Knappenschmiede

Schalke: Elgert ist nicht nur Ausbilder, auch Wettkämpfer

Tjark Scheller und die Bundesliga-A-Junioren des FC Schalke 04 wollen in der neuen Saison oben mitspielen.

Tjark Scheller und die Bundesliga-A-Junioren des FC Schalke 04 wollen in der neuen Saison oben mitspielen.

Foto: Biene Hagel

Gelsenkirchen.  „Wir wollen oben mitspielen“, sagt der Trainer der Schalker U 19. „Das Ziel Nummer eins bleibt aber, die Jungs jeden Tag etwas besser zu machen.“

Gibt es jemanden im deutschen Fußball, der sich im Juniorenbereich so gut auskennt wie Norbert Elgert? Wohl kaum. Deshalb hat das Wort des 63-Jährigen, der seit 1996 mit einjähriger Unterbrechung die U 19 des FC Schalke 04 trainiert, besonderes Gewicht. Nachdem seine Jungs in der unvollendeten Saison 2019/20 erstmals seit vielen Jahren nicht einen der beiden vorderen Plätze in der West-Staffel der A-Junioren-Bundesliga erreichen konnten, gibt er seinem Umfeld eindeutig zu verstehen: „Wir wollen zurück an die nationale Spitze. Im Moment gehören wir nicht mehr dazu, aber wir sind auf einem guten Weg dorthin.“

Die beiden Jahrgänge 2002 und 2003 zählten in der Vergangenheit nicht zu den königsblauen Aushängeschildern. Der 1. FC Köln und Borussia Dortmund hatten, was diese Jahrgänge anbetrifft, in der Vergangenheit die Nase vorn im Westen. Auch und vor allem deshalb besserte der FC Schalke 04 in diesen Jahrgängen personell nach. Er tat das bereits vor einem Jahr und in diesem Sommer noch einmal. Aus dem Süden der Republik wurden mit Luca Campanile, Kerim Çalhanoğlu und Elias Kurt drei begehrte Nachwuchsspieler verpflichtet. Zwei weitere fanden aus dem Ausland den Weg nach Gelsenkirchen: Yigal Bruk aus Vancouver sowie Torwart Daniel Rose aus Everton.

Schalkes U 19 nach 20 Spieltagen der vergangenen Saison auf Rang sechs

„Wir haben für diese Spieler keine Ablösesummen zahlen müssen“, teilt Norbert Elgert mit. „Die Zahlungen, die erfolgt sind, bewegten sich im Rahmen der Ausbildungsentschädigungen.“ Dass sich der FC Schalke 04 in dieser Altersklasse auch außerhalb der Region umschauen muss, hält er für unerlässlich. „Nur mit Jungs aus Gelsenkirchen geht es nicht“, sagt der frühere Stürmer. „Man braucht auch Quereinsteiger. Du hast auf diesem Niveau nur dann eine Chance, wenn du dual fährst.“

Ihm steht eine recht junge Mannschaft zur Verfügung. 13 Spieler gehören dem Alt- und 16 Spieler dem Jung-Jahrgang an. „Alles starke Charaktere mit viel Potenzial“, betont Norbert Elgert. „Wir haben einen interessanten Kader zusammen.“ Er hofft, mit seinen aktuellen Schützlingen besser abzuschneiden als in der vergangenen Spielzeit, die für den Knappen-Nachwuchs coronabedingt nach 20 von ursprünglich 26 angesetzten Spieltagen auf Rang sechs endete.

Malick Thiaw und Can Bozdogan haben den Sprung zu den Schalke-Profis geschafft

Tabellarischen Platzierungsdruck übt er nicht aus, aber er macht auch gleichzeitig deutlich: „Wir sind Wettkämpfer und wollen oben mitspielen. Das Ziel Nummer eins bleibt aber, die Jungs jeden Tag etwas besser zu machen und möglichst viele von ihnen an unseren Seniorenbereich heranzuführen, vorzugsweise an die Profi-Mannschaft.“

Zuletzt schafften Malick Thiaw und Can Bozdogan den Sprung nach ganz oben. Die Zeiten, in denen fast der halbe Schalker Profi-Kader aus Jungs des eigenen Nachwuchses bestand, sind noch gar nicht so lange her. „Dort möchten wir wieder hinkommen“, sagt Norbert Elgert – wohl wissend, dass der Weg dorthin weit ist und jede Menge Arbeit erfordert. An ihm wird es nicht scheitern. Der Meisterschmied der Knappenschmiede hat im zurückliegenden Vierteljahrhundert zahlreiche Talente auf das richtige Gleis gesetzt und will das auch weiterhin tun.

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