Handball-Nostalgie

Vor 30 Jahren grüßte Tusem von der Spitze

Erinnerungen an den größten Tusem-Triumph vor 30 Jahren: Betreuer Krause (links) und HaDe Schmitz.

Erinnerungen an den größten Tusem-Triumph vor 30 Jahren: Betreuer Krause (links) und HaDe Schmitz.

Foto: Michael Gohl

essen.   Nach dem Finalsieg über US Créteil waren die Essener die Könige Europas. Ex-Trainer HaDe Schmitz lobt die heutige Jugendarbeit.

Es muss ein besonderes Gefühl sein, von tausenden Menschen gefeiert zu werden. Für etwas gefeiert zu werden, dass man mit harter Arbeit erreicht hat. Hans-Dieter Schmitz ist so einer, der diesen Moment genießen konnte. Zum Beispiel im Jahr 1989, als er als Trainer des Tusem Essen mit seiner Mannschaft an der Spitze Europas angekommen war. Nun, 30 Jahre danach, erinnert sich der mittlerweile 71-Jährige zurück.

Der Verein von der Margarethenhöhe steht in der Abschlusstabelle der Handball-Bundesliga deutlich vor dem THW Kiel. Heute kaum vorstellbar, denn der Tusem spielt seit einiger Zeit nur noch in der 2. Bundesliga, in der Saison 1988/89 aber die Wahrheit. Es war eine der besten Spielzeiten des Traditionsklubs, die nicht nur durch den dritten Deutschen Meistertitel, sondern auch durch den Gewinn des Europapokals der Pokalsieger gekrönt wurde.

Die Mannschaft sorgte Ende der 80er für Furore



Die Essener waren zu diesem
Zeitpunkt die Könige Europas. „Das war eine ganz heiße und tolle Zeit“, erinnert sich Schmitz, „wir waren eine der besten Mannschaften Europas, sehr erfolgreich. Und wir hatten einfach eine tolle Truppe.“ Darunter Jochen „Scholle“ Fraatz, Eric Rasmussen oder Thomas Happe – eine Mannschaft, die Ende der 80er-Jahre für Furore sorgte. „Und wir hatten Spaß zusammen“, verrät Hans-Dieter Schmitz, der sich immer wieder darüber freut, seine alten Weggefährten zu treffen.

Alle Spieler verbindet die Erinnerung an die starke Saison vor 30 Jahren, mit dem Pokalsieg gegen den französischen Vertreter US Créteil vor über 7000 Zuschauern in der Grugahalle. „Es war natürlich auch meine tollste Zeit“, gesteht Schmitz, der zuletzt für den Bergischen HC als Trainer tätig war. „Wir haben die Grugahalle vollgemacht und da hat einfach alles gepasst.“

Offizielle Krönung auf der Margarethenhöhe

Die offizielle „Krönung“ fand dann auf dem Kleinen Markt auf der Margarethenhöhe statt, der in den 30 folgenden Jahren nie mehr so gut gefüllt sein sollte wie im Sommer 1989. Organisiert unter anderem von Boss Klaus Schorn kamen tausende Tusem-Fans zur Double-Feier, was auch Schmitz begeisterte: „Das hat Klaus unglaublich toll gemacht. Der Markt war rot-weiß geflaggt und ich weiß gar nicht, wie viele Menschen wirklich da waren. Das vergisst man nie, das hat man im Herzen.“

Mittlerweile ist es um Hans-Dieter Schmitz, der 2005 mit den Essenern den letzten großen Titel holte (EHF-Pokal) ruhiger geworden, doch die Verbindung zum Handball und zum Tusem bleibt. „Es ist einer meiner Heimatvereine. Ich finde, dass der Verein gut arbeitet und eine gute Jugendarbeit hat.“ Allerdings weiß auch der Diplom-Sportlehrer, was den Essenern fehlt, um in der 1. Liga spielen zu können: das Geld. „Es geht heutzutage eben nicht mehr ohne den großen Batzen Geld. Aber, diese Absicht, gute Jugendarbeit zu machen, ist natürlich auch eine tolle Sache.“

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