Luftgewehr Bundesliga

Buer-Bülse mit Rekord: „Ein bisschen stolz können wir sein“

Volle Konzentration: Lisa Tüchter (2.v.r.) trug mit ihren 396 Ringen gegen den TuS Hilgert zum Bundesliga-Rekord bei.

Volle Konzentration: Lisa Tüchter (2.v.r.) trug mit ihren 396 Ringen gegen den TuS Hilgert zum Bundesliga-Rekord bei.

Foto: Heinrich Jung

Gelsenkirchen.   Der BSV Buer-Bülse hat in der Luftgewehr-Bundesliga mit 1980 Ringen einen Rekord aufgestellt. Besser war seit der Gründung der Liga kein Team.

„Na klar“, sagt Frank Pawelke, „ich habe meinem Chef von unserem Rekord erzählt. Wir können ja auch ein bisschen stolz darauf sein.“ 1980 Ringe haben die fünf Schützen des BSV Buer-Bülse beim 5:0-Heimsieg gegen den TuS Hilgert geschossen, das hat in den 21 Jahren seit der Gründung der Luftgewehr-Bundesliga noch kein anderes Team geschafft. Doch dann bremst der Trainer des Tabellendritten auch sofort wieder die Euphorie. „Auch für den Rekord gibt es nur zwei Punkte. Wenn wir jetzt beim nächsten Wettkampf nur 1960 Ringe schießen, sind wir die Dummen, sonst nichts.“

Damit es nicht soweit kommt, hat die Mannschaft nach dem Rekord im Sportzentrum Schürenkamp noch über diesen Rekord gesprochen. „Wir haben uns gefreut, und nun schauen wir nach vorne“, so Frank Pawelke. Schließlich hat der BSV Buer-Bülse ein Ziel: Das Finale um die Deutsche Meisterschaft, und dafür muss am Ende der Saison mindestens Platz vier in der Tabelle herausspringen.

Auch der Weg zum Rekord hatte mit langen Gesprächen begonnen. Am Samstag hatte der BSV Teil eins des Heimwettkampfes noch 2:3 gegen die SSG Kevelaer verloren. Am Abend saßen die Schützen lange in der Hotel-Lobby zusammen und redeten über die Niederlage. Istvan Peni, die ungarische Nummer eins im Team, zockte mit Robin Zissel, der das entscheidende Stechen gegen Kevelaer verloren hatte, an der Playstation. Offensichtlich ein gutes Rezept, um die Lockerheit wieder zu entdecken.

„Am Sonntag sind wir in die Halle gefahren, um einen Neustart hinzulegen“, fasst Frank Pawelke den Gesprächsabend zusammen. „Jeder sollte einfach das machen, was er am besten kann.“

Und das war ein echter Hammer. An Nummer eins schoss Istvan Peni wie gegen Kevelaer 400 Ringe. Das heißt: Alle 40 Schuss flogen in die „Zehn“, mehr geht nicht. Und die Besonderheit daran: Schon morgens beim Frühstück hatte Peni die nächste 400 angekündigt.

Am Stand neben ihm ließ sich der Deutsche Meister Dennis Welsch nicht aus der Ruhe bringen. Zwar lag er mit seiner Gegnerin Manuela Felix bis zum 28. Schuss gleichauf, doch Welsch behielt die Nerven und siegte mit 397:393.

Leila Hoffmann, eine Schützin die den Spaß am Schießen braucht, musste sich erst in den Rhythmus kämpfen. Nachdem sie aber endlich den Schwung erwischt hatte, holte sie mit ihrem 393:386-Sieg den dritten Punkt für ihr Team.

Robin Zissel, nach seiner Lebensmittelvergiftung erstmals wieder dabei, startete mit 200 Ringen aus 20 Schüssen, doch dann verlor er die Konzentration. Nach drei „Neunen“ im dritten Durchgang machte er eine Pause. Das half, denn er siegte mit 394:393.

An Position fünf machte Lisa Tüchter den Rekord mit ihrem 396:385-Erfolg perfekt. Sie stand als Letzte am Schießstand und wusste, dass es um den Rekord geht. Um so stärker ihr Finish.

Und: Es wird wohl kein Rekord für die Ewigkeit sein. Parallel zu den 1980 Ringen vom BSV schossen die SB Freiheit und Germania Prittlbach jeweils 1979 Ringe...

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