2. Judo-Bundesliga

 JC Koriouchi Gelsenkirchen will zurück in die Eliteklasse 

Ganz starker 66-Kilo-Mann: Mauro Martin (links) muss für den JC Koriouchi punkten.

Ganz starker 66-Kilo-Mann: Mauro Martin (links) muss für den JC Koriouchi punkten.

Foto: Andreas Hofmann

Gelsenkirchen.  Ein Sieg gegen den GJC Bonn, und alles wäre klar. Trainer Mohsen Ghaffar hat erstmals in dieser Saison seinen kompletten Kader zur Verfügung.

So ganz genau weiß es Erhan Baz auch nicht mehr, wann der JC Koriouchi Gelsenkirchen zuletzt in der deutschen Judo-Eliteklasse und er, der heutige Präsident, selbst noch Kämpfer war. Nun aber, ein gutes Vierteljahrhundert später, ist die Rückkehr zum Greifen nah. Sollten die verlustpunktfreien Koriouchi-Judoka ihren letzten Saisonkampf in der Nordwest-Staffel der 2. Bundesliga am Samstagabend in der kleinen Halle der Gesamtschule Berger Feld gegen den GJC Bonn gewinnen, wären sie 2020 wieder im Judo-Oberhaus. Beginn wird um 17 Uhr sein.

Erhan Baz blickt mit gemischten Gefühlen auf den Spitzenkampf, zumal er gemeinsam mit Manager Ali Alimirzaie vor der Saison ja eigentlich noch ein Aufstiegsverbot ausgesprochen hatte. Aber bereits vor dem 9:5-Sieg am 18. Mai beim 1. JC Mönchengladbach hatten die Verantwortlichen des JC Koriouchi entschieden, den Erstliga-Aufstieg in Angriff zu nehmen. „Sportlich möchten die Jungs natürlich das Maximale erreichen, und der Vorstand ist dafür da, die Rahmenbedingungen zu schaffen“, sagt Erhan Baz. „Luxus wäre es, erst die Rahmenbedingungen zu schaffen und dann sportlich nachzuziehen. Aber wenn es nicht so ist, muss es auch andersherum funktionieren.“

Der Niederländer Lex Janssen feiert sein Saisondebüt

Der Koriouchi-Chef hofft für den Fall des Aufstieges, dass „wir weitere Partner finden, die den Gelsenkirchener Sport fördern möchten“, wie er sagt. Dabei sei das erhöhte Startgeld in der 1. Bundesliga ein zu vernachlässigender Posten. Aber durch die höhere Zahl der Kampftage stiegen schon mal die Reisekosten. „Und wenn du erstligatauglich sein willst, musst du die Mannschaft verstärken“, erklärt der 49-Jährige. „Aber gesetzt den Fall, wir steigen auf und finden den oder die nötigen Sponsoren nicht, werden wir auch mit unserer jetzigen Mannschaft in der 1. Liga kämpfen.“

Um sich über die 1. Judo-Bundesliga 2020 aber Gedanken machen zu dürfen, müssen die Koriouchi-Judoka am Samstag bestehen, sie müssen gewinnen. Nicht zuletzt deshalb werden sie erstmals in dieser Saison auch in Bestbesetzung antreten, unter anderem wird der niederländische Halbschwergewichtler Lex Janssen (100 Kilo) sein Saisondebüt feiern. „Den werden wir auch brauchen, weil die Godesberger gerade in den höheren Gewichtsklassen sehr gut aufgestellt sind“, sagt Erhan Baz, der eine ganz enge und spannende Geschichte erwartet. „Sichere Punkte haben wir diesmal nicht.“ Nicht einmal die von Mauro Martin im Halbleichtgewicht (66 Kilo)? „Der ist“, meint der Koriouchi-Präsident, „vielleicht der Einzige.“

Sonderlob für Manager Ali Alimirzaie und Trainer Mohsen Ghaffar

Und dann? Erhan Baz schmunzelt. „Danach werden wir eine Aufstiegsfeier oder eine Saisonabschlussfeier haben“, sagt er. Was er sich trotz aller gemischten Gefühle aber wünscht, ist klar. „Mal wieder gegen Bottrop oder Witten? Mein Gott, wie lange ist das her? Da hätte ich schon Bock drauf“, erzählt er. Bock hätte auch die Zweitliga-Mannschaft des JC Koriouchi Gelsenkirchen. „Wir haben schon eine geile Truppe, das macht echt Spaß“, sagt Erhan Baz und lobt neben Ali Alimirzaie vor allem Trainer Mohsen Ghaffar. „Auch unsere Nachwuchsarbeit funktioniert prima.“

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