Fußball-Kreisliga

Rainer Sowa: „Die Enttäuschung wäre sehr groß“

Trainer Rainer Sowa und die Spvgg Erle 19 haben bisher alle 14 Saisonspiele in der Fußball-Kreisliga A1 gewonnen. Saisonübergreifend sind es schon 29 Siege am Stück – eine sagenhafte Serie.

Trainer Rainer Sowa und die Spvgg Erle 19 haben bisher alle 14 Saisonspiele in der Fußball-Kreisliga A1 gewonnen. Saisonübergreifend sind es schon 29 Siege am Stück – eine sagenhafte Serie.

Foto: Felix Hoffmann

Erle.  Die Spvgg Erle 19 eilt von Sieg zu Sieg. Alles andere als Meisterschaft und Aufstieg zählen nicht für das Team und Trainer Rainer Sowa.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Am Montag jährte sich der Tag, an dem die Spvgg Erle 19 zum bislang letzten Mal nicht als Sieger nach einer Partie in der Staffel 1 der Fußball-Kreisliga A vom Platz gegangen ist. Nach der 1:3-Niederlage beim späteren Aufsteiger VfB Kirchhellen am 18. November 2018 starteten die Lila-Weißen eine eindrucksvolle Serie. Sie gewannen die letzten 14 Spiele der Saison 2018/19 und die bisherigen 15 der Saison 2019/20. Die WAZ unterhielt sich mit dem Erler Trainer Rainer Sowa.

Herr Sowa, haben Sie mit der Mannschaft am Montag auf das Einjährige angestoßen?

Rainer Sowa Nein, haben wir nicht. So schön die Serie auch ist, aber es gibt nichts zu feiern. Wir haben noch nichts erreicht.

Aber Sie werden doch bestimmt stolz sein auf die Siegesserie?

Das kann man auch sein, denn das schafft sicherlich nicht jeder. Saisonübergreifend 29 Siege am Stück – das ist schon eine klasse Leistung der Mannschaft.

Zuletzt haben Sie gesagt, es wird immer schwieriger, diese Serie fortzuführen.

Ja, das stimmt. Wir stehen unter Druck, unsere Gegner widmen uns und der Siegesserie immer größer werdende Aufmerksamkeit. Jeder will der erste sein, der gegen uns einen Punkt oder sogar alle drei holt.

Wann haben Sie am heftigsten um die Siegesserie gebangt?

Das war am vorletzten Sonntag bei unserem 1:0 bei SSV Buer II. Die Zeit rannte davon, die Bueraner haben bravourös verteidigt. Erst sechs Minuten vor Schluss erzielte Christopher Rausch das einzige Tor des Tages. Wir hatten an dem Tag das Glück, das man halt hat, wenn man in der Tabelle oben steht. Auch wir können nicht jeden Tag eine Top-Leistung bringen.

Unter den 29 Siegen in Folge waren auch einige recht deutliche, zum Beispiel das 13:0 gegen BV Rentfort II. Wie ist so ein Ergebnis zu erklären?

Wenn unsere Mannschaft erst einmal ins Laufen kommt, dann kann so ein Resultat mal zustande kommen. Ich werde sie dann nicht aufhalten.

Sind solche Ergebnisse nicht ein Plädoyer für eine eingleisige Kreisliga A?

Die Kreisliga A wäre dann sicherlich interessanter, das Niveau wäre höher und der Meister hätte die Gewissheit, direkt aufsteigen zu dürfen. Aber ich bin froh, in dieser Angelegenheit nicht entscheiden zu müssen. Sollte die eingleisige Kreisliga A eingeführt werden, müssten aus jeder Staffel acht Mannschaften runter in die Kreisliga B. Und welcher Verein möchte das schon?

Dass Sie im März im Kreispokal-Viertelfinale beim damals noch in der Westfalenliga spielenden SV Horst 08 mit 2:10 unter die Räder gekommen sind, passt irgendwie nicht ins Bild, das die Mannschaft in den zurückliegenden zwölf Monaten abgegeben hat.

Für uns zählt nur die Meisterschaft. In Horst wurden wir damals kalt erwischt. Bereits nach fünf Minuten lagen wir mit 0:3 zurück, und in der zweiten Halbzeit ist dann alles durcheinandergeraten. Eine bittere Niederlage, aber auch ein paar Tore zu hoch.

Warum haben Sie in der vergangenen Saison trotz der Siegesserie in der Rückrunde den Meistertitel verpasst?

Wir haben den Titel zu Beginn der Saison verspielt. Nachdem uns die Zugänge Alexander Buda sowie Mike und David Rogowski bereits nach dem zweiten Spieltag nach Unstimmigkeiten wieder verlassen hatten, herrschte Unruhe innerhalb der Mannschaft. Nach der 1:3-Niederlage in Kirchhellen lagen wir bereits zehn Punkte hinter der Tabellenspitze. Am Ende der Saison war es nur noch einer.

Das Einjährige ist vollbracht. Was haben Sie sich jetzt noch vorgenommen?

Wir wollen auch noch die beiden letzten Spiele vor der Winterpause gewinnen, dann hätten wir im Kalenderjahr 2019 ausschließlich Siege in der Meisterschaft errungen. Aber ich habe auch kein Problem damit, mal wieder zu verlieren, wenn die Mannschaft alles gegeben und sich nach dem Spiel nichts vorzuwerfen hat. Unser ganz großes Ziel ist natürlich der Aufstieg in die Bezirksliga.

Wer oder was kann die Mannschaft noch aufhalten?

Wir sind noch lange nicht durch, es sind ja nur sechs Punkte Vorsprung, die wir an der Spitze haben. Beckhausen 05 und F.S.M. Gladbeck sind sicherlich die stärksten Kontrahenten. Gut für uns, dass wir diese beiden Mannschaften in der Rückrunde bei uns zu Gast haben werden. Das werden wohl die entscheidenden Spiele um den Titel in der Staffel 1 sein.

Selbst weitere 15 Siege am Stück, und damit saisonübergreifend 44, würden nicht den Aufstieg garantieren.

Das ist richtig. Denn danach würden das Entscheidungsspiel gegen den Meister der Staffel 2 und vielleicht noch weitere Entscheidungsspiele gegen einen Vertreter des Fußballkreises Hagen folgen. Sollten wir in dieser Saison nicht den Aufstieg schaffen, wäre unsere Enttäuschung sicherlich sehr groß.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben