Blindenfußball

Heimspiel für die Schalker Blindenfußballer in Gelsenkirchen

Auch beim Blindenfußball geht’s zur Sache. Die Schalker treffen am Samstag im Heimspiel auf den Chemnitzer FC

Foto: Martin Möller

Auch beim Blindenfußball geht’s zur Sache. Die Schalker treffen am Samstag im Heimspiel auf den Chemnitzer FC Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Die Blindenfußballer des FC Schalke 04 laden am 3. Spieltag zum Turnier an der Fürstinnenstraße. Gegner am Samstag ist der Chemnitzer FC.

Heimspiel für den FC Schalke 04. Die Bundesliga der Blindenfußballer macht am Samstag und am Sonntag in Gelsenkirchen Station. Auf dem genormten Kunstrasenspielfeld an der Fürstinnenstraße rollt der Ball, in den zur Orientierung eine Rassel eingebaut ist. Gespielt wird nach Gehör. Die Bälle sind etwas kleiner als Fußbälle und wesentlich schwerer. Hinter dem Tor des Gegners und an der Seitenlinie stehen „Guides“, die den Spielern so genannte Codes zurufen. Einen wie: „Acht eins!“ Bedeutet auf Schalke: Acht Meter zum Tor und ein Gegenspieler. Abteilungsleiter Bayram Dogan, der im Moment wegen einer Knieverletzung pausieren muss, erklärt es so: „Du machst viel intuitiv. Wir Spieler haben einen inneren Kompass und nehmen die Anweisungen nur vor dem Tor auf.“ Wegen der Chancengleichheit tragen die Spieler Dunkelbrillen.

Der langjährige Trainer Mohamed Abd el Wares sagt: „Das Allerwichtigste ist das Vertrauen. Viel wichtiger als in allen anderen Sportarten auf der Welt. Wenn ich einem Spieler zurufe, dass er rennen soll, dann rennt er bedingungslos. Ohne zu sehen, was vor ihm ist. Mehr Vertrauen geht doch nicht.“

Die Schalker, die nach zwei Spieltagen mit drei Punkten auf dem fünften Tabellenplatz stehen, treten am Samstag um 14 Uhr an. Gegner ist der Chemnitzer FC. Am Sonntag haben sie spielfrei. „Unser Ziel ist auf jeden Fall ein Sieg gegen Chemnitz. Wenn wir unsere Normalform erreichen, sollte uns das auch gelingen“, sagt Senol Tatar, der selbst Spieler ist, aber auch stellvertretender Abteilungsleiter der Schalker Blindenfußballer.

St. Pauli ist das Maß aller Dinge

Dass die sieben blinden Feldspieler, die von einem Torwart, der sehen kann, unterstützt werden, vor dem Heimspiel ein bisschen nervöser als sonst sind, sei kein Geheimnis. Schließlich wird nur ein einziges Mal pro Saison in Gelsenkirchen gespielt. Die Play-Offs werden Ende August in Düsseldorf ausgetragen. Das Maß aller Dinge ist derzeit der FC St. Pauli. Das bekamen die Schalker gleich zu Saisonbeginn zu spüren. In Wangen im Allgäu unterlagen sie mit 0:2. Nach drei Spielen stehen die Jungs vom Millerntor mit neun Punkten und einem Torverhältnis von 7:0 an der Tabellenspitze. „Wirklich eine sehr starke Mannschaft mit vielen jungen Spielern“, sagt Senol Tatar, der sicher ist, dass aber auch sein Team stark ist und bestens vorbereitet, wenn am Samstag der Ball rollt.

Die vergangene Saison beendeten die Schalker auf dem dritten Rang. „Platz drei wollen wir auch in diesem Jahr erreichen, das ist unser Saisonziel“, sagt Senol Tatar. Ein Sieg gegen Chemnitz wäre sehr wichtig. Denn die Schalker Saisonbilanz ist bislang nicht zufriedenstellend. Der Auftakt-Niederlage gegen den FC St. Pauli folgte beim Turnier in Hamburg ein 0:2 gegen den MTV Stuttgart. Der FC Viktoria Berlin war beim 0:6 gegen die Königsblauen allerdings chancenlos. Der Rückstand auf Rang drei beträgt einen Punkt.

Wie Ralf Fährmann, Naldo oder Guido Burgstaller in der Fußball-Bundesliga werden übrigens auch die Blindenfußballer fortan in den Trikots des neuen Ausrüsters Umbro auflaufen. „Das große Paket mit den neuen Trikots müsste pünktlich ankommen. Wir sind schon sehr gespannt“, sagte Senol Tatar. Seitdem die Schalker, die vor März 2015 als Abteilung des VfB Gelsenkirchen geführt wurden, Schalker sind, sei die Motivation der Gegner noch größer.

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