt“, berichtet Jany, der besonders auf der Marathon-Strecke Boden auf die Konkurrenz gutmachen konnte. Als 34. seiner Startklasse war er aus dem Wasser gekommen, hatte sich auf dem Rad einige Plätze nach vorne gearbeitet, ging als 25. auf die Laufstrecke und kam schließlich als 14. ins Ziel.

„Man hat mir einige Kilometer vor dem Ziel gesagt, dass ich noch drei, vier Sekunden schneller laufen müsste, um unter die Top-Ten zu kommen“, erinnert sich der Rotthauser. „Ich konnte aber einfach nicht mehr zulegen. Ich bin wirklich bis zum Schluss am Limit gelaufen.“

Siegerehrung und Slot-Vergabe

Weil Jany als einer der ersten seiner Startklasse unterwegs war, wusste er, dass womöglich noch nach ihm gestartete Sportler an ihm vorbeiziehen könnten. Dass es mit einem Startplatz eng werden würde, war klar. Und das Zittern hatte auch am Abend des Wettkampfs kein Ende. Es blieb bei Platz 14, aber: „Die Siegerehrung und Verkündung der Startplätze findet erst am nächsten Tag statt“, erklärt Jany, der als Fachinformatiker arbeitet, wenn er nicht gerade läuft, schwimmt oder Fahrrad fährt.

Also musste sich der Triathlet am nächsten Tag, zusammen mit 1500 anderen Startern, im Frankfurter Eisstadion einfinden. Zur Siegerehrung und Hawaii-Slot-Vergabe. Geduldig auf seinen Namen wartend. „Und ich musste natürlich hoffen, dass mindestens vier Starter vor mir nicht anwesend sind.“ Denn nur wer vor Ort ist, kann auch einen Startplatz annehmen. Drei Mal wird der Name aufgerufen, wer sich dann nicht meldet, ist raus.

Das wollte Jany keines Falls riskieren und so harrte er über zwei Stunden in der Eishalle aus. „Die Nerven liegen einfach blank. Man kann ja nichts mehr dazu beitragen. Man kann einfach nur hoffen.“ Dann endlich ist die Startklasse 50 an der Reihe. „Der Sieger nimmt den Platz an. Der Zweite verzichtet. Drei, vier und fünf nehmen an. Sechs verzichtet.“ Janys Stimme zittert als er von diesem Moment berichtet. „Dann habe ich irgendwann meinen Namen gehört und konnte mein Glück kaum fassen. Ich bin dabei. Ich bin auf Hawaii dabei“, sagt der 49-Jährige, der erst in drei Monaten 50 wird. Das schönste Geschenk hat er sich schon selbst gemacht, wenn er am 13. Oktober bei der Ironman-Weltmeisterschaft antreten darf. All die Entbehrungen, die vielen, vielen Trainingsstunden, sie werden sich für ihn gelohnt haben.

Der Start alleine sei nicht das Schönste. „Eigentlich“, verrät er, „ist es das Allergrößte, Mike Reillys Stimme auf Hawaii zu hören.“ Der bei den Triathleten berühmte Stadionsprecher begrüßt nämlich jeden Finisher auf Hawaii mit den Worten: „You are an Ironman!“

>>> Auch Teamkollege Carsten im Brahm qualifiziert sich

Thomas Jany betont, dass er seinen Traum nie ohne Unterstützung hätte erfüllen können: „Es braucht immer jemanden, der einem zu Hause den Rücken frei hält, wenn man in die intensiven Trainingsphasen geht.“ Seine Urlaube verbringt er mit Trainingslagern, sein Essen ist optimal auf seinen Sport abgestimmt.

Jany fährt nicht als einziger seines Essener Teams nach Hawaii. Auch Carsten im Brahm hat die Qualifikation in der Altersklasse 45 geschafft.

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