Fußball-Landesliga

Erle-08-Trainer Hartmut Scholz fordert mehr Cleverness

Nur die zweite Geige spielten Niels Overhoff (links) und die Gelsenkirchener Landesliga-Fußballer des Erler SV 08 gegen den Hombrucher SV.

Nur die zweite Geige spielten Niels Overhoff (links) und die Gelsenkirchener Landesliga-Fußballer des Erler SV 08 gegen den Hombrucher SV.

Foto: Michael Korte

Erle.  „Wir kassieren zu billig unsere Gegentreffer und stellen uns in vielen Situationen zu naiv an“, sagt Hartmut Scholz, der Trainer des Erler SV 08.

Der Erler SV 08 bekommt gleich zu Beginn der neuen Fußball-Saison zu spüren, dass Landesliga und Bezirksliga zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Nimmt man die ersten beiden Partien zum Maßstab, dann sind die neuen Schuhe des Gelsenkirchener Landesliga-Aufsteigers noch eine Nummer zu groß. Nach dem 1:2 im Derby in Horst gingen die Grün-Weißen vor 120 Zuschauern auch beim 1:3 im Heimspiel gegen den Hombrucher SV leer aus.

„Wir kassieren zu billig unsere Gegentreffer und stellen uns in vielen Situationen zu naiv an“, bemängelte ESV-Trainer Hartmut Scholz. „So, wie wir uns verhalten haben, das ist einfach für die Landesliga zu wenig, wobei ich meiner Mannschaft aber nicht die Qualität für diese Spielklasse absprechen möchte. Wir müssen cleverer werden.“

Riesenchance für Niels Overhoff, er köpft aber über die Latte

Seinen Erlern ist auch an diesem Sonntag vor Augen geführt worden, dass in der Landesliga fast alle Fehler, die eine Liga tiefer noch folgenlos geblieben sind, sofort bestraft werden. Und eine Tormöglichkeit, wie sie Niels Overhoff nach einer halben Stunde hatte, muss einfach sitzen. Viele dieser Qualität bekommt man in der Landesliga nicht. Sein Kopfball ging jedoch über die Latte.

Die Dortmunder machten deutlich, wie wertvoll langjährige Westfalen- und Landesliga-Erfahrung sein kann. Ihre erste gute Möglichkeit nutzten sie, um nur zwei Minuten nach dem Kopfball von Niels Overhoff in Führung zu gehen. Der Treffer von Yassir Mhani beflügelte sie derart, dass sie den Vorsprung in der Folge durch Tim Schrade und Hakan Cevirme hätten ausbauen können. Die Erler Abwehr hinterließ in dieser Phase einen ziemlich ungeordneten Eindruck.

Als Hakan Cevirme kurz nach der Pause nach einer Ecke tatsächlich auf 2:0 erhöhte, schien die Parte gelaufen. Aber eines musste man dem ESV 08 im ersten Landesliga-Heimspiel nach über zwölf Jahren lassen: Er steckte nie auf. Bastian van den Boom und Lukas Borutta wagten vorsichtige Annäherungsversuche in Richtung Anschlusstreffer. Aber erst Ferhat Sahin griff entschlossen zu. Als die Hombrucher den Ball nicht aus der Gefahrenzone bekamen, brachte der ehemalige Sodinger seine neuen Farben zwölf Minuten vor Schluss auf 1:2 heran. Vielleicht wäre mit Bün­yamin Karagülmez noch mehr möglich gewesen, aber der Erler Torjäger befindet sich derzeit, ohne selbst durch das Coronavirus infiziert zu sein, in Quarantäne. Die Gastgeber bemühten sich ohne ihn um den Ausgleich, aber zwingende Gelegenheit gab es nicht mehr. Stattdessen machten die Hombrucher durch Soner Aydins Tor zum 3:1-Endstand den Deckel drauf.

Sein nächstes Spiel bestreitet der Erler SV 08 am Sonntag beim SV Brackel

Hartmut Scholz wollte es eigentlich vermeiden, mit seiner Mannschaft von Beginn an in Kontakt zur Abstiegszone zu geraten. Aber jetzt ist es doch passiert, was aber keine Panik im Stadtosten nach sich zieht. „Uns war bewusst, dass diese Saison schwer werden würde“, sagt der 53-Jährige. Bei fünf Absteigern wird sein Team sicherlich bald mit dem Punktesammeln anfangen müssen – am besten bereits am kommenden Sonntag ab 16 Uhr beim SV Brackel, einer Mannschaft, die in den vergangen Jahren ebenso wie die Hombrucher ihre Duftmarken in der Westfalen- und Landesliga gesetzt hat.

Tore: 0:1 Yassir Mhani (35.), 0:2 Hakan Cevirme (49.), 1:2 Ferhat Sahin (78.), 1:3 Soner Aydin (88.).

Erler SV 08: Wollny, Jung (80. Simsek), Reckort, Juskowiak (68. Janßen), Bakir, Sahin, Glittenberg (68. Lobe), Borutta, Overhoff, Reydt (64. Scholz), van den Boom.

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