Schalke

Schalke muss unter dem Pokal-Gerangel leiden

Der DFB-Pokal: Schalke durfte am Wochenende noch nicht eingreifen – weil der Gegner aus dem Bayerischen Fußball-Verband noch nicht feststand.

Der DFB-Pokal: Schalke durfte am Wochenende noch nicht eingreifen – weil der Gegner aus dem Bayerischen Fußball-Verband noch nicht feststand.

Foto: firo Sportphoto/Ralf Ibing / firo Sportphoto

Die kurzfristige Absage des Pokalspiels gegen Schweinfurt hat Schalke 04 geärgert – aus guten Gründen. Ein Kommentar.

Viele Probleme hat sich Schalke in den vergangenen Monaten ganz sicher selbst geschaffen – dieses jedoch ist unverschuldet dazugekommen: Das spielfreie Pokalwochenende kam Trainer David Wagner so gelegen wie schlimme Zahnschmerzen im Urlaub. Anstatt in der Arena im DFB-Pokal gegen den Regionalligisten Schweinfurt 05 nach knapp drei Monaten Bundesligapause wieder in den Wettkampfmodus zu kommen, mussten die Schalker improvisieren. Ein Testspielgegner wäre nach der Pokal-Absage am Freitagabend so kurzfristig nicht mehr zu organisieren gewesen – also absolvierte man am Samstagvormittag ein internes Spiel in der Arena. Eine zielgerichtete Vorbereitung auf den Bundesligastart am Freitagabend beim Deutschen Meister Bayern München sieht anders aus.

Das vierte Spiel, das für Schalke in diesem Sommer abgesagt wurde

Für Schalke war es bereits das vierte Spiel, das in dieser Vorbereitung auf die Bundesligasaison kurzfristig abgesagt wurde: Zwei Testspiele fielen im Trainingslager aufgrund des Corona-Falls in der Mannschaft aus, ein drittes nach der Rückkehr zu Hause gegen Viktoria Köln wurde wegen Personalmangels gestrichen. Dabei wäre es für Schalke nach der Desaster-Rückrunde so wichtig gewesen, in diesem Sommer über Spielzeiten wieder in Form zu kommen. Auch durch Erfolgserlebnisse gegen unterklassige Mannschaften kann man sich Sicherheit holen. Nachdem beim letzten Test vor gut einer Woche gegen den VfL Bochum (3:0) die Formkurve wenigstens etwas nach oben ging, hätte ein erfolgreicher Auftritt im DFB-Pokal die Vorbereitung abrunden sollen – so war es geplant.

Die Frage hätte eher geklärt werden müssen

Die Schalker Enttäuschung über die Absage ist daher verständlich – und auch der Ärger, den Sportvorstand Jochen Schneider deutlich formulierte. Man hatte sich ohnehin wochenlang gewundert, dass der Bayerische Fußball-Verband (BFV) sich so viel Zeit ließ mit der Bekanntgabe des Schalker Gegners: Erst vor einer Woche wurde Schweinfurt offiziell nominiert – gemunkelt wurde es aber schon seit der Auslosung.

Bei allem Verständnis dafür, dass in diesen Corona-Zeiten improvisiert werden muss: Die Frage, ob Schweinfurt oder Türkgücü München im DFB-Pokal antreten darf, hätte man ohne großen Aufwand eher klären können – sogar mit reichlich Zeit, um noch einen eventuellen Widerspruch zu bearbeiten. Jetzt wurden die Gerichte erst auf den letzten Drücker eingeschaltet, und der DFB kann Schalkes Pokalspiel erst dann neu ansetzen, wenn die Sache juristisch geklärt ist. Die Schalker können nichts dafür, und sie sind doch ein Verlierer in dieser Sache, weil ihre Vorbereitung auf den Pokaltermin 13. September zugeschnitten war.

Der Bundesliga-Auftakt am Freitag in München wird für Schalke jetzt zum Kaltstart. Gut, auch die Bayern haben am Wochenende nicht im Pokal gekickt. Aber die Bayern kommen auch nicht aus einer Serie mit 16 sieglosen Bundesligaspielen. Sondern vom Gewinn der Champions League.

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