Pétanque Club Balistique

Diese Gelsenkirchener haben ein Händchen für Kugeln

Die Leidenschaft zum Kugelsport verbindet sie: den 23-jährigen Tom Wierzoch (links) und den 52-jährigen Frank Gutberger, der auch Präsident des Gelsenkirchener Pétanque Clubs Balistique ist.

Die Leidenschaft zum Kugelsport verbindet sie: den 23-jährigen Tom Wierzoch (links) und den 52-jährigen Frank Gutberger, der auch Präsident des Gelsenkirchener Pétanque Clubs Balistique ist.

Foto: Oliver Mengedoht

Bismarck.  Beim Pétanque Club Balistique gab es zuletzt einiges zu feiern. Die Balistiquer kehrten in die zweitklassige NRW-Liga zurück.

Der letzte Wettkampf dieser Saison war erst seit wenigen Minuten beendet, da ploppte auf den Handys von Frank Gutberger und Tom Wierzoch schon die erste Glückwunschnachricht auf. Die beiden Spieler des Gelsenkirchener Pétanque Clubs Balistique hatten soeben mit ihrem Team den Aufstieg in die NRW-Liga perfekt gemacht. Absender der netten Nachricht war Toni Somberg. „Toni ist erkrankt und kann daher nicht mehr aktiv mitspielen. Aber er ist Herz und Seele unseres Vereins und immer der Erste, der gratuliert“, sagt Tom Wierzoch über den 73-Jährigen.

Am liebsten wäre Toni Somberg aber wohl selbst dabei gewesen, als die Balistiquer Ende September mit einem 3:2-Erfolg über den Pétanque-Club Ahlen die Rückkehr in Deutschlands zweithöchste Spielklasse unter Dach und Fach brachten. „Zwei Jahre nach dem Abstieg sind wir endlich zurück“, jubelt Frank Gutberger alias Franky, wie er von seinen Mannschaftskollegen genannt wird. Der 52-Jährige ist neben seiner Rolle als Spieler auch Präsident des im Jahre 2010 offiziell gegründeten Vereins.

Der Pétanque-Spieler spricht von Legen und Schießen

Gemeinsam mit dem fast 30 Jahre jüngeren Tom Wierzoch (23) gehört er zu den Leistungsträgern des elfköpfigen Aufstiegsteams. Dass beide nicht umsonst unter den besten Spielern Nordrhein-Westfalens sind – Tom Wierzoch belegt in der Verbandsrangliste Platz 28 von 1200, Frank Gutberger rangiert an 43. Stelle – wird an diesem Abend bei der kleinen Pétanque-Session im Bismarcker Consolpark schnell deutlich. Mit ihren Kugeln müssen sie möglichst nah an eine kleinere Zielkugel, das sogenannte Cochonnet, herankommen. Oder andersherum ausgedrückt, die Kugeln des Gegners derart weit ins Aus befördern, dass die eigene doch wieder näher dran liegt. Legen und Schießen nennt der Pétanque-Spieler das.

Dass die beiden Vereinskollegen ein Händchen für Kugeln haben, wird spätestens in Runde zwei klar: Aus rund sechs Metern Entfernung kicken sie jede Kugel des Gegners mit der ihrigen aus dem Spiel. Da Tom Wierzoch nachziehen darf, ist er der Gewinner der kleinen Kostprobe. Der 23-Jährige, der das mit Abstand jüngste Vereinsmitglied ist, gehörte in diesem Jahr zu den erfolgreichsten Spielern des Klubs. Dreimal nahm er an Deutschen Meisterschaften teil, einmal holte er gar die Bronze-Medaille nach Gelsenkirchen. Hinzu kommt der Aufstieg mit dem Team, zu dem er erst vor der Saison gewechselt ist.

Bronze im Doublette Mixte: Brigitte Kersten und Tom Wierzoch

Während die Deutschen Meisterschaften im Doppel (Doublette) und Einzel (Tete-à-Tete), bei der mit Frank Gutberger ein weiterer Balistiquer antrat, relativ früh beendet waren, sicherte sich Tom Wierzoch im Juli im Mixte mit Brigitte Kersten völlig überraschend die Bronze-Medaille. Dabei war seine Vereinspartnerin erst wenige Tage vorher aus einem mehrwöchigen Krankenhaus-Aufenthalt entlassen worden. „Wir haben eine gute Mischung. Brigitte hat viel Erfahrung, sie bringt nichts aus der Ruhe. Das gibt mir als noch eher unerfahrenem Spieler die nötige Sicherheit“, erklärt Tom Wierzoch das Erfolgsrezept, das das Duo nach einer Auftaktniederlage noch bis ins Halbfinale führte. Die nächste Herausforderung für beide ist nun im Dezember die NRW-Hallenmeisterschaft im Mixte.

Tom Wierzoch ist es jedoch wichtig, diese Erfolge dem ganzen Klub anzurechnen. „Die Gemeinschaft innerhalb des Vereins ist super. Auch wenn jeder immer individuell an sich arbeitet, versuchen alle, sich gegenseitig zu helfen. Deshalb ist jeder Einzelerfolg auch einer des ganzen Klubs“, sagt er. Trotzdem hat die positive Bilanz dieses Jahres natürlich Lust auf mehr gemacht. „Wir wollen auf Deutschen Meisterschaften so präsent wie in diesem Jahr sein“, sagt Tom Wierzoch. „Und in der NRW-Liga geht es darum, im Tabellenmittelfeld zu landen, um zunächst den Klassenerhalt zu sichern und sich langfristig dort zu etablieren“, ergänzt Frank Gutberger. Ab April kämpfen die Balistiquer dann in der neuen Liga um Siege. Wenn es den ersten zu feiern gibt, steht der erste Gratulant auf jeden Fall schon mal fest: Toni Somberg.

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