Fußball-Saisonausblick

SSV Buer: Die Rothosen setzen auf den goldenen Jahrgang

Misel Zec, der Trainer des Landesligisten SSV Buer.

Misel Zec, der Trainer des Landesligisten SSV Buer.

Foto: Michael Korte

Buer.  „Wir müssen wieder dahin kommen, dass sich die SSV Buer hauptsächlich aus Eigengewächsen zusammensetzt“, sagt Misel Zec, der Coach der SSV Buer.

Beim Fußball-Landesligisten SSV Buer hat spätestens zur Saison 2020/21 das neue Jahrtausend die Macht an sich gerissen. Der überwiegende Teil der aktuellen Mannschaft kennt die 90er Jahre und frühere Epochen nur aus Erzählungen. Elf Spieler, die dem Kader von Trainer Misel Zec angehören, kamen im Jahre 2001 zur Welt, vier weitere sind nur ein Jahr älter. Keine Zahlen machen deutlicher, dass die Rothosen auf den Nachwuchs setzen, vornehmlich auf den eigenen.

„Wir haben eine echte Bueraner Truppe“, sagt Felix Opgen-Rhein, einer der beiden Co-Trainer. „Dies gilt es, auch auf dem Platz zu zeigen.“ Und Misel Zec fügt hinzu: „Unser 2001er ist ein goldener Jahrgang. In Gelsenkirchen und Umgebung beneidet man uns um diese Jungs.“ Aber natürlich weiß auch er, dass es ausschließlich mit jungen Spielen in den seltensten Fällen funktioniert. Deshalb haben die Rothosen außerdem noch einige erfahrene Haudegen verpflichtet, die zum Teil früher schon mal für die SSV Buer am Ball waren.

Wunschspieler des Ehrenvorsitzenden Norbert Bauer: Kadir Mutluer

Kadir Mutluer ist einer dieser Spieler. Der inzwischen 40-Jährige gehörte einst zu dem legendären Team, das um die Jahrtausendwende, als einige seiner heutigen Mitspieler allenfalls in der Planung waren, von der Kreisliga A bis in die Verbandsliga durchmarschierte. Zuletzt kickte er für den SC Reken in der Bezirksliga, davor war er auch für den VfB Hüls, Germania Gladbeck, Westfalia Herne, VfB Speldorf, TSV Marl-Hüls und YEG Hassel am Ball. Es war ein Herzenswunsch des SSV-Ehrenvorsitzenden Norbert Bauer, den offensivstarken Routinier wieder in roten Hosen spielen zu sehen. Er wurde ihm erfüllt.

Auch Ruben-Emilio Occhiuzzo und Daniel Bertram bringen Erfahrung und eine Bueraner Vergangenheit mit. „Unter dem Strich ist es uns gelungen, einen guten Mix aus jüngeren und älteren Spielern zusammenzustellen“, sagt Misel Zec. Keiner kann besser beurteilen als er, zu was seine Youngster aus dem neuen Jahrtausend in der Lage sein werden. Er war bereits in der zurückliegenden Spielzeit ihr Trainer: in der A-Junioren-Bezirksliga. Zusammen schafften sie den Aufstieg in die Landesliga.

Top-Stürmer Oguz Karagüzel und Finn Wortmann nicht zu halten

Vom Aufstieg redet in Buer vor der neuen Saison niemand. Man will dort in Ruhe etwas aufbauen, um vielleicht in ein paar Jahren wieder vorsichtig an das Tor zur Westfalenliga klopfen zu können. Dort spielte die SSV zuletzt in der Saison 2007/08. „Es wäre fatal, von einer so jungen Mannschaft den Aufstieg zu verlangen“, sagt Misel Zec. „Sie wird etwas Zeit benötigen, um sich an die Liga und an das Tempo zu gewöhnen.“ Sein vordergründiges Ziel ist kein kurzfristiges, sondern eher ein konzeptionelles: „Wir müssen wieder dahin kommen, dass sich die SSV Buer hauptsächlich aus Eigengewächsen zusammensetzt – so wie es vor fast zwei Jahrzehnten war.“

Dass die SSV Buer für junge Spieler auch ein Sprungbrett sein kann, unterstrichen zuletzt Oguz Karagüzel und Finn Wortmann. Die beiden Top-Stürmer waren an der Löchterheide nicht zu halten und gehen jetzt in höheren Spielklassen auf Torejagd. Welche Rolle die Mannschaft in der neuen Saison ohne die beiden und ohne die anderen Abgänge spielen wird, ist schwierig vorauszusagen. Bei einer im Kern so jungen Truppe ist fast alles möglich. Das Vorjahres-Team kam als Sechster ins Ziel. Es wäre keine Überraschung, wenn sich auch die Bueraner Jungs aus dem neuen Jahrtausend ebenfalls in dieser Tabellenregion einpendeln würden.

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