Schalke-Interview: Teil 1

 Schalkes Norbert Elgert sieht sein Team bestens gerüstet 

Norbert Elgert gibt die Richtung vor, und zwar mit seinem neuen Co-Trainer Charles Takyi.

Norbert Elgert gibt die Richtung vor, und zwar mit seinem neuen Co-Trainer Charles Takyi.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen.  WAZ-Interview mit Norbert Elgert, dem 62-jährigen Cheftrainer der U 19 des FC Schalke 04. Saisonstart am Sonntag bei Borussia Mönchengladbach.

Die U 19 des FC Schalke 04, die in der vergangenen Saison im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft gestanden hat, startet am Sonntag (11 Uhr) mit dem Spiel bei Borussia Mönchengladbach in die Bundesliga-Saison 2019/20. Wir haben – und nicht nur darüber – mit Cheftrainer Norbert Elgert (62) gesprochen.

Herr Elgert, Ihr Buch „Gib alles – nur nie auf!“ hat für viel Aufmerksamkeit gesorgt, Sie hatten deswegen auch einige Termine. Wie gelingt es Ihnen, sich da zu 100 Prozent auf Ihren Job als Trainer der Schalker U 19 zu konzentrieren?

Norbert Elgert Mein wichtigster Anspruch war es, dass ich meine Aufgabe auf Schalke nicht eine Sekunde vernachlässige. Das war nicht immer einfach, weil der zeitliche Aufwand nicht gering war. Wenn die Arbeit mit meiner Mannschaft zu kurz gekommen wäre, hätte ich mir das lange vorgeworfen – das ist es nicht, wir haben eine sehr erfolgreiche Saison gespielt, und das Buch ist ja auch ganz gut geworden.

Die Anerkennung, die Sie für Ihr Buch bekommen haben, ist groß. Es wird Menschen geben, die Ihnen diesen Erfolg neiden. Wird das Fußballgeschäft schon im Jugendbereich neben einer Leistungs- auch mehr zu einer Neidgesellschaft?

Mitleid bekommst du geschenkt. Neid muss man sich hart erarbeiten. Zum Teil kann ich das aber auch verstehen, denn es projiziert sich schon sehr viel auf meine Person. Ich kann es nur immer wieder betonen: Die Knappenschmiede ist keine One-Man-Show. Wir haben ganz viele sehr fähige Trainerkollegen und Mitarbeiter.

Zehn externe Spieler sind zum Kader gestoßen, dazu kommen sieben Spieler aus der U 17. Kennen Sie schon alle Namen?

Das klappt erstaunlich gut. Ich habe mich im Training nicht ein einziges Mal vertan (lacht). Es gibt Gründe, warum wir in den Jahrgängen 2000 und 2001 insgesamt etwas schwächer besetzt waren als gewohnt. Das kommt bei anderen Vereinen auch schon einmal vor. Das haben wir, der Verein, jetzt korrigiert und sind da absolut einer Meinung, dass wir etwas tun mussten – und weiterhin tun müssen. Die Bereitschaft, auch in den nächsten Jahren verstärkt in die Knappenschmiede zu investieren, ist absolut da. Ich glaube, dass es uns auch in den nächsten Jahren gelingen wird, Spieler in den Profikader zu bringen.

Sie sind also zufrieden mit Ihren Neuzugängen.

Ja, absolut.

Welche Spieler haben Ihnen in der Vorbereitung am besten gefallen?

Viele, aber da jetzt schon Namen zu nennen, wäre verfrüht und ist auch nicht meine Art. Ich glaube schon, dass wieder richtig gute Jungs dabei sind und dass mit ganz viel Einsatz und harter Arbeit aller Beteiligten aus vielen guten Spielern sehr gute werden können. Vorausgesetzt, die Spieler bekommen die nötige Zeit in der U 19 – so wie es in den vergangenen 20 Jahren aber mit wenigen Ausnahmen fast immer der Fall war.

Was trauen Sie den Spielern zu, die aus der U 17 zur U 19 gekommen sind. Die B-Jugend steckte in der vergangenen Saison nur im Tabellenmittelfeld fest.

Die Spieler aus der U 17, die bei uns geblieben sind, sind schon talentiert. Sie sind von Frank Fahrenhorst, wie in den vergangenen Jahren auch, sehr gut vorbereitet worden auf die Zeit in der U 19. Allerdings ist der Sprung von der U 17 in die U 19 natürlich besonders schwer. Für mich ist es der Sprung von der Jugend in den Seniorenbereich. Denn U 19-Bundesliga ist von der Intensität und Körperlichkeit her schon Männerfußball.

Also ist Ihre Mannschaft individuell deutlich besser besetzt als in der Vorsaison?

Individuell und spielerisch ist die Mannschaft stärker. Aber das bedeutet nicht automatisch, dass wir am Ende wieder Platz eins, zwei oder drei belegen. Ich denke aber schon, dass das Team wieder Spaß machen wird.

Zum Auftakt geht’s nach Mönchengladbach. Ein dicker Brocken zum Start?

Definitiv ein dicker Brocken. Mönchengladbach hat mit Sascha Eickel einen neuen Trainer, den ich sehr gut kenne und schätze. Er kann Mannschaften formen. Die Borussia wird sehr spielstark und taktisch gut seineingestellt sein. Aber der Spielplan ist, wie er ist. In der vergangenen Saison sind wir sehr früh auf den 1. FC Köln und Borussia Dortmund getroffen.

Apropos Borussia Dortmund. Ist der Deutsche Meister auch in diesem Jahr Favorit auf den Titel in der West-Staffel?

Ja. Die Mannschaft besteht aus sehr vielen Spielern, die Deutscher Meister geworden sind. Aber auch der 1. FC Köln wird wieder stark sein, genauso wie Leverkusen und Mönchengladbach. Auch dem VfL Bochum traue ich wieder etwas zu. Wir werden natürlich alles dafür tun, um wieder oben mitzuspielen.

Youssoufa Moukoko hat in der B-Jugend-Bundesliga den Torrekord von Donis Avdijaj geknackt und gilt als eines der größten Talente Europas.

Das ist schon ein hochbegabter Junge, der es in der U 19 allerdings deutlich schwerer haben wird als in der U 17, in der U 16 und in der U 15.

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