Fußball

Gelsenkirchen: Die Jagd nach dem Kreispokal ist eröffnet

Leon Jung (r.), hier im Duell mit dem Horster Norman Seidel, will mit dem Erler SV 08 in der ersten Runde des Kreispokals in Gelsenkirchen nichts anbrennen lassen.

Leon Jung (r.), hier im Duell mit dem Horster Norman Seidel, will mit dem Erler SV 08 in der ersten Runde des Kreispokals in Gelsenkirchen nichts anbrennen lassen.

Foto: Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Der Erler SV 08 steht in der Landesliga ganz unten. Im Pokalwettbewerb soll der Frust verscheucht werden.

Der Fußball-Kreispokal ist spät dran. Normalerweise geht die erste Runde immer vor dem ersten Ligaspieltag über die Bühne, doch in der Saison 2020/21 ist das anders. Da die letzten Spiele der vergangenen Ausgabe wegen der Corona-Pandemie erst ab August stattfinden konnten, verschob sich der Start der neuen Auflage. Nun, drei Wochen nach dem Ligastart und zwei nach dem 3:2-Finalsieg von YEG Hassel über die SSV Buer, ist die Jagd nach dem Pokal aber eröffnet. Nachdem der FC Kickers Ückendorf in der Vorwoche mit einem 9:1-Sieg über Wacker Gladbeck den Auftakt gemacht hat, stehen am heutigen Mittwoch zehn weitere Erstrunden-Duelle an. Brisant ist beispielsweise die Partie zwischen den beiden Kreisliga-A-Spitzenteams Eintracht Erle und DJK Blau-Weiß. A-Ligist Preußen Sutum hofft gegen Landesliga-Schlusslicht Erler SV 08 auf die Sensation.

Preußen Sutum – Erler SV 08

Das 3:0 von Preußen Sutum im Kreispokal gegen den SV Horst 08 ist noch nicht in Vergessenheit geraten, obwohl diese Überraschung bereits drei Jahre alt ist. Alle drei Treffer erzielte damals Michael Krakala. Der Torjäger spielt zwar inzwischen für den SV Hessler 06, aber trotzdem hat der aktuelle Tabellenelfte der Kreisliga A2 den nächsten Coup im Sinn. Die Sutumer würden gerne den Erler SV 08, den noch punktlosen Tabellenletzten der Landesliga, aus dem Wettbewerb werfen (19 Uhr, Gesamtschule Berger Feld). „Wir sind der Außenseiter“, weiß Preußens Trainer Nasreddine Bekali. „Aber wenn etwas machbar sein sollte, dann wollen wir auch etwas mitnehmen. Die Erler sind nicht so gut gestartet. Vielleicht gelingt uns ja erneut eine Überraschung.“

Die drei Spieler, die am Sonntag bei der 1:7-Niederlage bei der SSV Buer II die Gelb-Rote-Karte gesehen haben, sind im Kreispokal spielberechtigt. Trotzdem hat Sutum genug Ausfälle: Marvin Merten, Onur Varlik, Ahmet Özgen (alle verletzt), Bekay Bekali, Zouheir El Kaada, Viktor Palade, Ismail Cubir und Tak Muzaffer (alle berufliche Gründe).

ESV-Trainer Hartmut Scholz ist froh, dass er wieder auf Bünyamin Karagülmez zurückgreifen kann. Der Torjäger war zuletzt in Quarantäne. Neu auf der Ausfall-Liste stehen Lukas Borutta (Leiste) und Jerome Glittenberg (Achillessehne). „Wir spielen zwei Klassen höher. Ich erwarte, dass man das auch auf dem Platz erkennen wird“, fordert der Coach und hofft, „dass wir im Kreispokal neues Selbstvertrauen tanken.“ Dass die Partie auf der für sein Team ungewohnten Asche ausgetragen wird, will er nicht als Ausrede für eine aus seiner Sicht unliebsame Überraschung gelten lassen.

Eintracht Erle - DJK Blau-Weiß

Aufstiegsaspirant aus der Kreisliga A1 gegen Aufstiegsaspirant aus der A2: Das Duell zwischen Eintracht Erle und der DJK Blau-Weiß (19.30 Uhr, Oststraße) verspricht Spannung. Beide Teams sind in der Liga noch ungeschlagen. Gäste-Co-Trainer Peter Seikowski sieht sein Team dennoch als „leichten Außenseiter“ und verweist auf die 1:5-Testspielpleite, die seine Schützlinge Anfang August gegen die Eintracht kassierten. „Das war zwar unser erstes Testspiel nach der Corona-Pause, aber wir haben da schon gemerkt, dass Erle eine fitte, robuste und eingespielte Mannschaft hat“, erzählt er. Verstecken werden sich die Gäste deshalb aber nicht, kündigt Peter Seikowski an: „Wir werden uns nicht hinten reinstellen. Unser Ziel ist es, das Spiel so lange wie möglich offen zu halten und eine Runde weiterzukommen. Das wäre schon ein kleines Ausrufezeichen.“ Personelle Ausfälle gibt es bei den Gästen nicht.

Anders bei der Eintracht: „Wir haben so viele Verletzte, dass mir alle gar nicht direkt einfallen“, sagt Erles Trainer Jürgen Siska und zählt Dominik Haarmann, Santino Redlich, Johannes Kalinasch, Max Lamek und Christian Kottkamp als Ausfälle auf. An den großen Zielen der Eintracht ändert das aber nichts. „Der Kreispokal ist für uns eine ganz wichtige Sache“, betont Jürgen Siska. „Wir wollen eine gute Rolle spielen und gegen Blau-Weiß definitiv eine Runde weiterkommen.“ Sich auf die Überlegenheit im besagten Testspiel zu verlassen, ist für den Coach keine Option: „In der Vorbereitung hat bei denen wahrscheinlich genauso wie bei uns viel Personal gefehlt. Das ist eine starke Mannschaft, sonst wäre sie in der Staffel zwei kein Aufstiegsfavorit. Wir werden alles in die Waagschale werfen müssen.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben