Das Zentrum der Abwehr kann es auch Bayern schwer machen

Gelsenkirchen.   In den letzten zehn Spielen konnte Schalke den Bayern nur drei Unentschieden abringen – alle anderen Spiele gingen verloren. Während die jüngere Bilanz also auf eine Schalker Niederlage hindeutet, verspricht die taktische Lage hingegen ein sehr interessantes Duell, analysiert WAZ-Gastautor Jakob Debelka vom Portal Halbfeldflanke.de.

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In den letzten zehn Spielen konnte Schalke den Bayern nur drei Unentschieden abringen – alle anderen Spiele gingen verloren. Während die jüngere Bilanz also auf eine Schalker Niederlage hindeutet, verspricht die taktische Lage hingegen ein sehr interessantes Duell, analysiert WAZ-Gastautor Jakob Debelka vom Portal Halbfeldflanke.de.

Domenico Tedesco hat auf Schalke das Pressing geändert. Die ganze Mannschaft agiert jetzt deutlich kollektiver und flexibler. Dabei lässt der Trainer den Fokus vor allem auf die Kontrolle des Zentrums legen. In die wichtigen zentralen Bereiche vor der Abwehr konnte kein Gegner bisher konstant eindringen. Bayern hatte auf der anderen Seite in dieser Saison immer wieder das Problem, sich vor die gegnerische Formation drängen zu lassen. Die Mittelfeldspieler Tolisso und Vidal schafften es nicht, von hinten Dominanz aufzubauen, darum ließ sich Thiago zu ihnen fallen. Der fehlte dann aber im Zentrum. Die Flügelspieler fanden dort also niemanden zum Kombinieren und positionierten sich darum auch am Rand der gegnerischen Position.

Dank der individuellen Klasse war Bayern jedoch keineswegs ungefährlich. Doch die Königsblauen können sich wiederum auf die starke Endverteidigung um die individuell sehr guten Innenverteidiger verlassen.

Eine andere wichtige Frage ist, wie gut die Schalker gegen die Münchner die eigenen Konter und Schnellangriffe ausspielen können. Eigentlich ist München aufgrund der vielen Spieler hinter dem Ball meistens gut abgesichert und was für die Schalker Innenverteidigung gilt, trifft auf Hummels und Boateng noch mehr zu. Aber die Schalker zeigen bei ihren Kontern gute Laufwege und haben mit Harit und Konoplyanka zwei unterschiedliche und sehr starke Dribbler, die vom beweglichen Burgstaller gut unterstützt werden.

Interessant für die Vorbetrachtung ist auch das Spiel zwischen München und Mainz am Samstag. Die Mainzer agierten mit einem 5-4-1-System, also prinzipiell der gleichen Defensivformation wie die Schalker. München zeigte gegen dieses System eine viel gelobte Leistung. Thiago als Achter brachte Verbesserung – die Bayern kamen über den Spanier besser ins Zentrum, wo diesmal mit Müller und den zentraler agierenden Flügelspielern mehr Anspielstationen warteten. Auch die Mainzer Offensive hatten die Münchner gut unter Kontrolle. Die Spieler vor der Abwehr standen ohne Ball sehr eng, weswegen die Mainzer Dreierkette es nicht schaffte, das Mittelfeld mit Steilpässen zu überwinden.

Doch Schalke verteidigt eben das Zentrum noch besser als Mainz. Die Königsblauen werden es den Münchern sehr schwer machen und mit ihrem Angriffspressing vielleicht auch viele hohe Bälle erzwingen oder eben Ballverluste in gefährlichen Zonen. Wichtig wird wohl auch, wie gut die spielstarken Kehrer und Bentaleb es schaffen, den Ball zum Offensivtrio weiterzuleiten. Gelingt das und wird das Zentrum dichtgehalten, so könnte Schalke es schaffen, der Bilanz endlich mal wieder einen Sieg hinzuzufügen.

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