Fußball-Westfalenliga

Duell am Lüttinghof verspricht keine Langeweile

In der Hinrunde setzte sich die in weißen Trikots angetretene Mannschaft von YEG Hassel in Horst mit 4:2 durch.

In der Hinrunde setzte sich die in weißen Trikots angetretene Mannschaft von YEG Hassel in Horst mit 4:2 durch.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Hassel.   In der Hinrunde gewann YEG Hassel bei Horst 08 mit 4:2. Unter der Woche schossen sich beide Teams mit insgesamt 18 Treffern im Kreispokal warm.

Warm zu machen brauchen sich die Mannschaften eigentlich nicht, wenn am Sonntag in der Westfalenliga die Nummer zwei der Fußballstadt Gelsenkirchen auf die Nummer drei trifft. YEG Hassel empfängt am Lüttinghof (15 Uhr) den SV Horst 08, und die Muskeln aller Spieler sollten noch auf Betriebstemperatur sein. Denn erst am Mittwoch sind die Westfalenligisten heißgelaufen. Im Kreispokal schoss YEG acht Tore, Horst sogar zehn. Keine schlechten Voraussetzungen für ein Derby.

Wobei: Wer bei diesem Duell von einem Derby spricht, studiert wohl eher Geografie und ist seltener auf den Fußballplätzen Gelsenkirchens unterwegs. Denn von einer langen Historie ist dieses Duell nicht geprägt. YEG Hassels Trainer Hakan Karabal erwähnt zwar, dass das Wort Derby ein-, zweimal in dieser Woche gefallen sei. Mehr aber auch nicht. Auf der anderen Seite ordnet Horsts Trainer Jens Grembowietz den Derbycharakter sogar noch eine Stufe niedriger ein. „Wir reden halt von einem Derby, weil es ein Stadtduell ist. Ansonsten hält sich das bei mir sehr in Grenzen.“

Sechs Tore im Hinspiel am Schollbruch

Doch auch ohne eine historisch gewachsene Rivalität sollte diese Partie nicht zum Langweiler verkommen. Schon im Hinspiel sahen die Zuschauer am Schollbruch beim 4:2-Sieg der Hasseler ein halbes Dutzend Tore. Horst hielt gegen die favorisierten Gäste damals gut mit, „wir hätten vielleicht auch mehr verdient gehabt“, sagt Jens Grembowietz. „Letztendlich hat dann die Cleverness von YEG den Ausschlag gegeben.“

Und auch Hakan Karabal weiß, dass das keine leichte Aufgabe für sein Team wird. „Ich finde es verwunderlich, dass sie in der Tabelle da unten stehen, ich würde ihnen mehr zutrauen. Am Sonntag braucht Horst auf Biegen und Brechen die drei Punkte.“

Horst steht auf einem direkten Abstiegsplatz

Die Null-Achter stehen nämlich seit der vergangenen Woche zum ersten Mal seit dem ersten Spieltag wieder auf einem direkten Abstiegsplatz, seit neun Spielen ist das Team von Jens Grembowietz in der Westfalenliga ohne Sieg. Bei YEG Hassel sieht es da deutlich besser aus. „Das ist ein gestandener Westfalenligist. Ich glaube, den Weg, den YEG gegangen ist, würde Horst auch gerne gehen. Obwohl die Bedingungen dort nicht gerade rosig sind, machen sie eine wahnsinnig gute Arbeit“, lobt Jens Grembowietz und gerät ins Schwärmen, wenn er über die Hasseler Spieler spricht: „YEG besteht halt aus Zockern. Die haben eine Straßenfußballermentalität, positiv gemeint. Wenn die sich mal in Rage spielen, wird es richtig, richtig schwer.“

Das gelang YEG in den vergangenen Wochen aber selten. Mit Platz acht hechelt das Team von Hakan Karabal seinem Anspruch, oben mitzuspielen, hinterher. Auch in Hassel ist die Serie ohne Ligasieg lang, sechs Spiele sind es. Nach dem Pokalerfolg am Mittwoch habe man darüber gelacht, sagt Hakan Karabal. „Endlich haben wir wieder gewonnen, jetzt geht es bergauf.“

Allerdings glaubt der Hasseler Trainer nicht wirklich daran, dass der 8:0-Sieg gegen F.S.M. Gladbeck seinem Team viel Selbstvertrauen gegeben hat. „Dafür war es zu einfach“, sagt er. Jens Grembowietz sah das nach dem 10:2-Erfolg seiner Mannschaft gegen Erle 19 etwas anders. „Wenn du zehn Tore schießt, gibt das natürlich Selbstvertrauen. Und wenn wir davon nur ein oder zwei Prozent am Sonntag mit nach Hassel nehmen können, hat sich das schon doppelt gelohnt.“ Warm sollten die Spieler nach dem Heißlaufen am Mittwoch noch sein.

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