Fußball-Saisonausblick

SV Hessler 06 freut sich über die Spuren des Ilkay Gündogan

Trainer Holger Siska hat den SV Hessler 06 in die Bezirksliga geführt.

Trainer Holger Siska hat den SV Hessler 06 in die Bezirksliga geführt.

Foto: Frank Oppitz

Heßler.  Der SV Hessler 06 hat 2016 einen Solidaritätsbeitrag in Höhe von 135.00 Euro erhalten und will nach dem Aufstieg nicht wieder direkt absteigen.

Nach siebenjähriger Abwesenheit ist der SV Hessler 06 wieder zurück auf der überkreislichen Fußball-Bühne. Diesmal scheinen die Blau-Weißen so gefestigt zu sein, dass sie nicht nur ein kurzes Gastspiel in der Bezirksliga geben wie nach ihrem letzten Aufstieg vor acht Jahren. Damals stiegen sie sofort wieder ab.

Die Heßleraner haben sich von dem unerwarteten Abstieg von 2013 inzwischen erholt. Dank des Transfers ihres ehemaligen Nachwuchsspielers Ilkay Gündogan im Sommer 2016 von Borussia Dortmund zu Manchester City geht es ihnen wirtschaftlich besser als vielen anderen Klubs. Die Null-Sechser erhielten damals einen sogenannten Solidaritätsbeitrag für Ausbildungsvereine in Höhe von 135.000 Euro.

Souverän durch die Kreisliga-A-Staffel 2 marschiert

Einen Teil des Geldes hat der Klub in die jetzt so erfolgreiche Mannschaft gesteckt. Nur so war es vor einem Jahr möglich, solche Ausnahmespieler wie Torjäger Michael Krakala und Mittelfeldgestalter Julian Hellmich nach Heßler zu holen. Mit ihnen marschierte die Mannschaft in der Kreisliga A recht souverän durch die Staffel 2. Als die Saison aufgrund der Corona-Pandemie abgebrochen werden musste, lag sie vor dem SSV/FCA Rotthausen und vor der DJK Blau-Weiß, gegen die es beim 2:6 auf eigenem Platz die einzige Niederlage in 19 Begegnungen gegeben hatte.

„Bis auf diesen einen Ausrutscher hat die Mannschaft die Erwartungen absolut erfüllt“, betont Trainer Holger Siska. „Der Umbruch mit vielen neuen Spielern hat reibungslos funktioniert, die Jungs haben sich schnell als homogene Einheit präsentiert.“ Der 47-Jährige ist der Meinung, dass sein Team verdient aufgestiegen ist, obwohl noch elf Spieltage auszutragen waren. „Natürlich sind die Einwände der direkten Verfolger nachzuvollziehen, dass sie uns noch eingeholt hätten“, räumt er ein. „Aber genauso können wir sagen, wir hätten alle restlichen Partien gewonnen. Beides bleibt absolut hypothetisch.“

Routinier Patrick Rüsenberg reaktiviert

Als Aufsteiger geht es für die Heßleraner erst einmal darum, sich in der neuen Spielklasse gut zurechtzufinden. Das Ziel: eine Saison zu spielen, ohne negativen Tabellendruck zu spüren und auf einem einstelligen Rang abzuschließen. „Das sollte“, so behauptet Holger Siska, „machbar sein.“

Die personellen Veränderungen hielten sich im Jahnstadion zwischen den Spielzeiten in Grenzen. „Wir hatten schon in der vergangenen Saison einen qualitativ guten Kader gehabt“, sagt der Trainer. „Deshalb waren jetzt nur punktuelle Veränderungen nötig.“ Aufgrund seiner Erfahrung in überkreislichen Ligen sollte Sven Bödiger auf Anhieb eine Verstärkung sein. Auch vom routinierten und reaktivierten Patrick Rüsenberg versprechen sich die Heßleraner einiges. „Unter dem Strich sollte die Mannschaft jetzt noch ausgeglichener besetzt sein“, meint Holger Siska trotz der Abgänge von Pierre-Maurice Lehnebach, Timo Schulz und Demir Mustic. Der 06-Coach hätte dieses Trio gerne in Heßler gehalten.

Höheres Tempo und größere körperliche Robustheit

Ein großes Plus des Aufsteigers ist dessen Geschlossenheit. „Die Gruppe ist im zurückliegenden Jahr zu einer sehr kompakten Einheit zusammengewachsen“, sagt Holger Siska. „Außerdem haben wir einen guten Mix aus erfahrenen und relativ jungen Spielern.“

In der Kreisliga A waren die Heßleraner häufig gezwungen, gegen tiefstehende Gegner das Spiel zu machen. Das wird in der Bezirksliga wohl nicht so sein. „Zudem gilt es, sich an das höhere Tempo und die größere körperliche Robustheit zu gewöhnen“, macht Trainer Holger Siska deutlich. „Wir werden auch in der Arbeit gegen den Ball zulegen müssen.“

Am Ende des Spieljahres soll auf keinen Fall das Ergebnis der bislang letzten Bezirksliga-Saison herausspringen. Der sofortige Wiederabstieg steht nämlich bei keinem Heßleraner auf der Agenda.

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