Fußball

Bueraner Torwart-Talent: Das DFB-Team als nächster Schritt

Fototermin auf der elterlichen Terrasse in Buer: Josefine Osigus, die Torhüterin der Bundesliga-B-Juniorinnen der SGS Essen.

Fototermin auf der elterlichen Terrasse in Buer: Josefine Osigus, die Torhüterin der Bundesliga-B-Juniorinnen der SGS Essen.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Buer.  „Schule macht sie nebenbei“, sagt ihre Mutter über Josefine Osigus. Die 15-Jährige aus Buer arbeitet weiter intensiv an ihrem Fußball-Traum.

Es ist momentan alles ein bisschen anders. Wegen der Corona-Pandemie. Das hat allerdings keinen Einfluss darauf, dass Josefine Osigus strahlt, dass sie viel lacht. Und irgendwie ist auch fast schon wieder alles normal. Die 15-jährige aus Gelsenkirchen-Buer geht weiterhin ihren Fußball-Weg, für den sie ja schon längst ihre Träume benannt hat: ein Stipendium in den USA zu bekommen, in der Bundesliga für den VfL Wolfsburg oder den FC Bayern München zu spielen und, na klar, im Tor der Frauen-Nationalmannschaft zu stehen.

So weit ist es noch nicht. Die Nummer eins des B-Juniorinnen-Bundesligateams der SGS Essen , das am Sonntag mit einem 6:1-Sieg über den TuS Issel in die Saison gestartet ist, hat in der Corona-Zeit die nächsten Schritte gemacht. Josefine Osigus gehört zum Aufgebot der U-17-Nationalmannschaft.

Josefine Osigus ist ab Mittwoch beim DFB-Lehrgang in Hennef

Sie ist im August beim Lehrgang in Bad Gögging gewesen, und sie wird ab Mittwoch beim Lehrgang in Hennef sein. Und? „Mein Ziel ist es, Gas zu geben und dabei zu sein“, sagt sie.

Sie will eine der beiden Torhüterinnen sein, die U-17-Bundestrainerin Sabine Loderer (39) für die beiden Länderspiele in Österreich nominieren wird. „In Bad Gögging waren wir fünf Torhüterinnen, jetzt sind wir nur noch vier“, erzählt Josefine Osigus, die auch weiterhin – inzwischen in der Stufe elf – recht locker durchs Leibniz-Gymnasium marschiert. „Schule“, sagt Mama Tina Osigus (47) und schmunzelt, „macht sie ja quasi nebenbei.“

Der Fußball regiert den Tagesablauf – Schule macht sie nebenbei

Pause: Foto-Kollege Michael Korte kommt. Ab auf die Terrasse. Es wird in diesem Moment schon deutlich, dass die Hauptdarstellerin ein Mädchen und kein Junge ist. „Ich muss gucken, ob der Zopf okay ist“, sagt sie, schmunzelt und verschwindet. Es soll schließlich ein schickes Foto werden. Später erzählt Tina Osigus auch noch, dass ihre Tochter gesagt habe, vor dem Termin essen zu wollen.

Damit der Obstsalat, der im März Teil der Schlagzeile gewesen ist, nicht schon wieder in der Zeitung auftaucht. Geschafft: Der Foto-Stress ist vorbei. Weiter geht’s.

Der Fußball regiert den Tagesablauf Josefine Osigus‘, für die es auch nicht außergewöhnlich ist, direkt nach der Schule zum Training zu düsen. Beziehungsweise gedüst zu werden. „Das kriege ich alles gut hin“, sagt sie und muss auch weiter gar nichts erklären. Wer sie anschaut, der glaubt es ihr. Sofort.

Torwart-Training bei Jörg Vesper: Osigus trainiert mit dem Bundesliga-Tean

Und es ist auch nicht zu befürchten, dass das nun anders wird, weil sich ihr Trainingsplan verändern wird. Die Einheit bei den zweiten U-19-Jungen der SSV Buer wird wegfallen, dafür darf Josefine Osigus jeweils eine Einheit bei den U-20-Fußballerinnen, die in der Regionalliga spielen, sowie eine beim Frauen-Bundesligateam der SGS Essen absolvieren. „Aber nur das Torwart-Training“, sagt sie.

Darauf freut sie sich jedoch besonders, weil sie Jörg Vesper regelmäßig wiedersehen wird, der zu Zeiten der U-15-Nationalmannschaft ihr Torwart-Trainer gewesen ist. Trotz aller Ambitionen in der Nationalmannschaft blickt Josefine Osigus aber auch sehr genau auf ihr Team, bei dem sie Woche für Woche im Kasten steht.

Halbfinale der Deutschen Meisterschaft als Ziel mit der SGS Essen

Erst recht in dieser Saison, nachdem die vergangene wegen der Corona-Pandemie abgebrochen worden ist und die SGS-Mädels keine Chance bekommen haben, um die Deutsche Meisterschaft zu spielen. Sie will die Meisterschaft in der Bundesliga-Staffel West/Südwest mit ihrer Mannschaft holen und ins DM-Halbfinale einziehen. „Aber das wird schwierig“, sagt sie. „Ich glaube nicht, dass wir so gut sind wie in der vergangenen Saison.“

Die haben die Essenerinnen mit 40 Punkten aus 15 Spielen auf Rang eins beendet. „Da hatten wir eine außergewöhnliche Mannschaft mit vielen kreativen Spielerinnen“, erzählt Josefine Osigus. „In dieser Saison müssen wir mehr übers Kollektiv kommen.“

Auch in der Corona-Zeit kam keine Langeweile auf

Aber wie ist das denn nun alles während der Corona-Zeit gelaufen? „Gut!“, antwortet Josefine Osigus. „Ich hatte auf keinen Fall Langeweile.“

Was auch daran gelegen hat, dass Papa und Torwart Christof (47) darauf geachtet hat, dass seine Tochter gut trainiert. Hinzu kamen die zahlreichen Online-Einheiten des Deutschen Fußball-Bundes. Videokonferenzen.

„Das habe ich immer im Garten gemacht. Athletik, Kraft, Ausdauer, Fußtechniken“, sagt sie. „Und Papa hat immer Yoga mitgemacht.“ Dass Josefine Osigus in diesem Moment schmunzelt, versteht sich von selbst.

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