Fußball-Landesliga

Duell zweier punktloser Mannschaften am Forsthaus

Sorgt sich um sein Team: Erle-08-Trainer Hartmut Scholz.

Sorgt sich um sein Team: Erle-08-Trainer Hartmut Scholz.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Von den vier Gelsenkirchener Landesligisten erwischte Erle 08 den schlechtesten Saisonstart. Der Aufsteiger trifft am Sonntag auf Langenbochum.

Erler SV 08 – BW Westfalia Langenbochum

Beim Erler SV 08 läuft es derzeit nicht. Der Aufsteiger hat seine ersten drei Spiele in der Fußball-Landesliga verloren, rangiert an letzter Stelle der Tabelle und ist am Mittwochabend zudem in der ersten Runde im DFB-Pokal auf Kreisebene durch eine 5:6-Niederlage nach Elfmeterschießen beim zwei Klassen tiefer spielenden SV Preußen Sutum rausgeflogen. Ob der ESV 08 zu schwach für die neue sportliche Umgebung ist, wird sich vielleicht schon an diesem Sonntag (15 Uhr, Forsthaus) im Heimspiel gegen Blau-Weiß Westfalia Langenbochum zeigen.

Der Gast aus Herten steht auch nicht viel besser als die Erler da. Er hat ein Gegentor weniger kassiert und ein Spiel weniger ausgetragen. Unter dem Strich stehen aber auch dort null Punkte auf dem Konto. Zudem lastet die vergangene Saison auf den Fusionsklub. Er musste als abgeschlagenes Schlusslicht nur deshalb nicht sofort wieder zurück in die Bezirksliga, weil der Abstieg aufgrund Corona ausgesetzt wurde.

Wenn nicht gegen diesen Gegner, gegen wen dann wollen die Erler überhaupt gewinnen? Diese Frage mag sich so mancher stellen, nicht jedoch 08-Trainer Hartmut Scholz. Er hat andere Sorgen: seine eigene Mannschaft. „Wenn wir gegen Langenbochum nicht besser spielen als in Sutum, brauchen wir gar nicht erst aufzulaufen“, sagt er.

Von den Spielern aus der zweiten Reihe hat sich am Mittwochabend niemand aufgedrängt. Dennoch wird Hartmut Scholz elf Leute aufbieten müssen. Simon Schleich, Jerome Juskowiak, Robin Hermanns, Chris Hegemann und Tim Voßschmidt stehen nicht zur Verfügung. Sie sind verletzt. Zudem sind die Einsätze von Jerome Glittenberg und Lukas Borutta fraglich.

Viktoria Resse – SV Hilbeck

Noch kein Sieg, seit fünf Halbzeiten ohne eigenen Treffer und der viertletzte Tabellenplatz - trotzdem kommt beim Fußball-Landesligisten Viktoria Resse keine Unruhe auf. „Wir wussten von vornherein, dass wir in jedem Spiel um jeden Meter kämpfen müssen“, sagt Trainer Frank Kandsorra. Er richtet sich darauf, dass seiner Mannschaft auch an diesem Sonntag (15 Uhr, Im Emscherbruch 150) im Heimspiel gegen den SV Hilbeck nichts in den Schoß fallen wird.

Die Gäste aus dem Kreis Werl haben zwei ihrer ersten drei Partien gewinnen können und sich somit als Tabellensechster bereits etwas Luft nach unten verschafft. In Ehrfurcht erstarrt Frank Kandsorra dennoch nicht. „Wir müssen auf uns schauen und versuchen, unser Spiel durchzubringen“, fordert er.

Beim 0:3 vor einer Woche bei SW Wattenscheid 08 wurde sein Team unter Wert geschlagen. Aber in dieser Partie war auch zu beobachten, dass die Viktoria in der Staffel 3 durchaus mithalten kann und kein Kanonenfutter darstellt, wie vor Saisonbeginn vielerorts befürchtet worden war. „Wir müssen notfalls versuchen, unser Glück zu erzwingen“, sagt Resses Coach. „Dafür werden wir arbeiten und kämpfen.“

Durch die Verpflichtung von drei neuen Akteuren, die bereits vor einer Woche spielberechtigt waren, haben sich die personellen Alternativen der Gelb-Schwarzen deutlich erhöht. „Der Trainingsplatz sieht anders aus als sonst. Voller“, sagt Frank Kandsorra. „Und das ist auch gut so. Die Jungs können sich nur über Konkurrenz weiterentwickeln.“ Henrik Rupieper und Fabio Schmitz fallen weiterhin aus.

Firtinaspor Herne – SSV Buer

Die SSV Buer trifft an diesem Sonntag (15 Uhr, Kunstrasenplatz an der Emscherstraße in Herne) auf einen Gegner, dem seit dem Saisonauftakt am 6. September die Spielpraxis fehlt. Die beiden folgenden Partien von Firtinaspor Herne mussten abgesagt werden, weil der Vorjahresneunte einen Corona-Fall zu beklagen hatte und sich in Quarantäne begeben musste.

Ob das ein Vorteil für die Bueraner ist? Abwarten. Die Rothosen haben sich in den vergangenen Tagen weniger mit Firtinaspor beschäftigt, sondern mehr mit sich selbst. „Wir haben etwas gutzumachen“, fordert ihr Trainer Misel Zec und spielt auf das 1:5 zu Hause gegen Horsthausen an. „Eine unnötige und harte Niederlage.“

In dieser Partie erlaubten sich die Bueraner derart viele haarsträubende Schnitzer, dass ihr Coach hofft, „in diesen 90 Minuten die Fehler eines gesamten Jahres gesehen zu haben.“ Im Training hat er bereits eine Reaktion auf das kollektive Versagen am vergangenen Sonntag beobachten können. Zec: „Die Jungs haben sehr gut gearbeitet.“

Diese Aussage bezieht sich nicht nur auf die Spieler, die gegen Horsthausen auf dem Platz standen, sondern auch auf jene, die längere Zeit verletzt waren und jetzt nach und nach den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen: Marvin Sachsenweger, Devin Müller, Daniel Bieber, Levin May, Serdar Yigit und Julian Jürgensen. Sie werden wohl noch nicht in Herne die Kohlen aus dem Feuer holen, „aber in zwei oder drei Wochen sollten wir wieder vollzählig sein“, so Misel Zec. Nico Dziabel und Torhüter Kevin van Holt sind bereits wieder einsatzfähig.

SuS Kaiserau – SV Horst 08

Trainer Jens Grembowietz vom SV Horst 08 fährt an diesem Sonntag in der Fußball-Landesliga mit einer ganz bestimmten Mutmaßung nach Kamen. „Das wird ein Abnutzungskampf“, sagt er vor der Partie beim SuS Kaiserau, der nach den ersten drei Spieltagen erst einen Punkt auf dem Konto hat.

Die Horster wollen dafür sorgen, dass es vorerst nicht mehr werden. „Wir wollen etwas von dort mitnehmen, am besten drei Punkte“, kündigt ihr Coach an. Nach dem 0:4 bei der SG Welper vor zwei Wochen soll das zweite Auswärtsspiel dieser Saison ergebnismäßig besser enden. Anstoß ist um 15 Uhr auf dem Kunstrasenplatz an der Jahnstraße in Kamen.

Auch die Kaiserauer haben sich am vergangenen Sonntag bei ihrer 1:5-Niederlage eine dicke Beule in Welper abgeholt. „Ich erwarte ein extrem intensives Spiel. Die Vorzeichen sind ausgeglichen“, so Grembowietz. „Die Kaiserauer haben eine Mannschaft, gegen die es unangenehm und eklig werden kann.“

Mit vier Punkten aus den bisherigen drei Spielen, zuletzt gab es zu Hause ein 3:3 gegen den starken Hombrucher SV, kann der ehemalige Drittliga-Spieler gut leben. „Das ist in Anbetracht der bisherigen Gegner in Ordnung“, sagt er, ohne dabei näher auf einige unglückliche Entscheidungen der Schiedsrichter eingehen zu wollen.

Okan Isleyen kehrt wieder in den Kader zurück. Sandro Leimbruch und Nicolas Hoffmann fallen hingegen nach wie vor aus. Fraglich sind zudem die Einsätze von Chris Lantermann, Ahmet Dilek, Khalil El-Daher und Mohamed Bouachria.

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