2. Basketball-Bundesliga

Schalke fährt zum Treffen der Punktlosen ins Schwabenland

Adam Touray (rechts) ist einer der drei Schalker Riesen, die die Kirchheim Knights besonders fürchten.

Adam Touray (rechts) ist einer der drei Schalker Riesen, die die Kirchheim Knights besonders fürchten.

Foto: Frank Oppitz

Gelsenkirchen.  Die Partie bei den Kirchheim Knights müssen die Schalker Basketballer ohne ihren Trainer Raphael Wilder bestreiten.

Vor der Abfahrt zum Spiel der 2. Bundesliga Pro A bei den Kirchheim Knights, das am Mittwochabend um 20 Uhr in der Sporthalle Stadtmitte an der Jahnstraße beginnen wird, hat Raphael Wilder seine Basketballer vorerst ein letztes Mal live gesehen – und zwar beim 8-Uhr-Training am Dienstagmorgen. Die Fahrt ins Schwabenland hat der Trainer des FC Schalke 04 nicht angetreten. „Es ist Jom Kippur, der höchste jüdische Feiertag“, sagt der 66-Jährige. „Da treibe ich keinen Sport. Ich bin nicht fromm, aber dieser ist der einzige Tag im Jahr, an dem ich auch in die Synagoge gehe.“

Der Versöhnungstag ist mit totaler Ruhe verbunden – und Fasten. Und wenn dieser am Mittwochabend nach 25 Stunden enden wird, hofft Raphael Wilder auf eine positive Nachricht aus Kirchheim unter Teck. „Wir haben den Gegner sehr gut analysiert, kennen dessen Stärken und Schwächen und sind gut vorbereitet“, sagt Schalkes Headcoach, dessen Co-Trainer Alexander Osipovitch weiterhin auf Top-Scorer Shavar Newkirk verzichten muss. Der Point Guard befindet sich nach seiner Knieverletzung aber auf einem guten Weg und hat am Montag erstmals wieder ein leichtes Lauftraining absolviert. Physiotherapeut Holger Just, sagt Raphael Wilder, sei mit dem Heilungsverlauf bei dem 23-Jährigen jedenfalls zufrieden.

Schalker Training am Mittwoch bei Ratiopharm Ulm

Dass die Kirchheimer Ritter nach drei Partien punktlos sind, wundert Raphael Wilder ein bisschen. „Die haben eine unfassbar gute Vorbereitung gespielt“, sagt er. „Und ich dachte auch, die seien sehr, sehr gut. In ihren ersten Spielen waren sie aber definitiv nicht gut.“ Was bei den Schalker Basketballern, obwohl diese nach zwei Partien ebenfalls noch punktlos sind, anders war. „Wir haben in Tübingen drei Viertel lang sehr, sehr gut gespielt“, sagt er und hofft, dass seine Mannschaft „den Turnaround schafft und hoffentlich mit einem Sieg nach Hause kommt“.

Den letzten kleinen Feinschliff werden sich die Schalker am Mittwoch holen, und Abteilungsleiter Tobias Steinert ist dem BBL-Klub Ratiopharm Ulm sehr dankbar, dass Alexander Osipovitch und Patrick Carney dort ab 11 Uhr mit dem Team trainieren dürfen. „Rund um Kirchheim war alles voll“, sagt der 32-Jährige. So müssen die königsblauen Basketballer ihr Quartier in Baden-Württemberg 80 Kilometer vom Spielort entfernt aufschlagen.

Die Kirchheim Knights fürchten Schalkes Riesen

Nach ihrer Anfahrt werden die Schalker dann auf eine Mannschaft treffen, die Frust schiebt und mindestens genauso sehr vom Turnaround träumt. „Wir können nach den bisher gezeigten Leistungen eigentlich keine Unterstützung erwarten“, sagt Chris Schmidt, der Geschäftsführer der Ritter. „Wir haben uns diese bislang schlichtweg nicht verdient. Aber natürlich hoffen wir trotzdem auf Support von unseren Fans.“ Etwas knapper formuliert es Mauro Parra. „Es gibt nicht viel zu sagen: Wir sind in der Bringschuld“, sagt Kirchheims Headcoach.

Und die Knights machen auch kein Geheimnis daraus, dass sie sich vor allem vor Schalkes Riesen fürchten, also vor Johannes Joos, Björn Rohwer und Adam Touray – erst recht, weil sie zuletzt ein enormes Rebound-Problem hatten. „Gegen die drei großen Spieler werden wir um jeden Zentimeter kämpfen müssen“, sagt Geschäftsführer Chris Schmidt. „Das beginnt schon vor dem Wurf beim Positionskampf. Das wird für unsere Jungs eine große Herausforderung.“

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