Cheerleading

Neue Herausforderung für die Gold Flames Gelsenkirchen

Heizt ihren Mannschaften richtig ein, wenn es sein muss: Lisa Taruttis ist zusammen mit Janine Nowak eine von zwei Trainerinnen der Gold Flames Gelsenkirchen. Die Cheerleader wollen bei den anstehenden Landesmeisterschaften ihr Können im neuen Verband unter Beweis stellen.

Heizt ihren Mannschaften richtig ein, wenn es sein muss: Lisa Taruttis ist zusammen mit Janine Nowak eine von zwei Trainerinnen der Gold Flames Gelsenkirchen. Die Cheerleader wollen bei den anstehenden Landesmeisterschaften ihr Können im neuen Verband unter Beweis stellen.

Foto: Heinrich Jung

Ückendorf.   Sie treten erstmals im größeren Verband CCVD an. Landesmeisterschaften sind die erste Feuerprobe für die Teams von Lisa Taruttis und Janine Nowak

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

„One, two, three, four“, zählt Lisa Taruttis ein. „Five, seven“, ergänzt der Rest des Teams und schon wird eine Sportlerin auf die Schultern einer anderen gehievt. Jetzt wird nur noch alle zwei Schläge im Takt gezählt. „One, three, five, seven.“ Dann steht die Sportlerin im schwarzen Trainingsoutfit auf den Händen dreier Mitstreiterinnen. Fast mühelos wirkt das. Dann lässt sie ich rückwärts fallen und wird gekonnt von den Athletinnen an der sogenannten Base aufgefangen. Was hier so leicht aussieht, ist in Wahrheit harte Arbeit bei den Cheerleaderinnen der Gold Flames Gelsenkirchen. Von wegen Popo wackeln, Püschel schwenken. Hier trainieren Sportlerinnen! Und die sind hart im Nehmen.

Lisa Taruttis ist eine der beiden Trainerinnen der Gold Flames. Bei diesem Training hat sie das Kommando, weil Janine Nowak, die andere Übungsleiterin, mit anpacken muss. „Einige Mädels fehlen heute. Klassenfahrten, kleinere Verletzungen. Darum muss ich immer mal wieder einspringen“, erklärt sie und wischt sich den Schweiß von der Stirn.

Und schon muss sie los, denn die Musik wummert wieder aus der großen Box in der Turnhalle an der Gesamtschule Ückendorf. „One, three, five, seven.“ Gezählt werden Schläge eines Vier-Viertel-Taktes, damit die Bewegungen später auch synchron und passend zur Musik sind.

Wieder fliegen Cheerleader durch die Luft. Landen meistens sanft, manchmal aber auch nicht. Ein kleiner Abstimmungsfehler und schon trifft der Ellenbogen oder eine Fußspitze das Gesicht der Teamkollegin. Unbeabsichtigt natürlich. „Sowas kann immer mal passieren. Cheerleading gehört zu den gefährlichsten Sportarten“, sagt Janine Nowak. Blaue Flecken, Stauchung, Prellung? „Gehören eben dazu.“ Wirklich schwere Verletzungen gab es aber noch nicht. Der Schutz der Sportlerinnen steht auch im Training immer im Vordergrund.

Gold Flames Gelsenkirchen bei Cheerleading-Meisterschaft

Diese Cheerleader haben den Dreh raus – das wollen die Gold Flames Gelsenkirchen bei den Meisterschaften beweisen und üben, was das Zeug hält.
Gold Flames Gelsenkirchen bei Cheerleading-Meisterschaft

Die 27-jährige Lisa Taruttis bespricht mit ihrem Team, was im letzten Durchlauf alles nach Plan lief; und was eben noch nicht.

Die Proben für das nächste große Event laufen nämlich auf Hochtouren. Am Sonntag, 10. März, stehen die Cheerleading-Landesmeisterschaften in Bonn auf dem Programm. Eigentlich keine allzu große Sache für den erfolgsverwöhnten Klub aus Gelsenkirchen, schließlich haben die Sportlerinnen der Gold Flames in den vergangenen Jahren schon etliche Siege bei Landesmeisterschaften, nationale und internationale Titel abgeräumt. Sind sogar amtierender Europameister. Der Klub mit inzwischen rund 190 Mitgliedern hat gleich sieben Mannschaften in den eigenen Reihen.

Erster Start im neuen Verband

In diesem Jahr ist aber einiges anders. „Wir haben mit zwei unserer Mannschaften den Verband gewechselt. Mit einem Junioren-Team und den Seniors starten wir jetzt nicht mehr im CVD, sondern im CCVD. Das ist der deutlich größere Verband, in dem auch die besseren Mannschaften an den Start gehen“, erklärt Taruttis. Und der Verband verlangt den Athletinnen auch mehr ab. „Statt der 2.30-Minuten-Choreographie, müssen wir jetzt fast vier Minuten performen.“ Denn zusätzlich zu den 2.30 Minuten wird vorher noch ein „Cheer“, also eine Anfeuerungsruf, gefordert.

Einfach wird der erste Auftritt im neuen Verband für die Gold Flames sicher nicht und darum spielen der ein oder anderen Sportlerin auch beim Training schon die Nerven einen Streich. Konzentrationsfehler schleichen sich ein. Also baut sich Taruttis vor ihrem Team auf: „Habt Spaß! Das ist doch das Wichtigste! Darum sind wir hier! Und denkt daran, wir haben in Bonn nichts zu verlieren. Wir gehen da zum ersten Mal an den Start. Keiner erwartet, dass wir da gewinnen. Also bleibt locker!“

„One, three, five, seven.“ Bässe wummern, Beine fliegen, Arme wirbeln. Salto, Flickflack, Schraube. Menschliche Pyramiden werden rasch auf- und noch rasanter wieder abgebaut. Auf der hellblauen Trainingsfläche weiß jede der 24 Sportlerinnen genau, was zu tun ist. Das Auge des Betrachters allerdings weiß gar nicht, wohin es zuerst gucken soll. Ein Sturz, ein Raunen. Aber nichts Wildes ist passiert. Trainerin Janine Nowak hat einen Fuß abbekommen. Zweimal durchatmen, weiter geht’s. Cheerleading ist Popo wackeln, Püschel schwenken? Von wegen!

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben