Inline-Speedskating

Linus ist acht Jahre alt und mischt bereits die Szene auf

Und los geht’s: Der achtjährige Linus Oscar Sotke macht sich bereit fürs Training.

Und los geht’s: Der achtjährige Linus Oscar Sotke macht sich bereit fürs Training.

Foto: Thomas Gödde

Gelsenkirchen  Linus Oscar Sotke ist ein großes Nachwuchstalent der Inline-Speedskater. Mit acht Jahren hat er schon jede Menge Rennen gewonnen.

. Es ist Vormittag, rund 20 Kinder sausen auf Inline-Skates durch die Sporthalle der Gesamtschule Berger Feld. Einer davon ist Linus Oskar Sotke, das große Nachwuchstalent. Mit den anderen durchfährt er einen aus Hütchen und Matten abgesteckten Parcours. Der Achtjährige vom Post SV Buer mischt bereits die Inline-Szene seiner Altersklasse auf.

Erwachsene Sportler stehen daneben. Einige schauen zu, andere schnüren ihre Skates und bereiten sich auf das anschließende Training vor. Sie alle sind Inline-Speed-Skater des Klubs. Speed-Skater messen sich bei Wettkämpfen in der Halle oder auf der Straße. Es gibt verschiedenen Distanzen – angefangen bei 100 Metern bis zum doppelten Marathon.

„Am besten kann man Inline-Speed- Skating mit dem Eisschnelllaufen vergleichen“, sagt Marc Bauer-Sotke. Der Gelsenkirchener ist Vielstarter auf Skates. Er ist nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland unterwegs. „Ein guter Speed-Skater braucht Ausdauer und Technik“ sagt Bauer-Sotke. Sein großer Wunsch ist, dass diese rasante Sportart bald auch bei Olympia ausgetragen wird. Speed-Skating sei in Südkorea und auch in Kolumbien populär. Obwohl deutsche Starter auch international erfolgreich sind, ist die Sportart hierzulande kaum bekannt.

„Meine Mitschüler kennen Inline-Speed-Skating nicht“, sagt Linus Oskar Sotke. Der Achtjährige räumt zurzeit die Speed-Skating Szene in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen auf. Als Fahrer des jüngeren Jahrgangs hat er schon zahlreiche Rennen in den beiden Bundesländern gewonnen. Sowohl bei der NRW-Rennserie „YSC“ als auch beim Niedersächsischen Kids Cup fuhr er auf den dritten Platz. Die Rennen umfassen drei Vergleiche: Die Inline-Skater müssen einen Koordinationsparcours meistern, dann geht es in den Sprint. Beim Massenstart ist dann Ausdauer gefragt.

Mit vier Jahren das erste Rennen

Der Erfolg von Linus Oskar Sotke kommt nicht von ungefähr. „Linus hat schon erste Versuche auf Inline-Skates gemacht, als er gerade mal zweieinhalb Jahre alt war. An einem ersten Rennen hat er dann als Vierjähriger in Hattingen teilgenommen. „Damals ist seine große Schwester noch zur Sicherheit nebenher gefahren“, sagt Linus Mutter Michaela Sotke, während ihr Sohn Runde um Runde dreht. Als er kurz anhält, um etwas zu trinken, sagt er: „Ich arbeite darauf hin, mal einen Halbmarathon zu fahren“, sagt Linus. Das bedeutet über 21 Kilometer auf Rollen.

Der Nachwuchs-Speed-Skater trainiert mindestens zwei Mal in der Woche auf seinen Skates. Vier Mal pro Woche schwimmt Linus außerdem bei der DJK SV Neptun und der SG Gelsenkirchen.

Der Nachwuchs-Speed-Skater ist schon in den NRW-Nachwuchskader berufen worden, ab und zu darf er auch schon bei den Erwachsenen Trainingsluft schnuppern. „Das Training der älteren Skater ist viel technischer“, erklärt Marc Bauer-Sotke, der Vater von Linus.

Das Erwachsenen-Speed-Team bereitet sich vor allem auf zwei Highlights im Jahr vor: den Berlin Marathon und das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. „Beim Berlin Marathon trifft sich die Speed-Skating-Szene zum Einzelvergleich, Le Mans ist ein absolutes Teamrennen“, sagt Karl-Heinz Jerzynka, Abteilungsleiter beim Post SV.

Beim 24-Stunden-Rennen spult ein Sportler eine vier Kilometer lange Runde ab, bevor er den Staffelstab an seinen Teamkollegen weitergibt. Zwischendurch essen und schlafen die Speed-Skater. „Das kann schon hart sein. Man wird morgens geweckt, weiß nicht, wo oben und unten ist und muss sofort auf die Strecke.“ sagt Jerzynka.

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