Interview

Leona Michalskis Ziel lautet: Olympia 2024

Glücklich über Bronzemedaille im Team-Event: Leona Michalski schaffte es mit der deutschen Nationalmannschaft bis ins Halbfinale

Glücklich über Bronzemedaille im Team-Event: Leona Michalski schaffte es mit der deutschen Nationalmannschaft bis ins Halbfinale

Foto: Danny Schwarz

Gelsenkirchen.   Leona Michalski gehört im Badminton zu den besten Nachwuchsspielerinnen Europas. In Tallinn stellt sie ihr Können unter Beweis.

Derzeit laufen in der estnischen Hauptstadt Tallinn die U19-Europameisterschaften im Badminton. Mit dabei ist auch die Gelsenkirchener Nachwuchsspielerin Leona Michalski. Wir haben mit der 16-Jährigen über ihre Lieblingsdisziplin, ihre Vorbilder und Ziele gesprochen.

Sie treten im Individualturnier in zwei Disziplinen an: Doppel und Mixed. Welche ist Ihre Lieblingsdisziplin?

Leona Michalski: Bei der EM spiele ich in der Tat nur Doppel und Mixed. Das liegt aber daran, dass wir bei solchen internationalen Turnieren immer nur in zwei Disziplinen gemeldet werden, um die Belastung nicht zu groß werden zu lassen. Sonst spiele ich auch manchmal noch Einzel. Im Vergleich aller drei Disziplinen sind Doppel und Mixed schon meine Lieblingsdisziplinen. Beide machen mir sehr viel Spaß, weil sie doch sehr unterschiedlich in der Spielführung sind.

Was sind Ihre Ziele für die EM?

Im Individualturnier geht es für uns in den Spielen gegen die zum Teil zwei Jahre älteren Gegner erstmal darum, international Erfahrungen zu sammeln. Unser Ziel ist es, in jedem Spiel unser bestes Badminton zu spielen. Wenn es dann zu dem einen oder anderen Sieg kommt, wäre das ein großer Erfolg.

Was macht für Sie die Faszination von Badminton aus?

Badminton ist ein Sport, der extrem dynamisch ist und eine sehr gute Kondition und Fitness erfordert. Weil kein Spiel dem anderen gleicht, ist es außerdem sehr abwechslungsreich und anspruchsvoll. Schließlich muss man sich ständig – selbst in einem Spiel – auf verschiedene Spielarten der Gegner einstellen. Die Taktik spielt natürlich auch eine extrem große Rolle. Und nur, wenn man technisch dann in der Lage ist die verschiedenen Situationen zu meistern, kann man das Spiel bestimmen.

Haben Sie ein Vorbild?

International und auch national gibt es viele Spieler, die nicht nur sportlich sondern auch von ihrem Verhalten außerhalb des Platzes her Vorbilder sind. Die Bekanntesten sind da sicher die Spanierin Carolina Marin, im Mixed Chris und Gabby Adcock, im Doppel die Däninnen Peddersen/Juhl und die mehrfache Olympiasiegerin im Mixed Lillyana Natsir.

Apropos Olympia: Sind die Olympischen Spiele ein Fernziel von Ihnen?

Natürlich möchte ich gerne an Olympischen Spielen teilnehmen. Es ist so ein besonderes Event, das immer auch einen sehr speziellen Rahmen hat und eben auch nur alle vier Jahre stattfindet. Ich glaube, es ist der Traum jedes Athleten, dort mal dabei sein zu können.

Wie groß schätzen Sie ihre Chancen ein, schon in Tokio 2020 dabei zu sein?

Für eine Teilnahme in Tokio bin ich einfach noch zu jung. Die Athleten, die dort an den Start gehen, werden schon seit 2016 für die Spiele aufgebaut. Dazu zählen auch viele internationale Turniere, um die notwendigen Punkte für die Ranglisten zu bekommen. Mein Ziel ist, alles dafür zu geben, dass ich 2024 dabei sein kann. Deshalb finde ich es besonders schade, dass Hamburg auf die Bewerbung für die Ausrichtung der Spiele in 2024 verzichtet hat. Ein Heimspiel wäre natürlich noch etwas ganz Spezielles gewesen.

Sie nach Hamburg gezogen, um das Internat des Deutschen Olympischen Sportbundes zu besuchen. Haben Sie manchmal Heimweh?

Es gibt schon manchmal Situationen, in denen so was wie Heimweh aufkommt, aber mit den Betreuern und Pädagogen im Internat kann ich auch über alles sprechen. Und ich weiß, dass Mama und Papa auch immer für mich da sind – natürlich dann nicht direkt ‘zum Anfassen’, aber per WhatsApp oder auch per Telefon. Wir schreiben und telefonieren viel.

Was machen Sie, wenn Sie dann doch einmal das Heimweh packt?

Schon beim Einzug in Hamburg habe ich einige Sachen mitgenommen, die mich an zu Hause erinnern. Vor allem Fotos und kleine Glücksbringer. Mit der Zeit sind natürlich auch immer noch ein paar Sachen dazu gekommen. Da ich jetzt auch ein Einzelzimmer im Internat habe, versuche ich es mir natürlich so heimisch wie möglich einzurichten.

Wann werden Sie mit der Schule fertig sein und wie sehen Ihre Pläne für die Zeit danach aus?

Wenn alles planmäßig läuft, werde ich 2021 in Hamburg mein Abitur machen – das passt dann auch ideal mit dem Übergang in den Seniorenbereich. Für die Zeit danach habe ich noch keine konkreten Pläne. Bis dahin kann sich noch so viel entwickeln. Ich habe zwar auch schon Berufspraktika gemacht, was ich beruflich aber nach der Schule dauerhaft machen möchte, kann ich wirklich nicht sagen. Ideal wäre aus sportlicher Sicht natürlich, wenn ich in die Sportförderung, zum Beispiel als Sportsoldatin bei der Bundeswehr, kommen könnte – dann lässt sich zumindest der Trainingsaufwand im Leistungssport noch wirklich gut mit dem Beruf vereinbaren.

Mit welchem Nicht-Badmintonspieler würden Sie gerne mal ein paar Bälle schlagen?

Am liebsten gleich mit drei verschiedenen: Da wäre Ed Sheeran, er macht wirklich tolle Musik, oder Leonardo Di Caprio, weil er ein interessanter Schauspieler ist. Und dann ist da noch Angelique Kerber. Sie wird, so wie ich, von Yonex unterstützt und ist eine tolle Tennisspielerin. Das wäre sicher spannend.

>>> Bronzemedaille im Team-Event

Das Mannschafts-Turnier der U19-EM ist bereits beendet. Mit dem Deutschen Team hat es Leona Michalski bis ins Halbfinale geschafft. Dort verloren die Deutschen gegen das Team aus Dänemark mit 1:3. In den Vorrunden-Spielen kam Michalski zweimal zum Einsatz und konnte klare Siege mit ihrer Mannschaft feiern.

Mit einem Sieg im Doppel ist Michalski an der Seite von Maria Kuse in das Individual-Turnier gestartet. Mit Aaron Sonnenschein tritt sie am Mittwoch erstmals im Mixed an.

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