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Hockey-Schiedsrichterin: Alles hört auf Lena Hebels Pfeife

Bekam vor dem ersten Saisonspiel den Pokal überreicht: Lena Hebel vom Buerschen HC wurde zur besten Nachwuchs-Schiedsrichterin gewählt.

Bekam vor dem ersten Saisonspiel den Pokal überreicht: Lena Hebel vom Buerschen HC wurde zur besten Nachwuchs-Schiedsrichterin gewählt.

Foto: Hebel    

Gelsenkirchen.  Die 17-jährige Lena Hebel vom Buerschen HC wurde vom Westdeutschen Hockey-Verband als beste Nachwuchs-Schiedsrichterin ausgezeichnet.

Dass sie eine sportliche Exotin ist, lässt sich schnell erkennen. Und dass sie noch einiges vor hat, auch! Lena Hebel ist Schiedsrichterin, Hockey-Schiedsrichterin . In diesem Jahr wurde die 17-Jährige des Buerschen HC vom Westdeutschen Hockey-Verband als beste Nachwuchs-Schiedsrichterin ausgezeichnet.

Aller guten Dinge sind drei. Das gilt auch für Lena Hebel: Zweimal war sie bereits für diesen Preis nominiert, in diesem Jahr hat es endlich geklappt. „Klar habe ich ein bisschen darauf gehofft, als ich dann aber die Ehrung bekommen habe, war ich doch ziemlich überrascht und habe mich riesig gefreut“, sagt die Schiedsrichterin des Buerschen HC, die in ihrem Klub auch als Trainerin tätig ist. „Am ersten Spieltag der Saison sollte ich eine Partie pfeifen, aber bevor es losging, hat mich der Jugendschiedsrichter-Koordinator zu sich gerufen, mich geehrt und mir den Pokal überreicht“, erinnert sich Hebel.

Hält ihrem Heimatverein die Treue

Normalerweise geschieht das in besonderem Rahmen, meist beim Schiedsrichter-Verbandstag. Im Jahr 2020 natürlich unmöglich. Also gab’s die etwas andere Ehrung vor Hockey-Publikum. „Das war auch sehr schön“, betont Lena Hebel, die als Spielerin in der Verbandsliga im Trikot des VfB Hüls aufläuft. So hoch spielt derzeit nämlich keine Mannschaft der Buerschen HC. Ihrem Heimatverein hält sie aber weiterhin die Treue und vertritt ihn als Schiedsrichterin in den höchsten Jugendligen.

Zum ersten Mal zur Pfeife griff Hebel bereits vor fünf Jahren. Ein Unglück leitete quasi die zweite Laufbahn der Hockey-Enthusiastin ein . „Bei einem Skiunfall habe ich mir ein Bein gebrochen und konnte lange nicht spielen. Ich wollte aber trotzdem irgendwie dabei sein. Dann wurde ein Schiedsrichter-Lehrgang für Jugendliche angeboten und ich habe mitgemacht“, erinnert sie sich.

Vor dem ersten Spiel an der Seitenlinie hatte Hebel dann natürlich schon Bammel. „Es war schrecklich“, sagt sie lachend. Eine große Unterstützung sei ihr älterer Schiedsrichter-Kollege auch nicht gewesen. Nach diesem Sprung ins kalte Wasser schaffte sie es aber schnell, sich freizuschwimmen. „Die Spieler und Zuschauer wissen ja nicht, dass man noch frisch dabei ist und man hat auch immer einen erfahrenen Kollegen an der Seite“, erklärt Hebel.

Ausbildung bei den Besten

Gelernt hat sie in den Jahren schnell und von den Besten der Besten. „Ich hatte viele Seminar mit Benjamin Göntgen . Er ist in Deutschland einer der bekanntesten Schiedsrichter“, weiß Nachwuchs-Referee Hebel. „Er hat schon bei den Olympischen Spielen und bei Weltmeisterschaften gepfiffen.“ Das will die Gelsenkirchenerin irgendwann womöglich auch schaffen. Eine Hockey-Karriere neben statt auf dem Platz.

Inzwischen pfeift sie in der Juniorinnen-Regionalliga und stand auch schon beim Endspiel um die Deutsche Hockey-Schulmeisterschaft auf dem Platz. „Das war eine tolle Erfahrung. Es gab Einlaufmusik, einen Livestream und jeder Akteur, also Spieler und Schiedsrichter, wurde namentlich vorgestellt“, schildert Hebel enthusiastisch.

Ihr bisher aufregendstes Spiel war aber ein anderes: „Es war eine D-Mädchen-Partie in Mülheim. Ein Derby. Der HTC Uhlenhorst hat gegen den Kahlenberger HTC gespielt. Die Halle war proppevoll. Die Zuschauer haben einen Lärm gemacht, die Mädels waren supermotiviert. Bei dem Spiel ging es hoch her. Aber es war richtig cool“, erinnert sie sich.

Erlebnisse dieser Art möchte sie noch öfter haben und wenn es geht, in immer höheren Ligen. Die Prioritäten haben sich bei der 17-Jährigen inzwischen auch verschoben.

Konzentration aufs Abitur

„Wenn ich als Spielerin sehr erfolgreich hätte werden wollen, hätte ich zu einem Bundesliga-Klub wechseln müssen. Zum HTC Uhlenhorst nach Mülheim zum Beispiel. Aber ich wollte lieber hier in der Nähe bleiben“, sagt sie. So könne sie schiedsen, spielen und coachen noch unter einen Hut bekommen. „Und wenn ich mich zwischen aktivem Spielen und Schiedsen entscheiden muss, dann habe ich in letzter Zeit öfter die Pfeife gewählt“, sagt die angehende Abiturientin des Leibniz-Gymnasiums in Buer . In der derzeitigen Corona-Pause, in der ja nicht trainiert, gespielt und also auch nicht gepfiffen werden kann, konzentriert sie sich auf die Schule. Chemie und Englisch sind ihre Leistungskurse. Nach der Schule soll dann ein Studium folgen. „Ich möchte Bio-Chemie studieren“, sagt Lena Hebel lachend. Wo genau, das weiß sie noch nicht.

Wohin sie als Hockey-Schiedsrichterin einmal möchte, das ist ihr da schon klarer: „ Einmal bei einer Weltmeisterschaft oder Olympiade pfeifen.“

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