Fußball-Bezirksliga

Die Null-Punkte-Horster geben nicht auf

Viel zu oft kommen die Horster Gegner zu großen Torchancen, wie in dieser Szene bei der 1:5-Niederlage beim SV Zweckel.

Viel zu oft kommen die Horster Gegner zu großen Torchancen, wie in dieser Szene bei der 1:5-Niederlage beim SV Zweckel.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Horst.  Am Schollbruch glaubt man noch an den Klassenerhalt des SV Horst 08 II. Doch ohne personelle Aufstockung des Kaders scheint das unmöglich.

Null Punkte und 15:65 Tore: Das ist die trostlose Bilanz, mit der die zweite Mannschaft des SV Horst 08 die Hinrunde in der Fußball-Bezirksliga beendet hat. Bei sechs Punkten Rückstand auf den Tabellenvorletzten SG Suderwich und fünf weiteren auf das rettende Ufer bestehen in der Staffel 9 kaum noch Aussichten, den Abstieg in die Kreisliga A zu verhindern. Aber am Schollbruch hat man sich trotzdem noch nicht aufgegeben.

„Unser Ziel ist es nach wie vor, die Klasse zu halten“, betont Vorstandsmitglied Helmut Lauschus. Einen freiwilligen Rückzug während des laufenden Spielbetriebs schließt er völlig aus. „Es war schließlich schwierig genug, die zweite Mannschaft in den überkreislichen Fußball zu bringen.“ Nach mehreren knapp gescheiterten Anläufen gelang den Horstern schließlich im Mai 2018 unter Franco Busu als Trainer der langersehnte Aufstieg in die Bezirksliga. Ein perfekter Zeitpunkt, denn fast zeitgleich schaffte die Erste den Westfalenliga-Aufstieg.

Die Erste konnte sich in der höheren Spielklasse allerdings nicht halten, sie spielt mittlerweile wieder in der Landesliga und schwebt auch dort in Abstiegsgefahr. Das Dilemma der ersten Mannschaft hat auch etwas mit der aktuellen Situation der zweiten zu tun. Denn: Die Reserve musste vor dieser Saison einige Spieler an die Landesliga-Mannschaft abgeben. Außerdem verlor sie mit Serkan Köse und Timurcin Güzel weitere Leistungsträger an andere Klubs. Diese Verluste waren nicht aufzufangen, zumal im Laufe der Hinrunde aufgrund des großen Verletzungspechs der ersten Mannschaft keine personelle Unterstützung von oben möglich war.

Nach dem gesundheitlich bedingten Abschied von Franco Busu im ersten Abschnitt der vergangenen Saison hatte Gianluca Rapisardi gemeinsam mit dem erfahrenen Willi Schmalz das Trainer-Amt übernommen. Sie erreichten Rang elf und damit den angestrebten Klassenerhalt. In diesem Sommer zog sich dann auch Willi Schmalz zurück, aus Altersgründen. Gianluca Rapisardi trägt seitdem mit seinen gerade erst einmal 31 Jahren die alleinige Verantwortung, unterstützt von seinem Co-Trainer Christian Löbel.

Eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, denn er stand vor der Herausforderung, eine neue junge Mannschaft zu formen. Das ist ihm bislang nicht gelungen, aber daran hätten sich wohl auch Jürgen Klopp oder Pep Guardiola die Zähne ausgebissen. Die Qualität, die die Mannschaft in der Hinrunde auf dem Platz gezeigt hat, reichte einfach nicht, um in der Liga konkurrenzfähig zu sein.

Wenig Zuversicht bei Rapisardi

Die Hälfte der 14 Spiele verlor die Horster Zweite mit vier und mehr Toren Unterschied. Besonders bitter wurde es beim 0:6 in Kirchhellen und 2:8 in Erle. Nur beim 0:1 gegen Westfalia 04 und 3:4 in Stuckenbusch waren die dringend benötigten Erfolgserlebnisse greifbar.

„Wir wollen in der Rückrunde versuchen, das Ruder noch herumzureißen“, sagt Helmut Lauschus. „Die beiden vor uns stehenden Teams sind auch nicht besser. Vielleicht reichen in dieser Saison ja auch schon fünf oder sechs Siege zum Klassenerhalt. Es wäre wünschenswert, den Kader nach der Winterpause personell aufzustocken.“

Ob Gianluca Rapisardi dann noch Trainer sein wird, bleibt abzuwarten. Bei ihm ist die lange vorhandene Zuversicht inzwischen einer gewissen Resignation gewichen. „Ich mache mir täglich meine Gedanken, wie es besser werden kann“, sagt er. „Wir haben doch schon alles versucht. Vielleicht müssen neue Leute ran, um noch das Wunder des Klassenerhalts zu schaffen.“

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