Luftgewehr Bundesliga

„Jenny ist vor dem Start doch schon ziemlich nervös“

Alles vorbereitet und alles im Griff: Trainer Frank Pawelke freut sich auf die neue Saison in der Luftgewehr-Bundesliga.

Alles vorbereitet und alles im Griff: Trainer Frank Pawelke freut sich auf die neue Saison in der Luftgewehr-Bundesliga.

Foto: Michael Korte

Gelsenkirchen.   Buer-Bülse startet in die Saison der Luftgewehr-Bundesliga. Trainer Frank Pawelke spricht im Interview über die neue Norwegerin und ruhige Typen.

Frank Pawelke ist diese Woche noch für ein paar Tage in den Kurzurlaub nach Holland gefahren. Der Trainer des BSV Buer-Bülse wird von dort am Freitag sofort nach Braunschweig reisen, wo sein Team dann gegen den Wissener SV und den SV Wieckenberg in die neue Saison der Luftgewehr-Bundesliga starten wird.

Ein Bundesliga-Trainer, der in den letzten Tagen vor dem Saisonstart entspannt in den Urlaub fährt: Sind Sie ein so cooler Typ?

Frank Pawelke: Das klingt für Leute, die mit dem Schießen nicht so viel zu tun haben, immer etwas fremd. Aber ich kann Ihnen versichern: Alles läuft nach Plan, die Arbeit ist getan, und es ist meine letzte Chance auf ein paar freie Tage vor der harten Saison.

Sind Ihre Schützen nicht verwundert, wenn der Trainer plötzlich verschwunden ist?

Nein, denn ich bin ja gar nicht verschwunden. Unsere Schützen sind in ganz Deutschland und Europa verteilt. Sie trainieren für sich, wir halten den Kontakt während dieser Trainingszeiten immer per Telefon. Und ob ich jetzt aus Deutschland oder Holland anrufe, ist denen ziemlich egal. Aber unsere neue Norwegerin Jenny Stene ist schon ganz nervös, sie hat das Team noch nicht persönlich kennengelernt.

Neue Norwegerin? Wo haben Sie die denn her?

Sie ist uns beim Weltcup in Korea aufgefallen, dort hat sie Bronze geholt. Sie ist jung, hat schon 400 Ringe geschossen und wir waren sicher: Sie passt zu uns. Also haben wir sie angeschrieben und gefragt, ob sie Lust auf die Bundesliga hätte. Hatte sie zum Glück, und jetzt kommt sie am Freitag nach Deutschland.

Nach Gelsenkirchen?

Nein, die Mannschaft trifft sich nicht in Gelsenkirchen, sondern direkt in Braunschweig. Jenny fliegt mit ihrem Papa aus Norwegen nach Hannover, dort steht ein Mietwagen, und der Papa fährt sie zu uns.

Wenn die Norwegerin für Buer-Bülse schießt, heißt das, dass der Ungar Istvan Peni nicht mehr dabei ist? Schließlich darf unter den fünf Schützen des Teams nur ein Ausländer sein.

Istvan Peni gehört noch zum BSV Buer-Bülse und wird auch wieder die Saison für uns bestreiten. Doch zum Auftakt wird er fehlen. Er fliegt nach Rio de Janeiro zu den Olympic Youth Games und wird dort seine Heimat Ungarn als Botschafter vertreten. Er hat uns das vor der Saison gesagt, und wir haben das akzeptiert.

Wenn Istvan Peni nicht da ist, rückt Jenny Sten an die Position eins im Team?

So sieht es aus. Sie wusste auch im Vorfeld bereits, dass Istvan zu Beginn fehlen wird, der sichere Startplatz war ein weiterer Grund für ihre Zusage.

Wen haben Sie sich noch vom Markt der freien Schützen geschnappt?

Wir sind sehr froh, dass wir auch Dennis Welsch verpflichten konnten. Er wird an Nummer drei schießen und ist genau der Mann, der uns gefehlt hat.

Warum?

Weil er das Niveau nach oben treibt. Er kommt aus Baunatal und ist jetzt Deutscher Meister mit dem Luftgewehr geworden. Ein ruhiger Typ, den nichts aus der Ruhe bringt. Wir hatten schon vor drei Jahren mal Kontakt, aber damals ist nichts daraus geworden. Wenn wir uns gesehen haben, haben wir ab und zu mal ein Bier getrunken, und vor dieser Saison hat sich dieser Kontakt dann ausgezahlt.

Gibt’s auch noch alte Bekannte?

Ohja, die gibt es, und darauf legen wir auch großen Wert. An Position zwei wird weiterhin Robin Zissel schießen. Leila Hoffmann ist die Nummer vier. Wobei sie schon in der vergangenen Saison nur einmal verloren hat, und sie hat noch einen Schritt nach vorne gemacht. Lisa Tüchter schießt an Position fünf. Aber sie ist ehrgeizig genug, um weiter nach vorne zu wollen.

Verfolgen Sie im Verein weiterhin das Konzept mit der zweiten Mannschaft in der 2. Liga?

Natürlich, denn in dieser Mannschaft können die Talente in Ruhe heranwachsen.

Haben Sie dort jemanden im Blick für die „Erste“?

Die Kooperation ist sehr eng. Einer mit einem enormen Potenzial ist zum Beispiel Bastian Blos. Er ist neu bei uns, gerade 18 Jahre alt und Deutscher Meister der Junioren. Er wird bei uns langsam aufgebaut, und vielleicht ist er in zwei Jahren oben dabei. Oder Sina Röder, die aus Hamm zu uns gekommen ist. Auch sie eine Schützin mit Perspektive nach oben.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben