Handball

Schalke: Vom Hauptverein programmierter Sturz der Handballer

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Trainer Daniel van den Boom hatte sich sein Engagement bei den Handballern des FC Schalke 04 ganz sicher anders vorgestellt.

Trainer Daniel van den Boom hatte sich sein Engagement bei den Handballern des FC Schalke 04 ganz sicher anders vorgestellt.

Foto: Oliver Mengedoht

Schalke.  Seit dem 3. Oktober haben Schalkes Handballer nicht mehr gespielt. Sie sind aber einer Dauer-Thema. Ein Blick auf die vergangenen sieben Monate.

Es ist der 3. Oktober 2020 in der Schürenkamp-Halle, als die Handballer des FC Schalke 04 mit einem 26:23 (16:11)-Sieg über den HTV Hemer in die Saison 2020/21 starten. Diese Partie, in der Torwart Fabian Sinkovec großartig hält und den Erfolg garantiert, ist das bislang letzte Spiel der königsblauen Handballer – nicht nur in der Oberliga, sondern überhaupt.

Ohne Verlustpunkt steigen sie nun in dieser Corona-Saison freiwillig ab, nachdem ihnen der mit 217 Millionen Euro verschuldete Hauptverein den Geldhahn zugedreht hat, weil er wegen seiner Misswirtschaft wie schon vor einem Jahr beim Aus der Schalker Profi-Basketballer seine Liebe zum günstigen beziehungsweise kostenlosen Breitensport entdeckt hat.

Sieben Monate nach ihrem 26:23 über Hemer stehen die Handballer des FC Schalke 04 vor einem Dilemma, sie befinden sich in der Zwickmühle, nicht genau zu wissen, was sie tun sollen. Unschuldig an ihrer Situation, genötigt vom Hauptverein.

Das Team um den neuen Handball-Abteilungsleiter Daniel Nienhaus hat sich inzwischen dazu entschieden, sowohl die erste als auch die zweite Mannschaft freiwillig absteigen zu lassen und für die Verbandsliga beziehungsweise die Bezirksliga zu melden.

Etappen der Schalke-Handballer zwischen dem 26:23 über Hemer und dem Jahresende:

Ob dieser mutige Weg der richtige sein wird, lässt sich jetzt noch nicht abschätzen. Allerdings ist die vermeintlich gar nicht so schlechte Ausgangslage der vergangenen Woche gar nicht mehr so gut, nachdem nun Fin Sauerland seinen Wechsel zum Verbandsligisten HC Westfalia Herne bekanntgegeben hat – also ein 23-jähriger wurfgewaltiger Rückraum-Mann, der für den Neuaufbau der ersten Schalker Mannschaft enorm wichtig gewesen wäre.

Stationen der Schalke-Handballer im Jahr 2021:

Eigentlich wollte er ja auch bleiben. „Ja“, sagt der 23-jährige Wanne-Eickeler, der sich aktuell noch von einer Knie-Operation erholt, im Gespräch mit der WAZ.

„Ich hatte das aber an die Bedingung geknüpft, dass wir größtenteils zusammenbleiben, und auch versucht, die anderen jungen Spieler zu überreden. Aber nachdem jetzt so viele abgesprungen sind, habe ich gesehen, dass das für mich keinen Sinn mehr ergibt.“

Wird Handball beim FC Schalke 04 in Zukunft sinnlos?

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