WAZ-Interview

Schalke: Leere Ränge sind für Blendi Idrizi kein Problem

Torschütze gegen den 1. FC Köln: Blendi Idrizi traf beim Schalker 3:0 am 21. Oktober zweimal.

Torschütze gegen den 1. FC Köln: Blendi Idrizi traf beim Schalker 3:0 am 21. Oktober zweimal.

Foto: Oliver Mengedoht

Gelsenkirchen.  Blendi Idrizi, der 22-jährige Wirbelwind der U 23 des FC Schalke 04, freut sich auf den Regionalliga-Hit gegen Rot-Weiss Essen. Ohne Zuschauer.

Schalke 04 gegen Rot-Weiss Essen – vor Jahrzehnten war dieses Spiel mal ein echter Zweitliga-Hit mit großer Rivalität auf den Rängen. Heute (15.30 Uhr/Parkstadion) trifft Schalkes U 23 in der Regionalliga West auf Aufstiegsfavorit RWE. Allerdings wegen der Corona-Bestimmungen ohne Publikum. Trotzdem ist die Motivation groß. Vor dem Hit sagt Schalkes Blendi Idrizi (22) im WAZ-Interview, wie die Königsblauen RWE knacken wollen.

Herr Idrizi, Schalkes U 23 hat seit drei Regionalliga-Spielen keinen Gegentreffer mehr kassiert. Wo liegt der Schlüssel für diese Stabilität?

Blendi Idrizi Der Schlüssel liegt darin, dass wir als Mannschaft insgesamt sehr diszipliniert spielen. Dazu muss man aber auch sagen, dass die Jungs in der Abwehr Spiel für Spiel eine klasse Arbeit leisten.

Trainer Torsten Fröhling hat kürzlich Ihre enormen Laufwege gelobt und sich darüber gefreut, dass Sie sich beim 3:0 gegen die Reserve des 1. FC Köln mit zwei Toren belohnt haben. Wie zufrieden sind Sie bisher mit der Saison?

Es freut mich natürlich sehr, Lob vom Trainer zu bekommen. Ich habe in den vergangenen Spielen wirk­lich viel investiert, und umso glücklicher bin ich, dass ich mich gegen Köln dafür belohnen konnte. Bisher bin ich zufrieden mit der Saison. Aber natürlich will man als Fußballer immer noch eine Schippe drauflegen, auch wenn es gerade gut läuft.

Blendi Idrizi: „Definitiv muss ich vorm Tor noch effektiver werden“

In welchen Bereichen sehen Sie bei sich Verbesserungspotenzial?

Definitiv muss ich vorm Tor noch effektiver werden und weiterhin daran arbeiten, im letzten Drittel die richtigen Entscheidungen zu treffen.

In der Regionalliga West sind Sie gegen RWE noch ungeschlagen: Mit Ex-Klub Aachen gab es einen 1:0- und einen 2:0-Sieg. Hält die Serie am Samstag?

Das stimmt, gegen Essen habe ich bislang nur gute Erfahrungen sammeln können. Ich hoffe sehr, dass sich diese Serie am Wochenende fortführen wird.

RWE zählt mit Spielern wie Davari, Engelmann, Grund oder Grote, die allesamt über 30 Jahre alt sind und zum Teil sogar Bundesliga-Erfahrung besitzen, zu den abgezockten Mannschaften in der Regionalliga. Wo sehen Sie Ihre Chance, den Essenern auch mit einer sehr jungen Mannschaft das Leben schwer zu machen?

Wir wissen natürlich, dass am Wochenende ein sehr starker Gegner zu uns kommen wird, der um den Aufstieg spielt. Nichtsdestotrotz werden wir alles geben, um als Gewinner vom Platz zu gehen. In der Vergangenheit gab es Spiele, in denen wir uns viel erarbeitet, aber am Ende nicht die Tore gemacht haben. Das wurde dann auch bestraft. Deswegen müssen wir die wenigen Chancen, die wir gegen Essen bekommen werden, direkt nutzen, um erfolgreich zu sein.

Wie traurig sind Sie darüber, dass dieses Derby wegen der Corona-Beschränkungen nicht vor voll besetzten Rängen stattfinden kann?

Es ist natürlich sehr schade, dass wir das Spiel ohne Zuschauer austragen werden. Aber das ist nun mal die Situation, in der wir uns aktuell alle befinden. Das müssen wir so annehmen.

Blendi Idrizi: „Für den Kosovo zu spielen, war ein sehr schönes Gefühl“

Wie wirken sich sehr spärlich besetzte Ränge, auf denen nur ein paar Pressevertreter und Vereinsmitarbeiter sitzen, gerade in solchen Highlight-Spielen auf die eigene Motivation aus?

Ich kann nur für unsere Mannschaft sprechen, und ich denke, dass das für uns nie ein Problem war und sein wird. Wir haben oft genug gezeigt, dass wir auf dem Platz voll da und absolut motiviert sind.

Sie haben im Herbst 2019 ein U 21-EM-Qualifikationsspiel für den Kosovo in Albanien absolviert. Was war das für ein Gefühl, für sein Land aufzulaufen, und warum ist es bei dieser einen Nominierung geblieben?

Für den Kosovo zu spielen, war ein sehr schönes Gefühl. Meine ganze Familie, die im Kosovo lebt, kam zu dem Spiel. Warum es aber bei der einen Nominierung geblieben ist, weiß ich nicht.

Wie wichtig ist die aktuelle Regionalliga-Saison für Sie persönlich, um dem großen Traum Profi-Fußball eventuell ein Stück näherzukommen?

Für mich ist diese Saison schon extrem wichtig. Ich möchte weiter an mir arbeiten und mich am Ende mit guten Leistungen – im Optimalfall – für höhere Spielklassen bewerben.

Haben Sie ein Vorbild oder einen Profi, das oder den Sie von seiner Art und Spielweise her besonders mögen?

Ein richtiges Vorbild habe ich nicht, aber mir gefällt die Spielweise von Philippe Coutinho schon sehr.

Welche Überschrift würden Sie gerne am Saisonende über Blendi Idrizi lesen?

Das ist schwierig zu sagen. Ich hoffe einfach, dass ich die Saison verletzungsfrei überstehe und meinem Team mit weiteren Treffern und Vorlagen helfen kann.

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