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Devils blieben in der Hinrunde unter ihren Möglichkeiten

Wurden in dieser Saison zu oft vor der Endzone gestoppt: Die Gelsenkirchen Devils, die zum Rückrundenstart gegen die Essener Cardinalsspielen.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Wurden in dieser Saison zu oft vor der Endzone gestoppt: Die Gelsenkirchen Devils, die zum Rückrundenstart gegen die Essener Cardinalsspielen. Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen.   Für die Gelsenkirchen Devils wäre in der Regionalliga bisher „mehr drin gewesen“, findet Coach Jan Kärner. Klassenerhalt ist aber noch möglich.

Acht Monate ist es her, da feierte das Football-Team der Gelsenkirchen Devils unter einer roten Rauchwolke den Aufstieg in die Regionalliga. Nun, nachdem die Hälfte der Saison rum ist, schwebt schon wieder eine Wolke über den Teufeln. Allerdings ist es die drohende Wolke des Abstiegskampfes.

Dass die Devils nun auch in der Regionalliga sofort oben mitspielen und frühzeitig den Klassenerhalt festzurren würden, davon war keiner ausgegangen. Schon vor Saisonbeginn stand fest, dass die Konkurrenz in der dritten deutschen Football-Liga zu groß ist. Allein mit dem Ruhrgebiets-Rivalen Assindia Cardinals aus Essen spielt ein Team in der Regionalliga, das eine ganz andere Hausnummer ist als die Gelsenkirchener.

Keiner spielt für Geld

Überhaupt sind die Strukturen der anderen Mannschaften anders als bei den Devils. Die anderen Regionalliga-Teams zahlen auch mal gerne kleine Gehälter, um Spielern schmackhaft zu machen, mit ihrem Logo auf dem Helm das Football-Feld umzupflügen. In Gelsenkirchen spielt keiner für Geld. Die Devils zahlen die ganz normalen Mitgliedsbeiträge, anstatt sich mit ihrem Lieblingssport etwas Geld dazu zu verdienen. Das Fundament der Teufel ist der eigene Nachwuchs.

Das nun als Grund anzuführen, warum es bei den Devils in dieser Saison bisher noch nicht so läuft, wäre aber zu einfach. Und das tun die Gelsenkirchener auch nicht, schließlich haben sie selbst diesen Weg gewählt. Zunächst einmal ist es natürlich für jeden Aufsteiger in eine neue Liga schwierig – ob mit viel oder mit wenig Geld in der Hinterhand.

Viele Wehwehchen

„Diese Saison ist für uns schon deutlich physischer als die letzte. Und gleichzeitig spielen wir auch noch gegen technisch bessere Teams“, sagt Devils-Headcoach Jan Kärner. „Das zehrt auf jeden Fall an dem ein oder anderen.“ Und führt über kurz oder lang zu kleinen Wehwehchen, über die die Teufel in dieser Saison vermehrt klagen. „Sagen wir es mal so: Das hatten wir in den letzten zwei Jahren so nicht“, sagt Kärner. „Viele Leute haben so Kleinigkeiten, die dann vielleicht nicht richtig ausgeheilt werden.“ Das summiere sich einfach, „und das schränkt uns gerade ein bisschen ein.“

Aber auch ungeachtet der Personallage hätte es für die Gelsenkirchener zur Saison-Halbzeit besser aussehen können. „Es wäre definitiv mehr möglich gewesen“, sagt Kärner. In Köln hätte sein Team gewinnen können, doch am Ende setzte es ein 0:9. Und auch in Bielefeld sah es zunächst noch gut aus, das 6:16 zur Halbzeitpause sei „immer noch ein handhabbares Ergebnis“ gewesen, so Kärner. Doch dann erwischten die Devils ein drittes Viertel, in dem sie komplett einbrachen. Und so bleibt der 21:7-Erfolg beim Tabellenletzten Remscheid Amboss der bislang einzige Saisonsieg. Neben den noch punktlosen Remscheidern zählt Kärner sein Team und die Bonn Gamecocks zu den Mannschaften, die gegen den Abstieg spielen. Gelsenkirchen und Bonn haben jeweils zwei Punkte, Köln habe sich laut Kärner „mit sieben Punkten schon gut aus der Affäre gezogen.“

Selbstbewusstsein aufbauen

Insgesamt blieben die Devils in der Hinrunde unter ihren Möglichkeiten, das sieht auch Kärner so. „Wir müssen jetzt herausfinden, woran das liegt, damit wir dieses Football-Team wieder in den Modus der letzten Jahre kriegen“, sagt Kärner und meint damit vor allem das Selbstbewusstsein seiner Spieler.

Als nächstes müssen die Devils zu den Assindia Cardinals nach Essen. „Da müssen wir erstmal wieder unsere eigenen Sachen machen, fehlerfrei. Das, was wir können“, fordert Kärner. Damit die Wolke des drohenden Abstiegs verschwindet.

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