FUSSBALL

Nicht jedes Wohnzimmer ist eine Wohlfühloase

Gestrecktes Bein: Paderborns Philimon Tawiah (l.) versucht Schalkes Marcel Langer mit allen Mitteln am Durchkommen zu hindern.

Gestrecktes Bein: Paderborns Philimon Tawiah (l.) versucht Schalkes Marcel Langer mit allen Mitteln am Durchkommen zu hindern.

Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen.   Die Schalker U23 kommt gegen den SC Paderborn II nicht über ein 1:1 hinaus. Zum dritten Mal verpasst das Fröhling-Team einen Oberliga-Heimsieg.

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In den eigenen vier Wänden und besonders im eigenen Wohnzimmer fühlt man sich doch bekanntlich immer am wohlsten. Zumindest solange es nicht um die U23 des FC Schalke 04 geht. Die kickt in der Fußball-Oberliga nämlich lieber auf fremdem Geläuf, hat dort alle neun Spiele gewonnen. Am Sonntag stand nun jedoch wieder ein Heimspiel an, die U21 des SC Paderborn stellte sich vor. Und siehe da, es rumorte wieder. Das 1:1 war bereits die dritte sieglose Partie vor eigenem Publikum. Eine seltsame Statistik für den souveränen Spitzenreiter.

Eine logische Erklärung fand Trainer Torsten Fröhling allerdings auch nicht. „Vielleicht bekommt uns die andere Atmosphäre in der Fremde sonntags besser, weil wir ja in der Woche immer hier trainieren“, mutmaßte er. „Aber es ist nun mal so, dass hier keine Mannschaft etwas zu verlieren hat. Ein Unentschieden ist da ein Erfolg.“

Doch dieses Remis trotzten die Paderborner dem Favoriten keineswegs nur durch Mauern ab. Die Gäste aus Ostwestfalen spielten mit zwei Saisonsiegen nacheinander im Rücken von Beginn an gut mit. Die Schalker stellten sie in einer nervösen Anfangsphase durch viele lange und oft mit falschem Empfänger versehene Pässe aber auch nicht vor unlösbare Probleme. „Uns war klar, dass wir gegen eine Nachwuchsmannschaft spielen, die Gas gibt und durch Überzahlsituationen früh pressen will. Wir hatten heute zu wenige Läufe in die Tiefe, um das auszunutzen“, monierte auch Fröhling.

Um genau zu sein, sah Fröhling in Hälfte eins genau einen erfolgreichen Lauf in die Tiefe, an dessen Ende Nassim Boujellab jedoch am artistisch aus seinem Tor stürzenden Paderborner Keeper Milos Mandic scheiterte (33.).

Umso größer war die Überraschung, als kurz nach Wiederanpfiff plötzlich die Tormusik ertönte. Wieder war es Boujellab, der in der 51. Minute aus 20 Metern Entfernung maßnahm und den Ball über den etwas zu weit vor dem Kasten stehenden Mandic ins Netz setzte.

Postwendender Ausgleich

Noch plötzlicher folgte jedoch die Antwort der Paderborner. Ein langer Ball nach Wiederanstoß reichte, um Philippos Selkos freizuspielen, der per Volleyschuss zum 1:1 vollstreckte (52.). Schalkes Verteidiger George Timotheou entschied sich hierbei gegen ein konsequentes Eingreifen und wählte lieber die Rolle des Zuschauers. „Der schnelle Ausgleich war das Problem“, ärgerte sich Fröling. „Wenn das 1:1 nicht so schnell gefallen wäre, hätten wir noch auf das zweite Tor spielen können. Es kann nicht sein, dass nach dem 1:0 jemand ein Eins-gegen-Eins spielt. Das geht von der ganzen Mannschaft nicht“, ergänzte er.

So plötzlich, wie das Spiel die Lethargie abgeschüttelt hatte, verfiel es jedoch auch wieder in eben jene. Aufregung lieferte einzig ein vermeintliches Foul im Strafraum an Paderborns Torschützen Selkos, woraufhin der SCP vehement einen Strafstoß forderte, aber ohne Erfolg (63.). Auf Seiten der Gastgeber war erneut der starke Boujellab nah am Führungstreffer, doch sein Kopfball war zu hoch angesetzt (75.).

Letztlich musste Fröhling das erste Unentschieden in dieser Saison akzeptieren. „Obwohl es über weite Strecken sehr hektisch aussah, denke ich, dass wir das Spiel zum Ende hin besser kontrolliert haben. Wir hatten auch mehr klare Chancen, aber Paderborn hat leidenschaftlich dagegengehalten“, sagte er.

Glück bei später Konterchance

Mit Blick auf die Schlussphase, in der die Paderborner noch einmal bei einem Konter mit zwei Angreifern auf Verteidiger Finn Heiserholt zuliefen, aber an dessen perfekt anvisierten Grätsche scheiterten (90.), musste Fröhling sogar von einer „nicht unverdienten“ Punkteteilung sprechen. „Ich sehe diese Situation aber dennoch positiv, denn die Jungs wollten unbedingt noch das Siegtor machen. Trotzdem muss man da natürlich für die richtige Absicherung sorgen.“ So behielten die Schalker zumindest einen Punkt in ihrem Wohnzimmer.

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