Kampfsport

Fabian Kampkötter ist Deutscher U18-Meister im Ju-Jutsu

Fabian Kampkötter gewann die Goldmedaille.

Foto: Thomas Gödde

Fabian Kampkötter gewann die Goldmedaille.

Gelsenkirchen.   Bushido-Ryu-Trainer Chris Oczylok ist stolz auf seine Schützlinge. Sie bringen von den Titelkämpfen aus Maintal Gold, Silber und Bronze mit.

Gleich den gesamten Medaillensatz könnte der Gelsenkirchener Budo-Sport-Club Bushido-Ryu nach den Deutschen Ju-Jutsu-Jugendmeisterschaften im Vereinsheim ausstellen.

Für die drei, die das Edelmetall geholt haben, war es keine Überraschung. „Ich bin dort hingefahren, um zu gewinnen“, sagt Fabian Kampkötter, Träger eines Grün-Blau-Gurtes, selbstbewusst und holt vorsichtig die große Goldmedaille der U18-Meisterschaft aus dem Etui. Dan Brormann nickt mit dem Kopf. Für ihn sprang am Ende Silber heraus. Zufrieden ist der Träger eines Grüngurtes trotzdem. Er ging in der Altersklasse unter U15 (bis 66 kg) an den Start. Ebenso wie Eren Deve. Der jüngste des Trios musste sich in der Gewichtsklasse bis 60 kg mit Bronze begnügen. „Weil ich im Halbfinale disqualifiziert wurde.“ Eine Bestrafung, die der Träger des Grün-Orange-Gurtes noch immer nicht nachvollziehen kann.

Allemal stolz auf seine Nachwuchssportler ist Trainer Chris Oczylok. Er hat seine Schützlinge für den Fighting-Wettkampf in Maintal fit gemacht. Fabian Kampkötter, der sich im K.o.-System gegen alle Gegnerder U18 souverän durchsetzte und sich damit erstmals Deutscher Schülermeister nennen darf, brachte als „kleines Souvenir“ neben seiner Medaille noch ein Veilchen mit. Er lacht. „Das war gar nicht wirklich im Kampf“, berichtet er. Der Schiedsrichter hatte den Wettstreit eigentlich unterbrochen.

Ein blaues Auge gibt es obendrauf

Kampkötters Kontrahent im Finale war das offenbar entgangen und so verpasste er dem neuen Titelträger ein blaues Auge. „Aber alles halb so schlimm“, versichert der älteste des Erfolgs-Trios, der im Halbfinale einen Bundeskaderathleten seiner Gewichtsklasse (bis 60 kg), Luca Beutner, aus dem Turnier warf.

Für die beiden U15-Kämpfer Dan Brormann und Eren Deve reichte es zwar nicht für den Sieg, beide haben sich aber vorgenommen, in der Altersklasse U18 dann erneut auf Titel-Jagd zu gehen. Kampkötter peilt einen Platz im Bundeskader an. Längerfristig schielen die Sportler schon zur großen Bühne hinüber. „An den Weltmeisterschaften teilzunehmen, das wäre schon was“, sagt Eren Deve, und Trainer Chris Oczylok ist guter Dinge: „Das Talent dazu haben sicher alle drei. Und der Wille ist da. Die drei haben mehr trainiert als alle anderen im Verein.“

Es komme aber auch darauf an, wie viel Zeit für das Training bleibt. Momentan arbeiten die jungen Kämpfer drei bis vier Mal in der Woche an Kraft, Kondition, Technik und Taktik. Oczylok betont, dass allerdings auch die schulische Leistung passen muss. Die dürfe nicht unter dem Training leiden. Viel Zeit für Kino, Freunde oder Fernsehen bleibt da nicht. „Entweder lerne oder trainiere ich“, sagt Kampkötter und seine Kollegen stimmen ihm zu.

Es falle schon mal eine Sporteinheit aus, um sich auf eine Klausur vorzubereiten. Schließlich ist den drei Kämpfern klar, dass sie ihren Lebensunterhalt später nicht mit Ju-Jutsu werden bestreiten können. Fabian Kampkötter möchte beispielsweise Pilot werden. Eren Deve könnte sich eine Zukunft als Polizist vorstellen.

Das Bushido-Ryu-Trio muss also nicht nur die Gegner, sondern auch Deutsch, Mathe, Physik und Geschichte im Griff haben. Dass dieser Spagat gelingen kann, zeigt ein anderer Kämpfer des Vereins: Julian Stonjek, der im vergangenen Jahr unter anderem die Goldmedaille bei den German Open im Ne Waza gewann, wird von Brormann als Vorbild genannt, ebenso wie Thorsten Frank, der 2011 den Weltmeistertitel nach Gelsenkirchen holte.

Die nächste Möglichkeit, hochklassige Ju-Jutsu-Kämpfe in Gelsenkirchen zu sehen, gibt es Anfang Oktober. Dann finden wieder die German Open statt. Zumindest für Kampkötter eine nächste Chance, sein Können unter Beweis zu stellen, denn es wird auch für den Bundeskader gesichtet. Brormann und Deve sind noch zu jung, aber sie werden derweil für die nächste Gürtel-Prüfung trainieren. Denn welcher Kampfsportler will nicht irgendwann stolz einen Schwarzgut tragen.

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