Fußball

Derby mit Geschichte zum Auftakt in die Bezirksliga

Trainieren hart für den Saisonauftakt gegen den SC Hassel: Die Spieler des Erler SV 08 wolle für die Niederlage vor 34 Jahren Revanche nehmen.

Trainieren hart für den Saisonauftakt gegen den SC Hassel: Die Spieler des Erler SV 08 wolle für die Niederlage vor 34 Jahren Revanche nehmen.

Foto: Heinrich Jung

Gelsenkirchen.  In der ersten Partie empfängt der Erler SV den SC Hassel. Das letzte Duell der beiden Klubs, in dem es um Punkte ging, fand vor 34 Jahren statt.

Die neue Saison im Amateurfußball beginnt für die Nostalgiker unter den Gelsenkirchenern mit einem echten Knüller. Der Erler SV 08 empfängt bereits am Freitagabend, am 10. August, den SC Hassel zum Auftakt in der Bezirksliga, Staffel 9. Anstoß ist um 19 Uhr auf der Sportanlage am Forsthaus.

„Wir haben die Partie extra vorverlegt, weil wir uns dadurch den einen oder anderen Zuschauer mehr versprechen“, sagt Erles Vorsitzender Andreas Sasse. „Ich rechne mit 400 bis 500 Besuchern.“ Augenzwinkernd fügt er hinzu: „Jeder 1000. Besucher hat freien Eintritt.“

Auch aus Hassel werden sicherlich einige Fußball-Freunde kommen. Nach dem freiwilligen Oberliga-Rückzug im November des vergangenen Jahres sind sie gespannt, ob und wie sich ihre völlig neuformierte Mannschaft drei Spielklassen tiefer behaupten kann.

Der Erler SV 08 und der SC Hassel in einer Liga - wann hat es das zuletzt gegeben? Von 1997 bis 1999 spielten beide in der Landesliga, aber in unterschiedlichen Staffeln. Wann aber gab es das letzte Duell um Punkte? Andreas Sasse weiß es: im Mai 1984, also vor mehr als 34 Jahren. Beide Klubs standen sich damals am Lüttinghof in der Landesliga gegenüber. Ganz früher, in den 70er Jahren, gab es diese Derbys sogar in der damals drittklassigen Verbandsliga.

Der heutige Erler Klub-Chef war im Mai 1984 als Spieler mit dabei. Er trug die Binde des Mannschaftsführers, konnte aber nicht verhindern, dass sein Team in Hassel mit 1:5 unterging. „Wir mischten in jener Saison lange Zeit oben mit“, erinnert sich der heute 59-Jährige. „Aber zum Schluss haben wir fast alles vergeigt und sind, so meine ich, am Ende nur Neunter geworden.“ Der SC Hassel stieg in jenem Jahr in die Verbandsliga auf. Die Wege mit dem ESV 08 kreuzten sich fortan nur noch in Test- oder in Pokalspielen.

Überragender Mann auf dem Platz beim bislang letzten Derby zwischen beiden Vereinen war der Hasseler Dieter Friedrich, dem vor 1300 Zuschauern drei der fünf Treffer seiner Mannschaft gelangen. Er ist leider bereits verstorben. Im Tor des SC Hassel stand der heutige Erler Torwart-Trainer Klaus Rohde. Zum Sieger-Team gehörten auch Manfred Stiller, Carsten Kreuz und Karsten Link. Neben Andreas Sasse kickte auch Ludwik Harelik für die unterlegenen Erler.

Mehr als 34 Jahre später hofft Andreas Sasse auf die Revanche. „Wenn wir unsere stärkste Mannschaft aufbieten könnten, würde ich uns als Favorit ansehen“, sagt er. „Aber wir haben mehrere Spieler, die derzeit verletzt oder in Urlaub sind. Auf der anderen Seite steht der SC Hassel, der mich bei der Stadtmeisterschaft positiv überrascht hat. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass es gar nicht so einfach ist, nach einem Zusammenbruch eine völlig neue Mannschaft aus dem Boden zu stampfen. Den Hasselern scheint das für die Bezirksliga gut gelungen zu sein.“

Weitere interessante Kreisderbys

Nicht nur wegen des Sport-Klubs aus Hassel ist die Staffel 9 der Bezirksliga aus Gelsenkirchener Sicht so attraktiv wie nie. Mit Westfalia 04, Gençlerbirliği Resse und Aufsteiger SV Horst 08 II mischen drei weitere Teams aus dieser Stadt mit. Zudem sorgen die Duelle mit dem BV Rentfort und dem Absteiger SV Zweckel für weitere interessante Kreisderbys.

„Wir wollen besser abschneiden als zuletzt“, sagt Andreas Sasse. „Also Vierter bis Sechster werden. Vielleicht gelingt es uns ja auch, beste der sieben Mannschaften aus dem Fußballkreis Gelsenkirchen zu werden.“

Dass es noch einmal ein Derby gegen den SC Hassel in einer höheren Liga geben wird, glaubt der ehemalige Mittelfeldspieler eher nicht. „Vielleicht noch einmal in der Landesliga“, sagt er. „Aber machen wir uns doch nichts vor: Danach wird es als Amateurverein in Gelsenkirchen doch schon sehr eng. Wir werden jedenfalls kein finanzielles Risiko eingehen, um nach oben zu kommen. Das Beispiel von Viktoria Resse hat doch gezeigt, dass man selbst dann nicht mehr Zuschauer hat, wenn man in der Westfalenliga spielt.“

>>> Auch dem Erler SV ging mal die Puste aus

Was der SC Hassel in den vergangen Monaten durchmachen musste, hat der Erler SV 08 in vergleichbarer Form auch schon mal erlebt.

Nach dem Abstieg aus der Landesliga vor zehn Jahren ging dem Forsthaus-Klub in der anschließenden Bezirksliga-Spielzeit vorzeitig die Puste aus. Er zog sich während der laufenden Saison vom Spielbetrieb zurück und startete im Sommer 2009 einen neuen Anfang in der Kreisliga A.

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