Jugendfußball

SSV Buer: Zwölf Mini-Bergleute sollt ihr sein

Die Spieler der U8-Mannschaft der SSV Buer posieren als kleine Bergleute mit Helmen und Kohlenstaub im Gesicht.

Die Spieler der U8-Mannschaft der SSV Buer posieren als kleine Bergleute mit Helmen und Kohlenstaub im Gesicht.

Foto: Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Buer.  Ja ist denn da schon Karneval? Nein. Die ganz jungen Fußballer der SSV Buer machen mit einer kreativen Idee beim Fotowettbewerb mit. Ein Report.

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Es ist Freitagabend. In der Kindertagesstätte Niefeldstraße, wo bis vor wenigen Stunden noch 125 Kinder herumgetollt sind, ist inzwischen Ruhe eingekehrt. Nur auf dem kleinen Vorplatz der KiTa herrscht noch Trubel. Große Scheinwerfer sorgen für ausreichend Licht in der Dunkelheit und richten sich auf zwölf Kinder, die in eine Kamera lächeln. Aber halt, wie sehen die denn aus? Dreck im Gesicht, einen Helm auf dem Kopf, dünne Hemdchen übergestreift. Phil steht mittendrin. Den Siebenjährigen scheint das ziemlich ungewöhnliche Outfit aber nicht zu stören.

Er grinst wie seine Fußballer-Kollegen der F5-Jugend der SSV Buer über das ganze Gesicht. Schließlich geht es für die Bueraner Nachwuchskicker hier auch um einen Sieg. Statt drei Punkten gibt es einen neuen Trikotsatz zu gewinnen. Mit eben jenem belohnt der Strom- und Gasanbieter Goldgas im Rahmen seiner inzwischen zum vierten Mal stattfindenden Aktion alle Fußball-Teams des westfälischen Verbands, die die Jury mit einem kreativen Mannschaftsfoto überzeugen. 15 Trikotsets und 15 Trainingsanzüge vergibt das Unternehmen für jede Altersklasse zwischen der F- und D-Jugend. Für die C-, B-, und A-Jugend stehen je 20 zur Verfügung. Einzige Bedingung: Der Schnappschuss muss das Thema Energie beinhalten.

„Da machen wir mit“, sagte sich Anna Thurau, Mutter von Phil und Mitarbeiterin der Kinder-Tagesstätte, die früher ein Zechenkindergarten gewesen war. Anna Thurau kramte kurzerhand die Pütt-Hemden der Einrichtung heraus und organisierte Helme von ehemaligen Bergleuten. So posieren Phil und seine Mitspieler also an diesem Freitagabend vor einer Lohre aus der einstigen Zeche Bergmannsglück mit Pütt-Hemden, Grubenhelmen, Grubenlampen und mit Kohle befleckten Gesichtern.

Die Idee kam spontan

Gestützt wird das Foto mit dem Slogan: „Wir sind Kumpel und malochen schwer, bitte gebt uns neue Trikots her.“ Doch was hat das ganze nun mit Energie zu tun? „Früher war die Kohle ja unser hauptsächlicher Energie-Lieferant. Der Bergbau war das Herzstück von Gelsenkirchen. Mit dem Bild wollen wir diese Geschichte wieder lebendig machen“, erklärt Anna Thurau. Die Idee sei spontan gekommen, wie die Erzieherin berichtet: „Ich habe erst zwei Tage vor Einsendeschluss von dem Wettbewerb erfahren. Ich finde die Aktion gut, da es heutzutage sehr schwer ist, Sponsoren für Jugendmannschaften zu finden. Durch die Zechen-Vergangenheit der KiTa, in der ich arbeite, kam ich dann auf die Idee mit der Bergbau-Verknüpfung.“

Bei den Kindern kommt das ausgesprochen gut an. „Das war richtig aufregend“, sagt Phil, der talentierte Torwart des Teams, als er nach dem Foto gerade wieder bei seiner Mutter steht. „Hoffentlich gewinnen wir die Trikots bald auch“, ergänzt er. Bis zum Urteil der Jury müssen er und seine Kollegen aber noch einige Zeit warten. Das Unternehmen will die Gewinner Anfang März informieren.

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