Handball Oberliga

Aufsteiger Schalke dreht beim Saisonstart zu spät auf

Ihm gelangen zum Start in die Oberliga drei Treffer: Schalkes Maximilian Gill (l.) gehörte damit zu den erfolgreichsten Werfern des Aufsteigers.

Foto: Michael Korte

Ihm gelangen zum Start in die Oberliga drei Treffer: Schalkes Maximilian Gill (l.) gehörte damit zu den erfolgreichsten Werfern des Aufsteigers.

Gelsenkirchen.   Die Schalker Handballer haben zum Saisonstart der Oberliga 21:24 gegen Germania verloren. Nach verschlafener Halbzeit drehten sie zu spät auf.

Die Halle stand, es gab Standing Ovations. Unten auf dem Spielfeld jubelten die Spieler von LiT Tribe Germania, hüpften im Kreis. Den Gästen galt der Applaus allerdings nicht – sondern dem Aufsteiger FC Schalke 04. Der hatte in seinem ersten Handball-Oberliga-Spiel seit 30 Jahren eine klasse zweite Halbzeit hingelegt – damit die schwache erste aber nicht mehr aufholen können. Am Ende musste sich der S04 dem Aufstiegskandidaten LiT mit 21:24 geschlagen geben.

„Das ist natürlich schade“, meinte Schalkes Trainer Sebastian Hosenfelder nach dem Spiel. Zwischenzeitlich hatte sein Team den Gegner am Kragen gepackt, konnte ihm die Führung letztendlich aber nicht aus der Tasche ziehen. Zur Halbzeitpause sah das noch ganz anders aus.

Um kurz nach 20 Uhr am Samstagabend gingen die Schalker in die Kabinen, ein deutliches 6:13 prangte auf der Anzeigetafel gegenüber der Tribüne. Die Schalker hatten in den vorangegangenen 30 Minuten gelernt, was es heißt, in der Oberliga zu spielen. „Vielleicht war das zu viel Respekt von unserer Seite aus“, sagte Hosenfelder.

LiT hatte in dieser torarmen Hälfte das Heft in der Hand. Schalke ließ vorne mit zwei Kreisübertretungen und zwei verworfenen Siebenmetern vier einfache Tore liegen, hinten waren es „zwei, drei kleine Stellungsfehler. So dumme Sachen, die in der Verbandsliga noch nicht bestraft worden sind. In der neuen Liga werden sie halt gnadenlos bestraft“, sagte Hosenfelder. Eine anfänglich harte Landung beim Schalker Comeback in der Oberliga.

Doch das Spiel war noch nicht vorbei. „Wir haben die breitere Bank und mehr Tempo. LiT wird irgendwann müde werden und Fehler machen“, motivierte Hosenfelder seine Spieler und forderte sie auf, aus diesem Spiel zu lernen. „Und das Ganze auch einfach mal zu genießen.“ Es war ja schließlich ihr Oberligadebüt.

Und was die Königsblauen nach der Pause aufs Parkett legten, genossen nicht nur sie selbst, sondern auch die Zuschauer. S04 vermied nun die einfachen Fehler in der Defensive, wirkte wacher, entschlossener. Auch die Abschlüsse waren konzentrierter. Nach zehn Minuten waren die Schalker bis auf vier Tore herangekommen. LiT, nun vermehrt ohne den Bundesliga-Einkauf Evars Kiesniks, der in der ersten Halbzeit noch ordentlich auf- und abgeräumt hatte, wirkte etwas überrascht von der neuen Schalker Wucht.

Punktgewinn zum Greifen nah

Sechs Minuten vor Schluss wurde es dann richtig laut in der Halle. Königsblau ließ sich von einer strittigen Schiedsrichter-Entscheidung kurz zuvor nicht vom Weg abbringen. Erst Philipp Gemsa und dann Nico Helfrich trafen zum 19:21. Plötzlich war der Punktgewinn zum Greifen nah.

Doch die Gäste waren letztendlich clever genug, den knappen Vorsprung runter zu spielen. „Das ist dann die Klasse von LiT“, sagte Hosenfelder. Applaus gab es trotzdem für die Schalker, „wir können hier mit erhobenem Haupt vom Platz gehen. Am Ende haben wir uns nur leider nicht belohnt“

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