Fußball-Saisonausblick

Der Erler SV 08 ist nach zwölf Jahren zurückgekehrt

Hartmut Scholz hat den Erler SV 08 in die Landesliga zurückgeführt. Zuletzt spielte das Forsthaus-Team bis 2008 in dieser Klasse.

Hartmut Scholz hat den Erler SV 08 in die Landesliga zurückgeführt. Zuletzt spielte das Forsthaus-Team bis 2008 in dieser Klasse.

Foto: Ingo Otto

Erle.  „Für uns als Aufsteiger kann und wird das Ziel nur Klassenerhalt heißen“, sagt Hartmut Scholz, der Trainer des Landesligisten den Erler SV 08.

Nach zwölf Jahren spielt der Erler SV 08 wieder dort, wo er selbst seine eigentliche fußballerische Heimat sieht: in der Landesliga. Der Meistertitel in der Bezirksliga und der damit verbundene Aufstieg krönte eine Saison, wie sie für den am Forsthaus beheimateten Klub besser nicht hätte laufen können. Daran konnte auch die Corona-Pandemie, die zu einem Abbruch im März führte, nichts ändern.

Es fing bereits im Juli 2019 mit dem abermaligen Gewinn der Gelsenkirchener Feldmeisterschaft bestens an. Und in der Meisterschaft gab es anschließend ebenfalls keine Mannschaft, die den ESV 08 schlagen konnte: 16 Spiele, 14 Siege und zwei Unentschieden, sieben Punkte vor dem FC Marl. „Es wäre auch ohne den Saisonabbruch kein Weg an uns vorbeigegangen“, behauptet Trainer Hartmut Scholz. „Die Mannschaft hat eine überragende Serie gespielt und sich den Aufstieg redlich verdient.“

14 Jahre ununterbrochen dabei

Vorsitzender Andreas Sasse freut sich in der neuen sportlichen Umgebung vor allem auf die Derbys gegen den SV Horst 08, die SSV Buer und gegen Viktoria Resse, den direkten Nachbarn im Stadtosten. „Die Landesliga können wir finanziell stemmen“, betont der 61-Jährige. Die Landesliga – in dieser Spielklasse war sein Klub vor dem Abstieg in der Saison 2007/08 zuletzt 14 Jahre lang ununterbrochen vertreten.

Die Erler vertrauen auch eine Liga höher im Wesentlichen ihrer zuletzt so erfolgreichen Mannschaft. „Zum Glück haben sich unsere personellen Veränderungen in Grenzen gehalten“, sagt Hartmut Scholz. Der ESV 08 brauchte in diesem Sommer nur zwei Abgänge zu verzeichnen: Benedikt Vorholt wollte fußballerisch kürzertreten und wechselte zum VfL Resse 08 in die Kreisliga A, und Akin Yildiz hofft darauf, bei Rot-Weiß Türkspor Herne mehr Einsatzzeiten zu erhalten als zuletzt in Erle. „Diese Abgänge tun uns natürlich weh, aber wir verstehen die Entscheidungen“, räumt Hartmut Scholz ein.

Der ehemalige Torhüter von Westfalia 04 ist zuversichtlich, dass die Zugänge die entstandenen Lücken mehr als nur schließen können. Mit Lutz Reydt (Viktoria Resse), Lukas Lobe, Leon Jung (beide SV Phönix Bochum), Ferhat Sahin (SV Sodingen) und Niels Overhoff (TuS 05 Sinsen) sind den Grün-Weißen fünf externe Zugänge ins Netz gegangen, die genau in ihr Beuteschema passen: jung, entwicklungsfähig und bereits mit Erfahrung in überkreislichen Spielklassen gesegnet. „Unsere Neuen sind gute Jungs, sie haben sich schon sehr gut integriert“, sagt ihr Coach. „Auch die Spieler, die wir aus dem eigenen Nachwuchs hochgezogen haben, bereiten uns viel Freude.“

Das Tempo wird in der Landesliga höher sein

Wie in den vergangenen Spielzeiten setzen die Erler außerdem auf ihre mannschaftliche Geschlossenheit und auf ihre gute Kameradschaft. „Das Tempo in der Landesliga wird höher sein, wir werde­n nicht mehr so viel Zeit haben, um den Ball zu verarbeiten oder weiterzuspielen. Darauf müssen und werden wir uns einstellen.“

Nach Jahren des Vorankommens mit kleinen Schritten erwartet am Forsthaus niemand, dass der traditionsreiche Klub aus dem Stadtosten die Landesliga im Sturm erobern wird. „Für uns als Aufsteiger kann und wird das Ziel nur Klassenerhalt heißen“, macht Hartmut Scholz deutlich. „Es wird in Zeiten von Corona für alle Mannschaften eine schwierige Saison.“

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