Überraschungssieger beim Tag der Überflieger in Überruhr

Hoch hinaus: Janick Klausen gewann den Wettbewerb und sprang zugleich dänischen Rekord.

Hoch hinaus: Janick Klausen gewann den Wettbewerb und sprang zugleich dänischen Rekord.

Foto: Michael Gohl

Essen.  Beim Sprung-Meeting in Essen-Überruhr siegte wie im Vorjahr ein Däne. Der hatte zuvor wegen Zahnschmerzen seine Teilnahme zunächst abgesagt.

So hatten es sich die Organisatoren vom TLV Germania Überruhr für den „Tag der Überflieger“ gewünscht. Es wurde gestaunt und geklatscht, die Stimmung auf der Bezirkssportanlage in Überruhr war prächtig, die Leistungen waren spitze, und die Spannung hielt sich bis zum allerletzten Sprung. Selbst Hochsprung-Europameister Mateusz Przybylko blieb bis zum Ende, um zu sehen, wer der beste Flieger sein würde.

Hochsprung-Europameister bleibt bis zum Schluss

Im Hochsprung-Wettbewerb der Männer puschten sich die Springer aus sieben Nationen gegenseitig zu Top-Leistungen, die Latte lag am Ende in beachtlicher Höhe. Wie im Vorjahr gewann ein Däne. Janick Klausen meisterte die 2,28 Meter und sprang damit dänischen Rekord. Und es ist auch schon eine Zeit lang her, dass Klausen sich so hoch geschraubt hatte. Um einen Zentimeter übertraf er in Überruhr seine Bestleistung, die er 2012 bei der Hallen-EM in Paris aufstellte.

Sieger hatte Teilnahme bereits abgesagt

Hinterher nannten sie ihn einen Überraschungssieger. Und das nicht nur aus sportlicher Sicht. Denn zwei Tage zuvor hatte Klausen seine Teilnahme am Überflieger-Treffen abgesagt, da ihn die Weisheitszähne plagten. Ein Zahnarztbesuch schaffte Linderung und stimmte den 26-Jährigen schließlich um.

Zweiter in dem topbesetzten Feld wurde der junge Italiener Stefano Sottile, U23-Meister seines Landes, mit 2,25 Metern, den TLV-Cheforganisator Tim Husel als seinen Favoriten ausgeguckt hatte. Sottile wird in dieser Form sicherlich auch eine gute Rolle bei den U23-Europameisterschaften spielen. Auf den dritten Platz landete der Pole Norbert Kobielski mit 2,22 Metern.

Gute Leistungen auch im Weitsprung-Wettbewerb

Die Ergebnisse im Weitsprung-Wettbewerb konnten sich ebenfalls sehen lassen. Hier lieferten sich der Ukrainer Yaroslav Isachenkov und der Pole Mateusz Rozanski ein packendes Duell, in dem am Ende der Ukrainer knapp die Nase vorn hatte mit 7,64 zu 7,63 Metern.

Der Nachwuchs stand dem in nichts nach. Im Weitsprung der U20 siegte der Hamburger Bennet Vinken mit 7,47 Metern, der jüngere Junior Boateng (7,25 m) machte mit Platz eins in der U18 den Doppelsieg für den Hamburger SV perfekt.

Saisonbestleistung um einen Zentimeter verbessert

Am späten Nachmittag sorgten dann vor allem die Frauen für Stimmung im Stadion. Im Hochsprung siegte Lilya Klintsova (Ukraine) mit 1,84 Metern und verbesserte damit ihre Saisonbestleistung um einen Zentimeter. Zweite wurde Alexandra Plaza (DSHS Köln/ 1,76 m).

Jovanna Klaczynski (TV Wattenscheid), die Zweitplatzierte aus dem Vorjahr, lag im Weitsprung mit 6,32 Metern bei den Frauen vor Xenia Stolz (Wiesbadener LV/ 6,05 m), die sich nach ihrer Babypause zurückgemeldet hat. Der dritte Platz ging an Lena Böhmer (TV Gladbeck/ 5,83 m).

Ausrichter mit dem Verlauf sehr zufrieden

TLV Germania Überruhr war unterm Strich sehr zufrieden, so, wie die dritte Auflage dieses Sprung-Meetings gelaufen ist. „Wir haben auch von den Bundestrainern viele positive Rückmeldungen bekommen“, sagt Tim Husel. Das sei immer gut in Hinblick für die Besetzung im nächsten Jahr.

Und das Event zeigte einmal mehr, dass sich der Verein auf seine Mitglieder und Helfer verlassen kann. Tags zuvor hatte ein Unwetter am Abend fast den kompletten Aufbau im Stadion abgeräumt. Bis Mitternacht wurde alles soweit wieder hergerichtet. „Und am Donnerstagmorgen standen schon wieder 50 Leute parat, um zu helfen“, freute sich Husel.

Resonanz hätte es besser sein können

Also alles in Butter? Nicht ganz. Angesichts der sportlichen Spitzenklasse, die geboten wurde, hätte die Resonanz doch ein bisschen besser sein können. „Da ist“, findet Tim Husel, „durchaus noch Luft nach oben.“

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