Fußball

Die Gesamtschule Berger Feld räumt erneut den Titel ab

Glückliche Sieger mit ihrem Idol: Das Team der Gesamtschule Berger Feld gewann vorder Evangelischen Gesamtschule. Ahmed Kutucu (hinten Mitte) jubelt mit.

Glückliche Sieger mit ihrem Idol: Das Team der Gesamtschule Berger Feld gewann vorder Evangelischen Gesamtschule. Ahmed Kutucu (hinten Mitte) jubelt mit.

Foto: Heinrich Jung

Gelsenkirchen-Schalke.   Schalke-Profi Ahmed Kutucu, der selbst vor sieben Jahren das Masters-Turnier gewann, macht dem Schulnachwuchs Mut: „Glaubt an euren Traum!“

Wer am Berger Feld das große Idol ist, das ist nicht zu überhören: „Kutucu, Kutucu!“ Die jungen Zuschauer auf der Sporthallentribüne bemühen sich redlich, die Aufmerksamkeit ihres großen Vorbilds auf sich zu ziehen. Ahmed Kutucu sitzt allerdings ganz cool am Spielfeldrand und verfolgt die letzte Partie des inzwischen 23. Fußball-Hallenmasters-Turniers für Schulmannschaften an der Gesamtschule Berger Feld. Die Gastgeber spielen gegen die Gesamtschule Horst.

Eine lange Anreise hatte Kutucu nicht. Er lacht. „Ich war bis gerade im Unterricht“, erzählt er. Deutsch um genau zu sein. Schließlich macht der Jungprofi des FC Schalke 04 gerade noch sein Abitur an der Gesamtschule. Auch er hat an den Hallenmeisterschaften teilgenommen. Kann sich noch genau erinnern. „2011 und 2012 habe ich hier gespielt. Und wir haben auch in beiden Jahren gewonnen.“ Sebastian Husemeyer zieht Kutucu mit einem Augenzwinkern auf: „Angeber.“

Pokal von Klingenburg bekommen

Der Fußball-Koordinator für die Sekundarstufe II der Gesamtschule ist seit sechs Jahren dabei. Als Kutucu seine Siege in der kleinen Sporthalle, die nur einige Meter von der großen königsblauen Arena entfernt ist, gefeiert hat, war er noch nicht dabei. „Weißt du noch, von wem du den Pokal damals bekommen hast“, fragt er. Kutucu überlegt. „René Klingenburg, der war‘s.“ Dass er sieben Jahre später selbst den Pokal überreichen würde, damit hatte er nicht gerechnet. „Aber ich habe immer daran geglaubt, dass ich es schaffen kann“, sagt er und schaut stolz auf das Spielfeld in der kleinen Turnhalle.

Ein Jubelschrei, laute Musik: ein Tor ist gefallen. Natürlich für die Gesamtschule Berger Feld. Die in schwarz-weißen-Trikots spielenden Jungs der Jahrgänge 2007 und 2008 sind als Favoriten in das Turnier gegangen: Klar. Aber auch ihre Herausforderer haben sich an diesem Tag nach Kräften gewehrt. „Besonders bemerkenswert war die Partie zwischen Ückendorf und Berger Feld. Da stand es bis zur Halbzeit nur 1:1“, berichtet Husemeyer. „In der zweiten Hälfte hat das Heim-Team aber aufgedreht und doch noch mit 6:1 gewonnen.“

Gespielt werden zweimal acht Minuten. „In einem Tabellenmodus“, so Husemeyer. Obwohl das letzte Spiel kein wirkliches Finale ist, muss doch der Gesamtsieg erst in dieser Partie ermittelt werden. Vor Anpfiff lagen Berger Feld und die Evangelische Gesamtschule punktgleich auf Platz eins.

Inzwischen liegen die Hausherren aber schon 2:0 in Front, da schauen Peter Knäbel und Tomasz Waldoch am Spielfeldrand vorbei. Für Waldoch, den Co-Trainer der Schalker U23, ist es inzwischen eine schöne Routine. „Ich komme gerne hierher und schaue den Jungs beim Kicken zu. Diese Spiele sind toll für den Nachwuchs“, sagt Waldoch. „Ich habe es als junger Fußballer geliebt, diese Turniere zu spielen.“

Gute Erinnerungen an das Schulteam

Ebenso geht es Peter Knäbel, Technischer Direktor des FC Schalke 04. Auch er erinnert sich gut an seine Zeit in der Schulmannschaft. „Damals gab es nicht so tolle Turniere. Aber wir hatten natürlich eine Mannschaft. Einmal haben wir sogar die hochfavorisierte Mannschaft der Berufsschule bezwungen. Das war ein Jubel“, sagt Knäbel. Aber auch die Gegenwart macht ihn stolz. „Es ist schön zu sehen, wie Ahmed Kutucu seinen Weg geht, dass er es aus der Knappenschmiede zu den Profis geschafft hat.“

Tatsächlich ist er für den Fußball-Nachwuchs ein nahbares Vorbild. Sebastian Husemeyer erzählt: „Die Schüler treffen ihn in den Fluren der Schule, wünschen ihm viel Erfolg fürs nächste Spiel.“

Wieder Jubel, wieder Musik: Ein schwarz-weißes Trikot-Knäul freut sich über den nächsten Treffer. Die Favoriten bauen jetzt den Vorsprung aus: 3:0, 4:0, am Ende steht es 5:0. Beim Abpfiff des Schiedsrichters tönt ein lautes „Berger Feld, Berger Feld“ durch die Halle. Die Ränge sind jetzt gut gefüllt. Etliche Klassen feiern jetzt die Titelverteidigung. Natürlich mit dem OK von Schulleiterin Maike Selter-Beer, die bei der Siegerehrung den kämpferischen und sportlichen Einsatz aller Mannschaften betont. Zwar könne nur ein Team am Ende ganz oben stehen, „aber die anderen, sind meine Gewinner des Herzens“, sagt sie. Während Pokal und Wimpel an die Mannschaftsführer überreicht werden, schnappt sich Ahmed Kutucu das Mikrofon. „Ich halte es kurz“, sagt er. „Gebt Gas und glaubt an euch und euren Traum!“ Dann muss er schon wieder los. Nach nebenan: Zum Training der Schalker Profis.

>>> Vier Herausforderer für Favorit Berger Feld

Dass die Gesamtschule Berger Feld am Ende den Sieg mit nach Hause nehmen würde, war keine große Überraschung.

Die Abschlusstabelle:
Platz 1: Gesamtschule Berger Feld; Platz 2: Evangelische Gesamtschule; Platz 3: Gesamtschule Ückendorf; Platz 4: Gesamtschule Horst; Platz 5: Hauptschule Schwalbenstraße

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben